Buchungssätze
Buchungssätze spielen eine zentrale Rolle bei Transaktionen im Rahmen der doppelten Buchführung. Alle Geschäftsvorfälle in einem Unternehmen sind durch einen Buchungssatz abzubilden.
Definition Buchungssätze
Buchungssätze gehören zum Rechnungswesen und sind ein Teil der doppelten Buchführung. Der Grundsatz der doppelten Buchführung besagt, dass jeder Geschäftsvorfall sowohl im Soll als auch im Haben erfasst wird. Die Buchungssätze geben an, welche Beträge auf das Soll-Konto und welche Beträge auf das Haben-Konto gebucht werden.
Sinnvoll ist es, sogenannte T-Konten zu nutzen. Das bedeutet: Das Buchungskonto wird zweispaltig dargestellt, auf der linken Seite steht das Soll und auf der rechten Seite das Haben.
Buchungssätze für Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung
Zu unterscheiden sind die Debitorenbuchhaltung und die Kreditorenbuchhaltung. Diese unterscheiden sich in den betroffenen Konten:
- Die Debitorenbuchhaltung betrifft die Buchung von Ausgangsrechnungen bzw. die Forderungen eines Unternehmens gegenüber seinen Kunden.
- Die Kreditorenbuchhaltung betrifft die Buchung von Eingangsrechnungen bzw. die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und Dienstleistern.
Soll oder Haben?
Ob eine Buchung im Soll oder im Haben stattfindet, ist davon abhängig, ob es sich um einen Zugang oder um einen Abgang handelt.
Zu unterscheiden sind folgende 4 Kontoarten:
- Aktivkonten (Unternehmensvermögen)
- Passivkonten (Kapital und Verbindlichkeiten)
- Aufwandskonten (Kosten)
- Ertragskonten (Umsatzerlöse und Einnahmen)
Für das Aktivkonto und das Aufwandskonto sind Zugänge im Soll und Abgänge im Haben zu buchen.
Für das Passivkonto und das Ertragskonto sind Zugänge jeweils im Haben und Abgänge im Soll zu buchen.
Buchungssätze bilden
Um einen Buchungssatz zu bilden, sind die folgenden Schritte notwendig:
- Kontenart (Aktivkonto, Passivkonto, Aufwandskonto oder Ertragskonto) und Einzelkonto (z.B. Kasse) festlegen
- Bewegung auf dem Konto bestimmen (Zugang oder Abgang?)
- Konto-Seite festlegen (Soll oder Haben?)
- Buchungssatz formulieren
Was ist ein einfacher Buchungssatz?
Sind bei einer Buchung genau zwei Konten betroffen, spricht man von einem „einfachen Buchungssatz“.
Beispiel: Aus der Betriebskasse werden 200 Euro entnommen und in bar auf ein Bankkonto eingezahlt. Nach dem Grundsatz „Soll an Haben“ lautet der Buchungssatz für diesen Geschäftsvorfall: „Bank an Kasse, 200 Euro“
Die 200 Euro werden als Zugang beim Konto „Bank“ im „Soll“ gebucht. Als Abgang werden sie bei „Kasse“ als „Haben“ gebucht. Bei allen Buchungen müssen die Summen von Soll und Haben sich im Gesamtkonto immer ausgleichen.
Was ist ein zusammengesetzter Buchungssatz?
Wenn bei einer Buchung mehr als zwei Konten betroffen sind, so nennt man diesen Vorgang „zusammengesetzten Buchungssatz“.
Zusammengesetzte Buchungssätze kommen in Unternehmen relativ oft vor, weil häufig noch eine Steuerart, zum Beispiel die Mehrwertsteuer, zu berücksichtigen ist.
Beispiel: Ein Unternehmen erwirbt mit dem Geld aus der Betriebskasse einen Bürostuhl zum Preis von 297,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Von diesem Geschäftsvorfall sind somit die Konten Kasse, Betriebsausstattung und Vorsteuer betroffen. Es handelt sich dabei jeweils um Aktivkonten. In diesem Beispiel ist folgender Buchungssatz zu bilden:
„Betriebsausstattung (250 Euro) und Vorsteuer (47,50 Euro) an Kasse (297,50 Euro)“
Buchungssätze für Abschlussbuchungen
Am Ende einer Rechnungsperiode müssen die Konten abgeschlossen werden, um die Endbestände in die Bilanz oder in die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zu übertragen.
Dabei gilt: Die Endbestände der Erfolgskonten werden über das GuV-Konto abgeschlossen und die Endbestände der Bestandskonten (Aktiv- und Passivkonto) werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Bei Aufwandskonten erfolgen die Buchungen ausschließlich auf der Soll-Seite. Dementsprechend wird der Gesamtbetrag als Saldo auf die Haben-Seite des Aufwandskontos übertragen.
Bei Ertragskonten dagegen wird nur auf der Haben-Seite gebucht. Dementsprechend wird der Gesamtbetrag als Saldo auf die Soll-Seite des Ertragskontos übertragen.
Falls die Erträge im Geschäftsjahr höher als die Aufwendungen sind, hat das Unternehmen einen Jahresüberschuss bzw. einen Gewinn erzielt. Dieser wird auf das Eigenkapitalkonto gebucht.
Sind die Erträge kleiner als die Aufwendungen, so bezeichnet man dies als Jahresfehlbetrag oder als Verlust. Dieser mindert das Eigenkapital und wird als Abgang auf der Soll-Seite des Eigenkapitalkontos gebucht.
Fazit
Buchungssätze sind ein wichtiger Bestandteil der doppelten Buchführung. Sie geben an, welche Konten von einer Buchung betroffen sind. Buchungssätze werden in der Regel in einem T-Kontenmodell dargestellt. Es gilt das Prinzip „Soll an Haben“. Ein Buchungssatz betrifft immer mindestens zwei Konten.
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FAQ
Was sind Buchungssätze im Rechnungswesen?
Buchungssätze zeigen, welche Konten bei einem Geschäftsvorfall angesprochen werden und ob die Beträge im Soll oder Haben gebucht werden. Sie sind die Grundlage der doppelten Buchführung, weil jeder Vorgang immer mindestens zwei Konten betrifft.
Wie bildet man einen Buchungssatz richtig?
Zuerst wird geprüft, welche Konten betroffen sind und zu welcher Kontoart sie gehören. Danach wird bestimmt, ob ein Zugang oder Abgang vorliegt. Daraus ergibt sich, ob im Soll oder Haben gebucht wird. Der Buchungssatz folgt dann dem Prinzip „Soll an Haben“.
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