Kollegiales Feedback: Drei Methoden für Teams

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Feedback ist ein sehr effektives Werkzeug zur Verbesserung und Klärung unserer zwischenmenschlichen (Arbeits)Beziehungen. Indem wir beobachtetes Verhalten sprachlich ausdrücken, reflektieren wir dieses Verhalten und können es anschließend bewusst verändern– Lernen und Weiterentwicklung wird möglich. Gerade für die Arbeit im Team ist kollegiales Feedback besonders wertvoll: Es trägt dazu bei, Missverständnissen vorzubeugen, Konflikte zu bereinigen sowie Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche zielorientiert zu vermitteln. Zur Inspiration stelle ich in diesem Beitrag drei Methoden für Feedback unter Kollegen und im Team vor. Im Vorfeld sollten wir allerdings einen Blick auf die Unterschiede zwischen kollegialem Feedback und dem in Organisationen werfen.

Feedback in Organisationen

Auch wenn in vielen Organisationen die Feedbackregeln bekannt sind, ist eine gelebte Feedback-Kultur immer noch ein seltenes Gut und (leider) nicht die Normalität.
Schwieriger ist dabei weniger der Start, sondern das konsequente Durchführen.

Allgemein verstehen wir in Organisationen unter „Feedback“ ganz unterschiedliche
Gesprächssituationen:

  • Mitarbeitergespräche
  • Zielvereinbarungsgespräche
  • Personalentwicklungsgespräche
  • 360-Grad-Feedback
  • Kritikgespräche

Kollegiales Feedback

Wenden wir diese Gesprächstechnik nicht hierarchisch (Vorgesetzter und Mitarbeiter), sondern auf lateraler Ebene unter Kollegen an, sprechen wir vom kollegialen Feedback.
Insbesondere im agilen Umfeld sind sogenannte Feedback-Loops sehr gefragt.

Die folgenden drei Methoden sind jeweils für Teams mit wenig Feedbackerfahrung oder für Teams mit viel Feedbackerfahrung geeignet:

1. Lobkarten– Feedback für Einsteiger:

Wenn sich Kollegen /Kolleginnen untereinander ihre Wertschätzung und Anerkennung entgegenbringen möchten, sind Lobkärtchen eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode.

• vorne auf das Kärtchen (hier Beispiel downloaden) wird der Name des „Helden” /der „Heldin” drauf geschrieben.
• hinten schreibt man eine persönliche Begründung, welches Verhalten, welche erledigte Aufgabe usw. genau gewürdigt wird.

Je liebevoller und persönlicher die Lobkärtchen gestaltet sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese stolz – und gut sichtbar für alle anderen – vom Gelobten platziert werden.
Unsere Variante hier ist im praktischen 5 Pocket- Format gehalten – so sind sie schnell jederzeit zur Hand!

Unsere Seminarempfehlung

Feedback professionell geben und nehmen

„Man müsste mal Feedback geben!“ lautet es, wenn Mitarbeitende, Kollegen oder Chefs inakzeptables Verhalten zeigen, eine Leistung nicht o.k. oder besonders gut ist. Wie drückt man Wertschätzung aus, ohne dass es nach „Lobhudelei“ klingt? Wie spricht man unangenehme Dinge an? Damit ein Feedbackgespräch auf beiden Seiten den gewünschten Erfolg erzielt, reicht Fingerspitzengefühl allein nicht aus. Lernen Sie praktische Tools und Strategien kennen, um wirksames und zielgenaues Feedback zu geben und anzunehmen.


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2. Feedback- Kreis: Offenes Geben und Annehmen von Feedback

Mit dieser kollegialen Feedbackmethode (hier Übungsanleitung downloaden) geben sich alle Teammitglieder direkt Feedback. Wir können zunächst mit positiven Feedback starten. Hat sich das Team an die Methode gewöhnt, ergänzen wir unsere Rückmeldungen auch mit Wünschen zur Verhaltensänderung.
Diese Methode ist sehr variabel.

3. Rollen verhandeln: Kollegiales Feedback für Teams mit einem guten Vertrauensklima

Diese Methode ist sehr wirksam, um zu differenzierten Feedback einzuladen und ist insbesondere dafür geeignet, die Teamkultur nachhaltig zu verbessern.
Jedes Teammitglied füllt für jeden im Team ein Arbeitsblatt (hier downloaden) aus und überreicht dieses (am besten) persönlich. Inhaltlich geht es darum, den Kollegen / die Kollegin darüber zu informieren, welches Verhalten aus der eigenen Sicht beibehalten, verstärkt, minimiert oder ganz eingestellt werden sollte.

  • Um unsere Zusammenarbeit zu verbessern, hätte ich gerne, dass Sie /du
  • bitte weiterhin…
  • häufiger oder mehr…
  • weniger oder gar nicht mehr:

Jedes Teammitglied hat anschließend die folgenden Antwort-Möglichkeiten:

• ich verstehe die Aussage/den Wunsch und nehme sie an.
• ich verstehe die Aussage nicht, bitte kurz erklären.
• ich nehme die Aussage/den Wunsch nicht an.

Im Anschluss werden die wichtigsten strittigen Punkte persönlich besprochen, geklärt und „verhandelt”.

Übung macht hier übrigens den Meister: Der Wert dieser und auch anderer Feedback-Übungen erhöht sich durch regelmäßige Wiederholung. Nur so ist es möglich, die erfolgreiche Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen und den daraus abgeleiteten Maßnahmen zu überprüfen und entsprechend wertzuschätzen.

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Über den Autor

Monika Rosenbrock-Thurow

Trainerin und Organisationsberaterin. Partnerin eines Beratungsunternehmens. Dipl.-Designerin., Ausbildung als Kommunikations- und Verhaltenstrainerin. Schwerpunkte in Seminaren (Präsenz-/ Blended Learning): virtuelle Kooperation und Führung, Kommunikation, Konfliktmanagement, agile Arbeitsorganisation, Zeit-u. Selbstmanagement.

Zur Themenübersicht Persönliche und soziale Kompetenzen

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