Sich online durchsetzen: Tipps für virtuelle Meetings

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Homeoffice: Vor kurzem war es noch ein Privileg, welches fortschrittliche Unternehmen ihren Mitarbeitenden einräumten, doch heute gehört das Arbeiten von zu Hause und die damit verbundenen Videokonferenzen zu unserem (Berufs)Alltag. Zwar gelten bei virtuellen Meetings die gleichen „Spielregeln” wie bei Besprechungen vor Ort, allerdings kommen noch einige erschwerende Faktoren hinzu. So geht bei der Videoübertragung ein erheblicher Teil unserer Außenwirkung aus Mimik, Gestik, Stimmnuancen und Blickkontakt verloren – keine leichten Voraussetzungen also, insbesondere für Personen, die sich schon bei Präsenz-Meetings schwer damit tun, sich durchzusetzen oder sich überhaupt Gehör zu verschaffen. Deshalb haben wir einige Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie sich beim nächsten virtuellen Meeting besser behaupten können.

Vor dem Meeting:

1. Vorbereitung ist alles

Um im Meeting Ihre Ziele durchsetzen zu können, kommen Sie – genau wie bei Präsenzmeetings auch – um eine gute Vorbereitung nicht herum. Doch bei einer Video-Konferenz gelten noch einmal andere Regeln, denn es handelt sich um ein stark visuelles Format. Überprüfen Sie von daher im Vorfeld Ihren Hintergrund und die Lichtverhältnisse im Raum. Sie sollten niemals mit dem Rücken zum Fenster sitzen, da sonst Ihr Gesicht und somit Ihre Mimik durch das Gegenlicht viel zu dunkel und nicht klar zu erkennen ist. Checken Sie auch den richtigen Abstand zur Kamera, sodass Ihre Proportionen stimmen und über Ihrem Kopf noch etwas Platz zum Bildschirmrand vorhanden ist.

2. Ziele klar definieren und formulieren

Seien Sie sich im Vorfeld klar über Ihre Ziele, Themen und/oder Ideen, die Sie durchsetzen wollen. Notieren Sie sich dazu Ihre wichtigsten Kernaussagen, sodass Sie diese während des Meetings stets vor Augen haben und formulieren können. Denn nur wer in der Lage ist, seine Interessen klar zu äußern, hat überhaupt die Chance, dass sie Beachtung finden. Zudem sollten Sie sich im Vorfeld auf potenzielle Einwände und Kritikpunkte vorbereiten, um auf diese souverän antworten zu können.

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Während des Meetings:

Um Ihre Interessen und Themen in einem virtuellen Meeting erfolgreich durchsetzen zu können, sollten Sie die daher folgende Tipps beherzigen:

1. Auf die richtige Haltung kommt es an

Wer sich körperlich klein macht, wird als weniger selbstsicher und souverän wahrgenommen und läuft Gefahr, nicht wirklich gesehen, gehört und verstanden zu werden. Denken Sie daran, dass unsere äußere Haltung auch unsere innere Haltung beeinflusst. Deshalb sollten Sie sich auch in Online-Konferenzen bewusst aufrecht halten und mit tendenziell eher ausladenderen Gesten viel Raum für sich beanspruchen. So können Sie sich beispielsweise vorne auf Ihre Stuhlkante setzen oder ein Kissen zwischen Rücken und Lehne klemmen, um die aufrechte Haltung zu unterstützen. Dies wirkt sich nicht nur positiv auf Ihre Außenwirkung aus, sondern automatisch auch auf Ihre Aussprache und Stimme und somit auch auf Ihre Durchsetzungsfähigkeit.

2. Der Ton macht die Musik

Unsere Stimme entscheidet in vielen Fällen darüber, ob wir souverän und kompetent oder unsicher wirken. Nicht ohne Grund erhalten Politiker:innen und Manager:innen spezielle Stimmtrainings. In einem virtuellen Meeting ist eine deutliche Artikulation noch wichtiger als bei einem Präsenzformat. Nur wer gut und deutlich verstanden wird, kann sich auch durchsetzen. Fragen Sie sich selbst: Spreche ich laut genug und kraftvoll? Bin ich gut zu verstehen? Wie ist die Tonqualität? Hallt es zum Beispiel im Raum oder gibt es störende Hintergrundgeräusche? Sprechen Sie nicht zu schnell und setzen Sie bewusste Pausen, in denen Sie auch immer wieder den Blickkontakt zu den Kolleg:innen suchen. Dadurch fühlen sich die Teilnehmer:innen direkt angesprochen, Sie wirken präsenter und können sich besser durchsetzen.

3. Auf Kritik selbstbewusst und schlagfertig reagieren

Konstruktive Kritik sollten Sie nicht persönlich nehmen, sondern als Feedback sehen, das Sie voranbringt. Mit dieser Einstellung können Sie Kritik souverän begegnen – und entspannt kontern, wenn Sie anderer Meinung sein sollten. Wenn Sie sich gut auf mögliche Einwände vorbereitet haben, können Sie Ihre Gegenargumente gelassen vortragen. Doch dabei gilt: Nur wer selbst von etwas überzeugt ist, kann auch auf andere überzeugend wirken. Und noch ein Hinweis: Mit Humor geht alles besser. Fällt Ihnen zu einer kritischen Anmerkung eine lustige Entgegnung ein, scheuen Sie sich nicht, diese auch laut zu artikulieren. Denn ein Lachen nimmt einer Konfrontation sofort die Schärfe und Sie haben die Sympathien auf Ihrer Seite. Sollten Sie jedoch einmal mit einem persönlichen Angriff konfrontiert werden, zögern Sie nicht, diesen auch als solchen zu benennen. Bleiben Sie dabei bestimmt, aber ruhig. So wirken Sie selbstbewusst, während sich Angreifer:innen durch unsachliche Kritik eher selbst schaden.

4. Sichern Sie sich Aufmerksamkeit und Konzentration der anderen

Nachdem Sie etwas vorgestellt haben, können Sie die anderen Teilnehmer:innen um Fragen oder Statements bitten, um sie aktiv miteinzubeziehen. So geben Sie ihnen das Gefühl, selbst an der Lösung mitgearbeitet zu haben und sorgen dafür, dass sie Ihrem Ansatz offener gegenüberstehen. Picken Sie sich immer wieder einzelne Personen heraus und fragen Sie sie nach deren Meinung. So sichern Sie sich die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer:innen.

Zu guter Letzt:

Um Ihre Durchsetzungsfähigkeit in virtuellen Meetings verbessern zu können, ist es wichtig, im Anschluss an jedes (Online-) Meeting Ihre Leistung zu reflektieren: Haben Sie alle Kernaussagen und Argumente vorgebracht, die Sie notiert hatten? Wie haben die anderen auf Sie reagiert? Schmeißen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn, sollte es mal nicht so laufen, wie Sie es sich vorgestellt haben. Durchsetzungsfähigkeit lernen wir nicht von heute auf morgen. Es ist vielmehr ein ständiger Lernprozess und jedes Meeting ein neues Lehrstück.

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Über den:die Autor:in

Jasmin Burgey

arbeitet im Marketing der Haufe Akademie für den Themenbereich Persönliche und Soziale Kompetenzen.

Zur Themenübersicht Persönliche und soziale Kompetenzen

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