Wie wichtig ist Vertrauen im Job?

Ein Thema, das uns bei der Haufe Akademie beschäftigt, ist die Veränderung der Arbeitswelt und welche Chancen und Herausforderungen damit verbunden sind. Aktuell diskutieren wir im Blog-Team darüber, wie wichtig es ist, in diesem Strudel aus wachsenden Anforderungen, neuen Aufgaben und sich ändernder Arbeitsprozesse stabile Fixpunkte zu haben. Ein vertrauensvolles Verhältnis zu Kollegen und Führungskräften ist ein solcher Fixpunkt – und eine wichtige Voraussetzung für offene Kommunikation und gelingende Change-Prozesse. Wir haben uns mit dem Thema Vertrauen im Job deshalb näher beschäftigt und das forsa-Institut mit einer repräsentativen Umfrage beauftragt. Das überraschend positive Ergebnis: Das Vertrauen der Angestellten in Ihre Chefs und Unternehmen ist unabhängig von Geschlecht und Alter sehr hoch. 84 Prozent attestieren ihren direkten Vorgesetzten, dass diese ihre Arbeit überwiegend richtig machen. Und bei kniffligen Herausforderungen fragen 39 Prozent die Führungskraft auch gern um Rat. Arbeitgebern als Ganzes wird ebenfalls ein hohes Vertrauen entgegen gebracht: 79 Prozent stimmen der Aussage zu, dass das eigene Unternehmen überwiegend der richtigen Strategie folgt.

Führungskräfte als Vertrauenspersonen

Die starke Anleitungsfunktion von Vorgesetzten hängt auch damit zusammen, dass neue Herausforderungen heute einen hohen Anteil im Arbeitsalltag einnehmen. Knapp ein Drittel der Befragten (29 Prozent) schätzt den Anteil neuer beruflicher Herausforderungen in einer typischen Arbeitswoche auf über 30 Prozent. Etwa jeder Achte sagt, dass der Anteil an Neuem über die Hälfte seiner wöchentlichen Arbeitszeit einnimmt. Davon fühlen sich viele unter Druck gesetzt, wie unsere Vorgängerstudie „Stressfaktor Veränderung“ gezeigt hat. Eine gute Vertrauensbasis hilft Vorgesetzten dabei, diesen Druck abzubauen und eine positive Lernkultur zu etablieren. Das liegt auch in ihrem eigenen Interesse. Denn durch das hohe Vertrauen steigt die Verantwortung – und das kann zu Überlastung bei den Führungskräften führen.

Männer sind Einzelkämpfer, Frauen fragen um Rat

Um die Herausforderungen im Job zu meistern, verzichtet derzeit noch jeder Fünfte auf Hilfe und sucht den richtigen Weg lieber allein, so ein Ergebnis der Umfrage. Das betrifft vor allem die Männer: 25 Prozent von ihnen outen sich als Einzelkämpfer. Bei den Frauen liegt dieser Wert bei lediglich 15 Prozent. Wer im Job häufig mit Neuem konfrontiert wird, ist jedoch gut damit beraten, zu kommunizieren und ein stabiles Netzwerk aufzubauen. „Nutzen Sie Ihr Team, wenn Sie Fragen haben – geben Sie aber auch eigenes Know-how weiter. So schaffen Sie Nähe und verringern die Distanzen, auch über Hierarchien hinweg. Das hilft dem Unternehmen und stärkt Ihr Netzwerk“, empfiehlt Ulrich Grannemann, Experte für Führung bei der Haufe Akademie.

Für unsere repräsentative Umfrage befragte das forsa-Institut telefonisch 1.009 Angestellte ab 18 Jahren.

Übrigens: Worauf es bei einer vertrauensvollen Führung ankommt, erfahren Sie in unserem Text Führen 2.0.

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