Vom schnellen ROI des Konfliktmanagements

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Was ist der Unterschied zwischen einer Ratte und einem Eichhörnchen? Das Eichhörnchen hat die bessere PR-Agentur! Dieser Beispiel ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Doch ähnlich wie den Ratten ergeht es auch Konflikten. Sie sind nicht gerade beliebt – und auf den ersten Blick ungefähr so sexy wie eine Wurzelbehandlung oder Fußpilz. Aber warum eigentlich? Vor allem, weil wir automatisch unangenehme Gefühle damit verbinden. Konflikte, das klingt nach Stress, Streit, Wutausbrüchen und Tränen. Nichts, worauf man sich tagelang freut. Und auch ich als Konfliktnavigator bevorzuge ein friedliches und harmonisches Miteinander.

Was wir dabei jedoch nicht außer Acht lassen dürfen: Konflikte tragen ein unglaublich wertvolles, innovatives Potenzial in sich. Es gibt keinen besseren Veränderungsmotor! Denn Konflikte und Innovationen haben eine Gemeinsamkeit – sie haben ihren Ursprung in der Unzufriedenheit mit dem Status Quo. Nehmen wir als Beispiel Thomas Alva Edison: Er hatte schlicht und einfach die Nase voll davon, die Abende bei funzeligem Kerzenschein oder diffusem Gaslaternenlicht zu verbringen. Doch anstatt nur zu jammern, verschwand er in seiner Werkstatt, um letztendlich die erste funktionstüchtige Glühbirne herzustellen. Was viele dabei vergessen: Es hat nicht auf Anhieb geklappt. Ein überliefertes Zitat von ihm macht deutlich, welches Mindset erfolgreiche Konfliktnavigatoren brauchen: „Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1.000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.”

Konflikte als Emotions-Barometer

Darüber hinaus haben Konflikte noch eine weitere positive Eigenschaft: Sie sind ein zuverlässiger Detektor, wenn es darum geht, Störungen auf persönlicher Ebene oder im System zu identifizieren. Denn im Grunde genommen ist Konfliktlösung nichts anderes als Emotionsmanagement. Wir Menschen sind – auch wenn manche das nicht wahrhaben wollen – eigentlich sehr simpel gestrickt. In unserem Denken und Handeln streben wir vor allem danach, dass unsere urtypischen Grundbedürfnisse erfüllt werden: Sicherheit, Zugehörigkeit und Entwicklung. Unsere Emotionen sind Botschafter dieser drei Bedürfnisse. Wird eines davon verletzt, gerät Sand ins Getriebe der jeweiligen zwischenmenschlichen Beziehung. Emotionen sind die entscheidende Zutat, die den Topf zum Überkochen bringen – die Geburtsstunde des Konflikts. Klingt erst mal stressig, doch eigentlich sollten wir dankbar dafür sein. Denn so bekommen wir die Chance, uns mit der Situation auseinanderzusetzen und eine Lösung zu finden, anstatt die Missstimmung einfach zu ignorieren.

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Sie wünschen sich ein Navigationssystem, das Sie sicher durch Konflikte führt, das Ihnen Weggabelungen aufzeigt und die eigene Strategie zum Ziel entwickeln lässt? Das gibt es tatsächlich! Dabei nutzen Sie die Fähigkeiten, die Sie sich in Ihren bisherigen Weiterbildungen zum Thema Konfliktmanagement angeeignet haben und verknüpfen diese über eine Konfliktformel logisch miteinander. So sind Sie in der Lage, auftretenden Konflikten adäquat entgegenzutreten.


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Systematisieren statt dämonisieren!

Das setzt natürlich voraus, dass wir wissen, wie wir einem Konflikt am besten begegnen. Und genau hier herrscht großer Nachholbedarf: Die meisten Menschen reagieren bei Konflikten immer noch so, als würden sie eine ausgewachsene Tarantel in ihrer Dusche antreffen. Panisch, hilflos – und bisweilen zerstörerisch. Der Schrecken vor Konflikten kommt meiner Erfahrung nach hauptsächlich dadurch zustande, dass wir keine geeigneten Bewältigungsstrategien haben. Wie hilfreich wäre also ein System, dass sich auf jeden Konflikt anwenden lässt und Menschen zuverlässig zur Lösung begleitet? Gewissermaßen eine Konflikt-Schwimmweste, die jedem passt und ihn oder sie souverän so lange über Wasser hält, bis es wieder sicheren Halt unter den Füßen gibt.

Die gute Nachricht: Diese Konfliktsystematik gibt es. Unzählige Beobachtungen, Analysen und natürlich Selbstversuche (Jedes graue Haar eine Erfahrung!) haben mir klargemacht: Es gibt drei Arten von Konflikten. Kennen Sie die passende Kategorie, gelingt Ihnen die Steuerung zukünftig schnell und präzise:

  1. Debatte: Eine Debatte bezeichnet eine lebhafte Diskussion oder ein Streitgespräch. Grundlegendes Element der Debatte ist die Bereitschaft, seine eigene Meinung aufzugeben. Mit der Frage „Was könnte dich überzeugen?“ ist leicht festzustellen, ob grundsätzlich Offenheit dafür besteht.
  2. Spiel: Ein Spiel ist ein Kräftemessen nach vereinbarten Regeln, die festlegen, wer gewinnt. Klar definierte Spielregeln im Business sind zum Beispiel Unternehmensleitbilder, der Teamkodex und der Spirit eines Unternehmens.
  3. Kampf: Bei einem Kampf handelt es sich um eine Auseinandersetzung ohne Regeln, die mit der Unterwerfung oder Zerstörung des Verlierers endet. Klingt martialisch, kommt aber in einer ritualisierten Form zum Beispiel gerne in Vertriebsmannschaften vor – oder im Alltag in den Fällen, die Sie dann auf der Titelseite der Boulevardpresse wiederfinden, etwa unter dem Stichwort „Hooligans” oder „Scheidungsdrama”.

Konfliktmanagement spart Kohle!

„Konflikte? Sowas haben wir bei uns nicht! Ein bisschen Gegenwind müssen die Leute schon aushalten, wir sind hier schließlich kein Ponyhof!” In Unternehmen wird das Thema Konflikte sogar noch etwas stiefmütterlicher behandelt als im Privatleben. Klar, weil im Business nun mal unweigerlich Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, Interessen und Erfahrungen aufeinandertreffen. Aber das ist noch lange kein Grund, Konflikte deswegen als „notwendiges Übel“ anzusehen und die Sache unter den Teppich zu kehren! Was viele nämlich nicht wissen oder nicht wahrhaben wollen: Konflikte sind nicht bloß lästige Fliegen, die mehr nerven als schaden. Im Gegenteil: Konflikte kosten nicht nur Nerven, sondern vor allem auch Zeit und Geld. Die KPMG-Konfliktkostenstudie geht davon aus, dass etwa 10 bis 15 Prozent der Arbeitszeit für Konfliktbewältigung draufgehen und dass sich die Konfliktkosten damit auf mindestens 20 Prozent der gesamten Personalkosten beläuft. In der Regel bedeutet das eine Summe in sechs- bis siebenstelliger Höhe.

Und Führungskräfte? Die verbringen gut ein Drittel ihrer hochdotierten Arbeitszeit damit, Auseinandersetzungen zu schlichten und Konflikte irgendwie einzudämmen. Keine besonders schönen Aussichten, wenn Sie mich fragen. Doch nicht nur auf Grund des finanziellen Aspekts sollten Unternehmen das Thema Konfliktmanagement endlich auf die Agenda nehmen: Konflikte sorgen für permanente Reibung – und eine schlechte, von Misstrauen und Missgunst geprägte Arbeitsatmosphäre ist definitiv nicht der Geburtsort großartiger Ideen und Innovationen.

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Über den Autor

Christoph Maria Michalski

Unternehmer, Konfliktnavigator und Gesellschafter von Start-ups. Der seniorable Querdenker beschäftigt sich vor allem mit Fragen um die Entstehung und das richtige Handhaben von Konflikten. Dabei verbindet er in seinen Lösungsvorschlägen kreative Ansätze mit methodischer Vielfalt und technischer Präzision.

Zur Themenübersicht Persönliche und soziale Kompetenzen

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