Anlass- und Gesellschaftsrede aus dem Stegreif

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Als Fach- oder Führungskraft kommen Sie zunehmend in die Situation, spontan zu einem besonderen Anlass eine kleine Rede halten zu müssen. Mal ist es ein Jubiläum, eine Begrüßung oder eine Verabschiedung im eigenen Betrieb. Manchmal ist es auch ein Grußwort, wenn Sie selbst als Gast eingeladen sind. Vorgelesenes will heute niemand mehr hören. Die Rede soll möglichst frei gehalten werden, lediglich mit ein paar Stichworten vorbereitet oder ganz spontan aus dem Stegreif. Welche Tipps liefert uns die Rhetorik dazu?

Die Menschen und ihre Situation ansprechen

Alle Menschen lieben es, angesprochen zu werden. Adressieren Sie daher immer zunächst alle Personen, ehe Sie sich ausdrücklich z. B. an den Jubilar wenden. So erreichen Sie ganz selbstverständlich eine hohe Aufmerksamkeit. Und jede/r hat seine eigene Sicht auf die Situation. Je differenzierter Sie die verschiedenen Perspektiven ansprechen, desto treffender finden sich die Hörer in Ihren Ausführungen wieder: Kollegen, Vorgesetzte, Freunde, Weitgereiste, Neulinge usw. „So ist es, so geht es mir mit der Situation” denken die Hörer, nicken und hören gespannt zu.

Aufrichtig und höflich bleiben

Über die Helden des Alltags und eine Kette von Erfolgen zu reden ist leicht. Aber nicht über jede Person kann man nur das Allerbeste sagen. Manche sind sogar der „personifizierte Besen” des Betriebs. Wer hier die Dinge schön redet, leidet aus Sicht des Publikums an Realitätsverlust. Spannungen und Schwierigkeiten müssen beim Namen genannt werden, ohne dabei unhöflich zu werden. „Jede/r hier im Raum weiß, dass wir beide in vielerlei Hinsicht unterschiedliche Auffassungen haben.” Mit so einem Satz zeigen Sie höflich, dass Sie eine klare Sicht auf die Dinge haben und aufrichtig reden. Auch Misserfolge und Rückschläge können so angesprochen werden, denn mit Ihrer Rede können Sie ein neues Kapitel in Richtung Zukunft aufschlagen.

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Als Fach- oder Führungskraft kommen Sie zunehmend in die Situation, spontan zu einem besonderen Anlass eine kleine Rede oder Ansprache halten zu müssen. In solchen Situationen geht es darum, den richtigen Ton zu treffen, der zu diesem Anlass passt. Die Rede soll möglichst frei gehalten werden, mit ein paar Stichworten oder ganz spontan aus dem Stegreif oder sich zu mindestens so anhören – so überzeugen Sie durch Ihre Sicherheit und Spontaneität.
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Den „Schmunzler” organisieren

Lachen macht Spaß. Hörer wollen mit Ihrer Rede auch unterhalten werden. Bewährt hat sich hier die Anekdote. Sie erzählen eine Geschichte über die Person oder den Anlass und bauen einen Spannungsbogen zum Ende hin auf. Hier können Sie jetzt besonders punkten, indem Sie z. B. von dem vorhersehbaren Verlauf abweichen: „Sie ahnen sicher, worauf die Sache hinausläuft, aber so war es eben nicht, sondern …” Eine Prise Selbstironie lässt die Mundwinkel ansteigen: „Nach dem zweiten Fettnäpfchen kamen wir schon ins Grübeln, haben uns dann aber beherzt für das dritte Fettnäpfchen entschieden.” Und den größten Lacher bekommen immer die eigenen Gedanken. Lassen Sie also Teile weg und öffnen Sie mit der Andeutung der Fantasie Tür und Tor: „Über diesen letzten Punkt haben Thomas und ich Stillschweigen vereinbart.”

Herzlich und persönlich werden

Die Ansprache zu gesellschaftlichen Anlässen ist ganz und gar nicht sachlich, sondern persönlich und menschlich. Die Hörer wollen erleben, dass sich Menschen wahrlich begegnen, von Mensch zu Mensch reden. Dankbarkeit, Stolz, Bewunderung, Entsetzen usw. sind alles Regungen und Gefühle, die Ihre Rede persönlich und glaubwürdig wirken lassen. Bringen Sie das zum Ausdruck, was Sie selbst in dem Moment bewegt und scheuen Sie vor etwas Pathos nicht zurück. Aus vielen kleinen Worten werden so große Reden.

Am besten ganz frei reden

Sie erzielen die höchste Präsenz und beste Wirkung beim Reden, wenn Sie ganz frei reden. Machen Sie sich vor dem Anlass lediglich ein paar Gedanken, was Ihre Kernbotschaft an die Hörer sein wird, und mit welchen Elementen Sie Ihre Rede bestücken wollen. Dann legen Sie die Reihenfolge fest und merken sich für jeden Punkt ein Bild, das Sie während der Rede wieder abrufen können. Nehmen Sie Ihre Hörer in den Blick und reden Sie: frei, herzlich und unterhaltsam.

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Über den Autor

Trainer und Berater für Rhetorik, Kommunikation und Organisation.

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