Social Media Marketing 2017 – Was kommt? Was bleibt?

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Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Trends und Chancen zum Thema Social Media Marketing. Die nachfolgenden Beiträge zeigen Ihnen Möglichkeiten für Ihr Unternehmen auf.

1. Social Media Marketing 2017 – Was kommt? Was bleibt? von Christoph Pause
2. Social Media Marketing – aber wie? von Christian Seifert

1. Social Media Marketing 2017 – Was kommt? Was bleibt?

Social Media und Marketing? War da was? Der ganz große Hype rund um das Thema ist abgeklungen. Ein gutes Zeichen, denn wie hat ein Marketingmanager einmal gesagt? „Wenn die Fachmedien aufhören, über ein Thema zu berichten, ist es in den Unternehmen angekommen.” Social Media Marketing ist demnach Alltag geworden, business as usual.

Und gerade deshalb ist Social Media Marketing ein Thema, mit dem sich Marketer beschäftigen sollten – und zwar permanent! Es passiert wahnsinnig viel, das Ganze hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert, und die Netzwerke und Plattformen tun einiges dafür, dass das so bleibt.

Wir haben einmal die wichtigsten Trends für dieses Jahr zusammengetragen und zeigen Ihnen, in welchen „Disziplinen” Sie sich für 2017 fit machen sollten.

Video bleibt das Thema der Stunde, Bewegtbild treibt das Geschäft. Genauso wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz, Stichwort Chatbots. Und wie immer gilt, und heute noch mehr denn je: Content counts.

Die Trends im Einzelnen:

Social-Media-Suche als Google Konkurrent

Auf Facebook gibt es zwei Milliarden Suchanfragen pro Tag. Dabei geht es um viel mehr, als nur um Freunde zu finden. Die Social-Media-Suche hat ein riesiges Potenzial, welches bereits erkannt wurde. Vor allem Facebook arbeitet fieberhaft an Möglichkeiten, wie das Nutzerpotenzial genutzt werden kann. Resultieren könnte das in eine Art Facebook-SEM, ganz nach dem großen Vorbild Google. 2017 dürfen Marketer die Entwicklung in diesem Bereich aufmerksam verfolgen.

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Live Videos

Videos prägen spätestens seit YouTube 2014 das Internet. Die Möglichkeiten sind quasi unendlich. Nun erobert das Video auch Smartphones, sowohl beim Konsum als auch bei der Entstehung. Jetzt ist die nächste Evolutionsstufe erreicht: Live Video. Mit der Einführung von Facebook Live sind Live-Videos auf Social Media mehrheitsfähig und erreichen weit mehr Nutzer, als das zuvor Twitter mit Periscope geschafft hat. 2017 könnte deswegen das Jahr der Live-Videos werden.

Chatbots

Die Künstliche Intelligenz (K.I.) hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Am stärksten nehmen wir es an der riesigen Flut digitaler Assistenten wahr, sei es nun Siri oder Cartona. Allerdings sind das nur die Vorboten. Facebook, Twitter und Google steigen alle in einen der vielversprechendsten Märkte überhaupt ein: den der Chatbots. Mit einem guten Chatbot lassen sich viele Aspekte der Kundenkommunikation automatisieren. Angefangen von Auskünften zum Inventar oder den Öffnungszeiten, bis hin zu Bestellannahmen oder Problemlösungen. Für den Kunden bringen die Bots viele Vorteile mit sich, der größte davon ist sicherlich die Zeitersparnis durch eine prompte Antwort. 2017 kommen Social-Media-Marketer um das Thema Chatbots deswegen nicht mehr herum.

Der Wachstum-Wendepunkt

Nein, die Social-Media-Nutzung wird 2017 nicht zurückgehen – im Gegenteil. Allerdings wird es wohl keinem neuen Netzwerk mehr gelingen, die etablierten Parteien ernsthaft zu stürzen. Snapchat war der letzte Wolf, der Teil dieses Rudels wurde. Damit nicht genug. Facebook gehört neben WhatsApp auch Instagram, Microsoft hat gerade LinkedIn für eine enorme Summe gekauft. Und auch Google will immer noch mitmischen. Immer weniger Firmen gehören immer größerer Anteile am sozialen Netz. Das wird 2017 so weitergehen.

Bye bye organischer Traffic

Früher war die Social-Media-Welt einfach: Wenn etwas gepostet wurde, war sichtbar, wer diese Nachricht sieht. In Zeiten, in denen die organische Reichweite auch bei Social Media weiter beschnitten wird, müssen andere Methoden her. Social Media gehört schon seit einiger Zeit zu Paid Media, 2017 wird es Zeit, sich darauf einzustellen und entsprechend zu reagieren.

Chat-Monetarisierung

Viele Menschen nutzen soziale Medien nur als Chatplattform in einem privaten Umfeld. Aber genau hier sind sie nicht so leicht erreichbar. Noch nicht. Facebook arbeitet fieberhaft an der Monetarisierung des Messengers. Whatsapp könnte bald folgen. Marketer müssen sich dann Gedanken machen, wie potenzielle Kunden in diesem sensiblen Umfeld angesprochen werden können. Hyper-Personalisierung könnte ein Weg sein, wie diese Mammutaufgabe gemeistert werden kann.

Social-Media-Reichweite ist die Währung

Influencer Marketing war früher noch stark blogzentriert. Heutzutage haben sich die Kriterien verschoben. Ohne ein reichweitenstarkes Social-Media-Profil wird kaum noch jemand Teil dieses elitären Kreises. Social-Media-Reichweite wird damit die zentrale Währung in diesem Bereich.

Snapchat und kein Ende

Was kaum jemand für möglich gehalten hat, ist nun Realität. Snapchat gehört zu den größten sozialen Plattformen überhaupt. Die Erfolgsstory Snapchat ist auch mit mutigen Neuerungen geschrieben worden und schlicht dem schnellen, mobilen „Im-Moment-Lebensstil“ geschuldet. Damit einher gehen interessante Möglichkeiten für Marketer. 2017 wird Snapchat damit auch in Deutschland für Furore sorgen.

Twitter wackelt aber fällt nicht

Allen Unkenrufen zum Trotz ist Twitter noch am Leben. Seit einiger Zeit kommen keine positiven Nachrichten zum Kurznachrichtendienst, Anleger sind regelmäßig enttäuscht, die Nutzerzahlen stagnieren. In den Medien ist Twitter trotzdem präsent wie nie. Vor allem Fernsehsender scheinen nichts lieber zu tun, als Tweets zu zitieren. Auch 2017 wird kein gutes Jahr für Twitter werden. Abschreiben sollte man das Netzwerk allerdings noch lange nicht.

Content der zieht

2017 wird das Jahr des immersiven Contents. Das heißt von Inhalten, die ein „Mittendrin-Gefühl“ hervorrufen. Gerade erst hat Facebook 360-Grad-Videos eingeführt. Das ist allerdings nur der Anfang. 2017 fängt ein lange herbeigeredeter Trend endlich an, massentauglich zu werden. Die Rede ist von Virtual Reality (VR). Egal ob zur Unterhaltung, zur Kommunikation oder zur Bildung: Die Möglichkeiten hier sind riesig und werden erst 2017 vollends klarwerden.

Social Commerce is coming

Um Social Commerce war es 2016 erstaunlich still. Sicher gab es auch hier einige Meldungen von Buy-Buttons & Co. auf Social Media. So richtig wollte der Trend aber nicht abheben. Das könnte sich 2017 ändern. Das Potenzial ist schlicht und ergreifend zu hoch, um brachzuliegen.

Es wird weiterhin spannend bleiben. Und die Notwendigkeit sich stets auf den neusten Stand in Sachen Social Media Marketing zu bringen wird weiterhin bestehen. Deshalb: Machen Sie sich fit für ein erfolgreiches Social Media Jahr 2017!

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2. Social Media Marketing – aber wie?

Prinzipiell kann dem Zitat von Herrn Prof. Speck Folge geleistet werden, der sagt, dass die höchsten Kosten bei Social Media deshalb entstehen, dass man es nicht nutzt. Daher stellt sich nicht die Frage, ob man es nutzt – dies wird der Markt früher oder später diktieren – sondern wann Social Media genutzt wird! Die Chancen des Social Media Marketings sind für Unternehmen dabei breit gefächert.

Welche Chancen ergeben sich für Unternehmen, die gezielt Social Media in ihre Unternehmensstrategie einbinden und erfolgreich umsetzen?

Eine Chance stellt die interne Nutzung von Social Media dar. Unternehmen wie Siemens haben schon lange begonnen, durch soziale Plattformen innerhalb der Unternehmenskommunikation neue Möglichkeiten der Mitarbeitervernetzung zu schaffen. Schließlich ist in unserer heutigen Wissensgesellschaft genau das Wirtschaftsgut „Know-how“ ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die globale Wettbewerbsfähigkeit. Es stellt sich für jedes Unternehmen die Herausforderung: Wie schaffe ich es, Wissen einzelner Mitarbeiter, wie beispielsweise das Wissen um Produkte & Services, Kunden sowie Kundenbedürfnisse und um Problemlösungen anderen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen? Je größer das Unternehmen, desto häufiger ist das Phänomen der sog. „Knowledge-Islands“ zu erkennen: Einzelne Mitarbeiter und Abteilungen beginnen, ihr Wissen individuell abzuspeichern, so dass es nur für eine begrenzte Nutzerschaft zur Verfügung steht und Wissenspotenziale nicht voll ausgeschöpft werden können. Hier können sozialen Medien effektiv im Rahmen des Social Media Marketings genutzt werden, um aktives Wissensmanagement zu betreiben.

Eine weitere Chance stellt die externe Nutzung von Social Media dar. Hier kann prinzipiell jeder Unternehmensbereich, den Sie innerhalb Ihres Unternehmens aufgebaut haben und der Kontakt nach außen hat – sei es zu Kunden, Interessenten, aber auch zu Lieferanten – von den Entwicklungen und der Nutzung der sozialen Medien profitieren. Als gutes Beispiel ist Social Media im Rahmen der Vertriebsarbeit zu nennen. Verkäufer und Key Account Manager stehen oft vor der Herausforderung, ein effizientes Ansprechpartnernetzwerk potenzieller (Key) Accounts zu schaffen. Genau hier bieten soziale Plattformen eine hervorragende Möglichkeit, um potenzielle Kunden gezielt zu identifizieren und zu bearbeiten. Sicherlich ist unter diesem Aspekt, vor allem im Bereich B2B, Xing ein attraktives Portal. Hier kann sehr viel Zeit gespart werden, denn nichts ist in der Kaltakquise zeitaufwendiger als zu den eigentlichen Entscheidern im Buying Center zu kommen.

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Aus der Nutzung von Social Media und der dadurch entstehenden direkten Kommunikation mit dem Kunden ergeben sich weitere vielfältige Möglichkeiten im Social Media Marketing für Unternehmen. So z.B. im Rahmen des Kundenservice. Kundenbindung lebt von Kommunikation. Mit den richtigen Social Media-Kanälen, mit denen Sie Ihre Kunden bedienen, kann beispielsweise ein wichtiger Beitrag zur Kundenbindung und -loyalität geleistet werden. So können durch den „direkten Draht“ zum Kunden Qualitätsmängel bei Produkten und Services identifiziert und auf Reklamationen schnell und kundenorientiert eingegangen werden. Die durch den Kunden gewonnenen Informationen sind dabei nicht nur für den Kundenservice relevant, sondern dienen z.B. auch dem Produktmanagement und der Entwicklung der kontinuierlichen Verbesserung des eigenen Leistungsprogramms und dem flexiblen Eingehen auf sich ändernde Marktbedürfnisse sowie dem Aufgreifen von zukünftigen Trends und latenten Bedarfen. Besonders für die zukünftige Entwicklung neuer Produkte ist dieser Aspekt sehr wichtig. Als Beispiel sei hier Dell zu nennen. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich die Social Media-Abteilung von Dell von einigen wenigen auf über 500 Mitarbeitern aufgebaut, die jeden Tag um die 30.000 Tweets bzw. Kommunikationsschnipsel analysieren. Die daraus gewonnenen Kundeninformationen werden aktiv genutzt, um unzufriedene Kunden wieder zufrieden zu stellen und auch die eigene Produktentwicklung zu optimieren. Besonders in der Produktentwicklung wird der Kunden aktiv mit eingebunden und nimmt die Rolle des „Impulsgebers“ und des „Entwicklers“ mit ein. Eine weitere Chance liegt darin, durch die Nutzung von Social Media effektive Personalakquise zu betreiben. Besonders in heutigen Zeiten des Fachkräftemangels nimmt Social Media Marketing hier eine immer wichtigere Rolle ein.

Welche Anforderungen müssen qualifizierte Mitarbeiter mit sich bringen, um Social Media erfolgreich im Unternehmen zu implementieren?

Die wichtigste Anforderung ist Offenheit und eine hohe Kommunikationskompetenz. Denn wer nicht für Kritik und Anregungen offen sein kann, dem fehlt prinzipiell die wichtigste Grundlage für Social Media Marketing. Speziell in patriarchalisch geführten Unternehmen sind eher verschlossene Mitarbeiter anzutreffen. Daher sehe ich persönlich keine Zukunft für Unternehmen, die mit „Chef-Allüren“- und Diktatoren-Kommunikation geführt werden, weil diese den Gesetzen der offenen Kommunikation in den sozialen Medien entgegenarbeiten. Je kollegialer, offener Ihre Unternehmenskultur und auch eigene Kommunikationskompetenz ist, desto besser können Sie auch andere Menschen für Ihr Unternehmen sowie für Ihre Produkte begeistern und diese Begeisterung über die sozialen Medien nach außen tragen.

Eine weitere wichtige Anforderung bezieht sich auf das planerische und strategische Denken. So liegen die strategischen Ziele des Social Media Marketings beispielsweise in der kunden- und zielgruppenorientierten Produktentwicklung, der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung oder der Steigerung der Markenbekanntheit und des Images. Wettbewerbsvorteile gegenüber Konkurrenten können somit gezielt ausgebaut und optimiert werden.

Zudem sind Teamplayer gefragt. Die aktive Nutzung von Sozialen Medien ist keine „Abteilungssache“, sondern setzt prozess- und abteilungsübergreifendes und kundenorientiertes Denken in allen Bereichen voraus. Durch die Implementierung Sozialer Medien wird aktives Wissensmanagement gefördert, von dem jeder im Unternehmen profitieren kann.

Auch kreative Köpfe sind wichtig, um wirkungsvoll und effektiv mit sozialen Medien und Netzwerken umzugehen, denn, wie bereits beschrieben, lassen sich soziale Plattformen wie Xing, Facebook und Co. vielseitig in unterschiedlichen Unternehmensbereichen nutzen.

Welche Perspektiven und Aufstiegschancen gibt es für Mitarbeiter im Social Media Marketing Bereich?

Diese sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Kleine Marketingabteilungen bieten sicherlich weniger Karrierechancen als die großer Konzerne. Da Social Media allerdings zu den Kommunikationsformen der Zukunft gehört und hier in jedem Geschäftsbereich über die richtigen Maßnahmen und Durchführung wichtige Erfolge für das Unternehmen erzielt werden können, kann prinzipiell behauptet werden: Das Wissen um unterschiedliche Social Media Instrumente sowie deren Einsatzmöglichkeiten ist für jeden karrierefördernd, egal wo er arbeitet.

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Über die Autoren

ist Chefredakteur der Marketing-Zeitschrift „acquisa“ der Haufe Gruppe und Autor für den Bereich Marketing und Vertrieb der Haufe Akademie.

ist Vorstandsvorsitzender der 2000 von ihm gegründeten Internet-Full-Service-Agentur. Berater und Referent bei Kunden und Verbänden. Themenfokus: Social-Media-Marketing, SMO Homepagekonzeption und -erstellung, Webanalyse, Mobiles Internet. Senator h.c. im Bundessenat für Wirtschaft und Technologie.

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