11 rhetorische Tipps – So gewinnen Sie Aufmerksamkeit!

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Ist es Ihnen noch nie passiert, dass Sie während eines Vortrags eine bleierne Müdigkeit empfanden und Ihre Konzentration plötzlich stark nachließ? Spätestens jedoch, wenn Sie selbst am Rednerpult stehen und Ihnen ein Teil der Zuhörer „zunickt“ (das heißt, der Kopf sinkt leicht nach vorn!), sich angeregt unterhält oder die Nachbarn im Umfeld intensiv gemustert werden, dann sollte Ihnen klar sein, dass Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums verloren haben. Die nachfolgenden 11 rhetorischen Tipps helfen Ihnen dabei sich zu verbessern.

Das 1×1 der Rhetorik

Vorab ein guter Rat für mehr Aufmerksamkeit: Denken Sie immer daran, dass Ihre Ausführungen kurz und präzise sein müssen. Halten Sie sich an die vorgegebene Redezeit. Nichts ist ermüdender als ein Redner, der kein Ende findet.
Nutzen Sie die folgenden 11 Rhetorik-Methoden, um die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer (zurück-) zu gewinnen.

Methode 1: Denken Sie an eine gekonnte Pausentechnik!

In einem Vortrag stört eine rhetorische Sprechpause in den seltensten Fällen. Eine längere Pause kann den unaufmerksamen Zuhörer wecken: Er hat das Gefühl, dass die Pause vielleicht gerade wegen ihm gemacht wird. Kritisch wird es nur, wenn die Unterbrechung einige unaufmerksame Zuhörer dazu veranlasst, aufzustehen. Oder noch schlimmer: Ihre Zuhörer klatschen Ihnen Beifall, da sie dachten, dass Sie am Ende Ihrer Ausführungen sind!

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Methode 2: Kündigen Sie Höhepunkte an!

Wenn Ihre Zuhörer unruhig werden und wenn es organisatorisch möglich ist, können Sie eine Kaffeepause ankündigen. Sie können versichert sein, dass Sie die Aufmerksamkeit vieler Zuhörer zurückgewinnen werden. Allerdings… es muss dann auch wirklich eine Pause folgen.
Wenn Sie einen anderen Höhepunkt, zum Beispiel das Ende eines Vortrages (!) ankündigen, so können Sie den „Schläfer“ ebenfalls aufrütteln! Er wird meist den Schlussausführungen wieder interessiert zuhören. Bei einem längeren Vortrag denken Sie unbedingt an die Pausen, denn die Aufnahmekapazität Ihrer Zuhörer lässt schneller schnell nach, als Sie denken.

Methode 3: Ändern Sie die Sprechtechnik!

Bilden Sie kurze Sätze. Das hilft Ihnen, Ihre Modulation zu verbessern, denn am Ende eines Satzes geht die Stimme nach unten. Sie können laut und leise, hoch und tief, langsam und schnell sprechen. Nutzen Sie die Rhetorik und spielen Sie einmal auf dem Instrument Ihrer Stimme. Das spricht Ihre Teilnehmer positiv an und zwingt sie zu erhöhter Aufmerksamkeit. Zu Beginn Ihrer Rede sollten Sie unbedingt ein wenig lauter sprechen, denn damit strahlen Sie Ihren Zuhörern gegenüber eine größere Sicherheit aus.

Methode 4: Nehmen Sie sich nicht so wichtig!

Unabhängig davon, dass Ihnen diese Methode beim Abbau Ihres eigenen Lampenfiebers hilft, können Sie durch einen Witz, eine Anekdote oder ein Wortspiel jeden Vortrag auflockern. Selbst Fachvorträge gewinnen an Lebendigkeit und eine kurze „Einlage“ wird von fast jedem Zuhörer dankbar aufgenommen. Berücksichtigen Sie allerdings, welchen Zuhörerkreis Sie vor sich haben und vermeiden Sie Wiederholungen.
Im Anschluss sollten Sie unbedingt wieder zur sachlichen Aussage zurückfinden.

Methode 5: Setzen Sie Hilfsmittel ein!

Inwieweit besteht die Möglichkeit, das Auge anzusprechen? Prüfen Sie, welche audiovisuellen Hilfsmittel Sie verwenden können. Der Einsatz von Flipchart oder Beamer erhöht die Aufmerksamkeitswirkung sehr stark. Nur durch Hören wird der Zuhörer nach einem halben Jahr noch ca. 10 % wissen. Durch die Kombination von Hören und Sehen jedoch liegt die Gedächtnishaftung drei- bis viermal so hoch.

Methode 6: Wechseln Sie die Vortragsmethode!

Können Sie Ihre Zuhörer aktivieren, das heißt sie mitdenken und mitspielen lassen, so werden Sie nach einem halben Jahr noch 70 % Ihrer Ausführungen behalten haben. Diese Angaben gelten allerdings nur, wenn Interesse – und das sollten wir voraussetzen – an Ihren Ausführungen vorhanden ist. Sehr bewährt hat sich inzwischen bei Veranstaltungen die Ausgabe von Thesen, die – vor oder während des Gesamtvortrages – in kleinen Arbeitsgruppen diskutiert werden.

Methode 7: Stellen Sie eine provozierende These auf!

Wenn es in den Rahmen Ihres Vortrags passt und Sie genügend Sicherheit gewonnen haben, so können Sie auch provozierende Aussagen machen. Dies kann zu Widerspruch im Zuhörerkreis führen und die Szenerie beleben. Bis zum Ende Ihres Vortrags und der nachfolgenden Diskussion sollten Sie die Harmonie allerdings wieder hergestellt haben.

Methode 8: Suchen Sie den Blickkontakt!

Auch die Körpersprache ist ein wichtiges Tool in der Rhetorik. Nutzen sie z.B. Blickkontakt für mehr Aufmerksamkeit bei Ihren Zuhörern: Greifen Sie sich nacheinander eine Person links vorn, dann in der Mitte und dann wieder rechts hinten heraus, die Sie etwas länger anschauen (ca. 5 bis 10 Sekunden). Jeder im Umkreis der Personen, die Sie angeschaut haben, wird sich angesprochen fühlen. So geben Sie auch größeren Gruppen das Gefühl, dass Sie alle einbezogen haben.

Methode 9: Stellen Sie direkte Fragen!

Richten Sie, wann immer Sie können, konkrete Fragen an Ihr Publikum. Sie zwingen somit alle zur Aufmerksamkeit, da jeder um eine Antwort gebeten werden kann. Stellen Sie Ihre Frage jedoch besser an einen Zuhörer, der Ihnen positiv gesonnen erscheint, damit Sie keine Antwort erhalten, die Sie völlig aus der Bahn wirft.

Methode 10: Nutzen Sie rhetorische Fragen!

Auch die rhetorische Frage ist eine gute Möglichkeit, um Zuhörer zu fesseln.
Zum Beispiel: „Wer von Ihnen, meine Damen und Herren, hat noch nichts gehört von…?“
oder „Wer hat etwas gegen…?“
Sie verweisen nun auf eine Tatsache die allgemein akzeptiert wird und niemanden zum Widerspruch reizt. Gleichzeitig ist die rhetorische Frage ein hervorragendes Hilfsmittel, um Ihre Sprechtechnik zu verbessern.

Methode 11: Nehmen Sie einen Standortwechsel vor!

Dies erreichen Sie durch den Einsatz von unterschiedlichen Hilfsmitteln (siehe Methode 6). So können Sie die Tafel oder den Flipchart in einiger Entfernung von Ihrem Vortragspult aufbauen und Ihre Ausführungen an diesem visuellen Hilfsmittel demonstrieren. Sie verändern damit gleichzeitig Ihren Standort. Wenn Sie ein tragbares Mikrofon haben – oder nur einen kleinen Zuhörerkreis -, dann treten Sie doch einmal hinter Ihr Publikum.

Alle Methoden dieser Checkliste könne Sie einsetzen, wenn Sie die Aufmerksamkeit zurückgewinnen wollen.
Nur ein, zwei Methoden richtig genutzt, und das Lesen dieses Beitrags hat sich für Sie gelohnt.

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Über den:die Autor:in

Rolf H. Ruhleder

Deutschlands führender Rhetorik-Dozent, Geschäftsführer eines bekannten deutschen Management Instituts und 17-facher Buchautor. Trainiert seit mehr als 25 Jahren in über 70 Veranstaltungen jährlich Unternehmer, Top-Manager, Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Zu seinen Kunden gehören die Top 30 des Dax.

Zur Themenübersicht Persönliche und soziale Kompetenzen

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