Erfolgreiches Guerilla Marketing

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Guerilla Marketing: Vor- und Nachteile der Werbebotschaften aus dem Hinterhalt

Spots im Fernsehen und im Radio, Anzeigen auf Plakatwänden, in Tageszeitungen und Zeitschriften, Banner, Pop-ups und personalisierte Facebook-Ads: Durchschnittlich 2.500 bis 10.000 Werbebotschaften erreichen jeden Deutschen pro Tag, haben Kommunikationsforscher herausgefunden. Doch nur die wenigsten Messages dringen zu ihren Adressaten durch. Unser Gehirn blendet das unerwünschte Bombardement einfach aus – teure, sorgfältig erstellte Kampagnen und Claims verpuffen ohne den gewünschten Effekt. Um den Kunden trotz dieser Informationsflut zu erreichen, setzen seit den 90er-Jahren immer mehr Firmen auf das sogenannte Guerilla Marketing.

Guerilla Marketing: Entstehung und Erklärung des Begriffs

Der Begriff „Guerilla Marketing“ wurde vom Marketing-Experten Jay C. Levinson geprägt, die Methodik in seinem Buch „Guerilla Marketing – Offensives Werben für kleine und mittlere Unternehmen“ näher erläutert. Levinson erkannte: Insbesondere kleine Betriebe, Non Profit Organisationen, Start-ups und Gründer haben schlicht nicht die finanziellen Mittel, um Millionen in großangelegte Werbekampagnen zu stecken, wie dies internationale Konzerne tun. Müssen sie auch nicht, mithilfe des Guerilla Marketings lassen sich mit vergleichsweise niedrigen Kosten große Werbeeffekte erzielen. Alles, was Sie dafür brauchen, sind kreative Ideen. Denn Guerilla Marketing lebt von der Überraschung: Ähnlich wie ein Guerillakämpfer „schleicht“ sich die Werbebotschaft an und erwischt den Kunden aus dem Hinterhalt. Diese Vorgehensweise garantiert höchste Aufmerksamkeit. Zusätzlich werden gut gemachte Guerilla-Kampagnen gerne via Social Media geteilt und per Mundpropaganda an Freunde, Familie und Kollegen weitergegeben, was ein hohes Maß an öffentlichem Interesse bringt. In diesem Fall spricht man von Viralem Marketing.

Strategien und Maßnahmen von professionellem Guerilla Marketing

Ob Tourismus oder Gastronomie, Immobilienbranche oder Automobilindustrie: Auch die global Player setzen inzwischen auf Guerilla Marketing. Denn die Instrumente dieser cleveren Art der Werbung können dabei helfen, die Reichweite der eigenen Maßnahmen zu steigern und sich von der Konkurrenz deutlich abzuheben. Es gilt, die Grenzen der klassischen Reklame zu sprengen und durch überraschende Aktionen bei der Zielgruppe Emotionen zu wecken und ihr langfristig im Gedächtnis zu bleiben. Dieses Ziel können Sie beispielsweise durch folgende Strategien erreichen:

  • Ambient Marketing: Werbung an ungewöhnlichen Orten, etwa an Bushaltestellen, auf Kassenbons oder auf Kneipentoiletten.
  • Ambush Marketing: Ausnutzen der medialen Aufmerksamkeit von Großereignissen wie Sportveranstaltungen.
  • Buzz Marketing: Verteilen von Produktproben an Konsumenten, die diese dann testen, bewerten und im Idealfall weiterempfehlen.
  • Influencer Marketing: YouTuber, Instagramer und andere Social-Media-Stars erreichen mit gesponserten Posts vor allem die junge Zielgruppe.
  • Moskito Marketing: Gezieltes Ausnutzen der Schwächen von Konkurrenten, auch Trittbrettfahrer-Marketing genannt.
  • Sensation Marketing: Überraschen von Passanten an öffentlichen Orten, etwa durch einen Flashmob.

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Chancen und Risiken von Guerilla Marketing

Mit geringem Budget eine breite Öffentlichkeit erreichen – das klingt verführerisch. Insbesondere Newcomer können ihre Bekanntheit mit einer einzigen zündenden Idee enorm steigern. Doch nicht jede Guerilla-Kampagne funktioniert wie erhofft. Einmal losgelassen, können Sie die Wirkung nur schwer kontrollieren: Lehnen die Konsumenten die Botschaft ab, kann aus der erwünschten Mundpropaganda ein Shitstorm werden, der empfindliche Imageschäden für das Unternehmen nach sich zieht. Bei der Konzeption der Marketingmaßnahmen sollten daher immer auch mögliche negative Effekte berücksichtigt werden. Wichtig: Stärker als bei der klassischen Werbung steht beim Guerilla Marketing der Kunde im Mittelpunkt. Deshalb muss die Kampagne exakt auf die Zielgruppe zugeschnitten werden und einen eindeutig erkennbaren Mehrwert bieten. Wird der Adressat nicht zu einer Reaktion oder einer Interaktion angeregt, sondern bleibt wie bei klassischer TV- und Radio-Werbung passiver Konsument, geht die erhoffte Wirkung verloren.

 

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Über den Autor

Anna Falcoianu

Produktmanagerin bei der Haufe Akademie für den Themenbereich Marketing und Produktmanagement. Mehrjährige Berufserfahrung als Marketing- und Produktmanagerin in der Konsumgüterindustrie.

Zur Themenübersicht Marketing und Produktmanagement

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