Slow Work: Bringt eine Unternehmenskultur der Achtsamkeit mehr Leistung?

Slow Food, Slow Travel und jetzt auch Slow Work – wo bewegen wir uns hin mit all der Langsamkeit? Es scheint geradezu widersprüchlich: Der Leistungsdruck auf Unternehmen und Mitarbeiter wird höher – und nun sollen wir langsamer arbeiten? Scheint skurril, führt aber paradoxerweise sogar zu mehr Leistung. Sie sind skeptisch? Dann kommen Sie mit auf eine besondere Reise. Start: Stress und Leistungsdruck. Ziel: Hallo, angenehmes Arbeiten.

Bestandaufnahme: Ein Hoch auf Leistungsdruck und Optimierungswahn?Slow Work Haufe Perspektiven blog

Das Ziel unserer Gesellschaft? Höher, schneller, weiter. Und das am besten gestern, oder wie man so schön sagt:  #asap (as soon as possible). Dieser Leistungsdruck hat sich auch in der Arbeitswelt eingeschlichen ­­­– eingeschlichen, weil man sie erst gar nicht bemerkt. Aber wie zielführend ist das? Und vor allem: hindert uns das nicht eher an unserer Entwicklung? Slow Work kann dazu beitragen Raum für persönliche Entwicklung zu schaffen und diese zu erleichtern. Deswegen…

…. let me introduce you to: SLOW WORK

Slow Work Haufe Perspektiven blogIm Rahmen der New-Work-Bewegung werden viele Themen großgeschrieben – hierzu gehören auch Begriffe wie Achtsamkeit, Entschleunigung und Work-Life-Balance. Weg von #hustle #workhard – hin zu #achtsamkeit #digitaldetox und #innereruhe. Der Kern von Slow Work: Bewussteres Arbeiten kann zu mehr Ergebnissen führen.

Vielleicht schon erlebt? Sie erledigen Aufgaben langsamer und bewusster und fühlen sich dabei weniger gestresst und arbeiten konzentrierter? Hinzu kommt, dass Ihre Kreativität dabei ein neues Level erreicht? Dann läuft es bei Ihnen schon richtig slow. Langfristig gesehen kann man durch bewussteres Arbeiten seinem Körper etwas Gutes tun und auch die eigenen Ressourcen effizienter nutzen.

Slow Work Haufe Perspektiven blogLängst ist es nicht mehr nur die Gen Y, sondern auch Menschen aus anderen Generationen, die nach mehr streben (ganz slow, versteht sich): mehr Momente und Erlebnisse, mehr Sinn hinter ihrer Arbeit und ganz allgemein mehr Zufriedenheit und Lebensqualität. Das Beste daran? Dieses „mehr“ für den einzelnen, kann auch zu einem „mehr“ auf Unternehmensseite führen.

How to “Slow Work”– eine AnleitungSlow Work Haufe Perspektiven blog

1.  To-do-Liste führen: Sie verschafft einen Überblick, über die anstehenden Aufgaben. So können Sie ganz bewusst, entspannt und konzentriert jeden einzelnen Punkt der Liste angehen, ohne dass dabei eine wichtige Aufgabe unter den Tisch fällt.

2. Monotasking statt Multitasking – Priorisieren: Die Punkte auf der to-do Liste werden nach Wichtigkeit geordnet und genau in dieser Reihenfolge angegangen. Dadurch können Sie sich konzentriert an eine einzelne Aufgabe setzen, was zu einem schnelleren und besseren Ergebnis führt, als wenn Sie sich mehreren Aufgaben gleichzeitig widmen. Hier ist weniger einfach mehr!

3. Regelmäßige Pausen einlegen – Pausenrituale:Slow Work Haufe Perspektiven blog
Der Körper braucht regelmäßige Pausen, um seine Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten und den Stresspegel zu senken. Nur dadurch können Sie weiterhin bewusst und konzentriert arbeiten. Eine gute Möglichkeit sind im Vornherein festgelegte, regelmäßige Pausenrituale wie beispielsweise ein kleiner Spaziergang.

4. Nein sagen rocks: Zu bewussterem Arbeiten gehört auch die Fähigkeit zu viele oder in diesem Moment weniger wichtige Aufgaben abzulehnen, damit man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Sie können selbst am besten einschätzen, ob sie noch Kapazitäten haben und wenn dem nicht so ist, sagen Sie einfach „nein“. Ganz selbstbewusst. Ohne Reue.

5. Mentalen Ausgleich schaffen und die Komfortzone verlassen: Slow Work Haufe Perspektiven blogUm immer konzentriert und bewusst die eigenen Aufgaben zu erfüllen, braucht jeder Mensch einen mentalen Ausgleich und ab und an einen Sprung raus aus der Komfortzone: sich eine Ablenkung gönnen, neue Eindrücke, Herausforderungen und Inspiration suchen und finden. Nur so kann man wieder konzentriert, motiviert und slow an die Arbeit gehen.

6. Innere Ruhe fördern: Wer mit sich im Reinen ist und seine innere Mitte gefunden hat, gilt als zufriedener und kann Herausforderungen entspannter und mutiger angehen. Dadurch werden Slow Work Haufe Perspektiven blogIhnen weniger unnötige Stresssituationen entstehen und Ihre kostbare Energie bleibt Ihnen für die wichtigen Aufgaben.

7. Akzeptanz sich selbst gegenüber: Selbst wenn man sein Bestes gibt, kann es immer wieder passieren, dass man doch weniger #slow und mehr #hustle-mäßig arbeitet. Auch das kommt vor und es ist völlig normal. Kein Grund sich selbst dafür fertig zu machen. Mehr Akzeptanz sich selbst gegenüber zu zeigen, fällt auch unter „achtsam sein“.

Und nun? Machen wir mal alle schön langsam!

Slow Work Haufe Perspektiven blogEine Gegenbewegung zu etwas bereits Etabliertem kann für sehr viel Aufregung sorgen und dadurch erst einmal eines hervorrufen: Widerstand. Doch wogegen eigentlich? Slow Work und Achtsamkeit greifen nichts an – sie erleichtern vor allem Bestehendes. Und die Leistung leidet darunter auch nicht. Slow machen und dennoch Leistung bringen müssen keine Gegensätze mehr sein – im Gegenteil! Sie können sich ergänzen, wenn man sie nur lässt.

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Da jede neue Bewegung von „Learning by doing“ lebt und dadurch ein Erfahrungsaustausch Goldwert ist, freuen wir uns sehr über Ihr Feedback und persönliche Tipps zu Slow Work – gerne in den Kommentaren. Fielen Ihnen die ersten Versuche leicht? Oder war es doch eine ganz schöne Überwindung sich aus der Hektik des Alltags auszuklinken?

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