Erfolgsfaktor Family Support bei der Auslandsentsendung

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„Schatz, wir gehen ins Ausland.” Dieser Satz ist oft der Einstieg in ein komplett neues Leben. Nicht nur für das arbeitende „Familienoberhaupt”, sondern vor allem für die begleitenden Partner und die Kinder. Immer mehr Unternehmen entsenden Mitarbeiter ins Ausland. Ein Trend, der sich durch die meisten Unternehmensbereiche zieht.

Der Mitarbeiter will sich weiterentwickeln, seinen Wert steigern und neue Bereiche kennenlernen. Oft ist der Auslandseinsatz auch eine weitere Stufe nach oben auf der Karriereleiter. Doch während sich für den Expatriate (Fachkraft, die vorübergehend an eine ausländische Zweigstelle entsandt wird, Kurzform Expat) mit klarem Arbeitsauftrag der Standort und Wirkungsbereich ändern, steht ebenfalls für die begleitende Familie eine komplette Umstellung bevor. Ob soziales Umfeld, Freunde und Familie, neue Positionierung in der Fremde, der für das Ausland unter Umständen aufgegebene Beruf, geliebte Freizeitbeschäftigungen oder Sportarten: Es gilt, alles neu zu entdecken, in einem neuen Kulturkreis und in einer neuen Sprache. Ein solch gravierender Wandel wirft viele Fragen auf.

  • Welche Kindergärten oder Schulen sind für unsere Kinder geeignet?
  • Nützt mir meine deutsche Fahrerlaubnis oder muss ich Fahrstunden nehmen?
  • Sind Milchprodukte erhältlich? Gibt es Babynahrung? Woher bekomme ich Windeln?
  • Wie ist das Thema medizinische Versorgung einzuschätzen?
  • Funktioniert das Internet?
  • Kann ich deutsche Programme empfangen?
  • Ist es mir möglich, meinen Sport weiter auszuüben?
  • Wie ist die Community vor Ort?
  • Kann mein Partner/meine Partnerin gegebenenfalls auch arbeiten?
  • Oder am wichtigsten Wo wohnen wir denn überhaupt?”

Zu banal? Keinesfalls! Jemanden fragen zu können und Antworten auf grundlegende Fragen des Alltags zu erhalten, sind typische Fragen an den Family Support.

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Erfolgsfaktor Family Support bei der Auslandsentsendung

Mitarbeiter auf die Entsendung vorzubereiten ist ein langer und kostspieliger Prozess. Vergessen Sie dabei nicht die Familie des Mitarbeiters, denn diese ist die häufigste Ursache für den Abbruch des Auslandseinsatzes. Family Support ist eine lohnende Investition. Sie gewährleisten damit, dass sich Ihr zu entsendender Mitarbeiter in Ruhe auf seine Rolle im Ausland vorbereiten kann und die Familie seine Leistungen vor Ort unterstützt.


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Diese persönliche Beratung ist entscheidend für ein gutes Gefühl vor einem Umzug ins Ausland. Expats und Familien ohne die Möglichkeit, einen Family Support nutzen zu können, fühlen sich im Ausland oft alleine gelassen und möglicherweise auch nicht verstanden. Das kann gerade in Ländern mit einer hohen Kommunikationsschwelle wie China recht schnell zu einer zähen Angelegenheit werden oder gar scheitern. Studien belegen es: 55% aller Absagen für internationale Einsätze sind auf die Bedenken bezüglich der Familie oder den mitreisenden Partner zurückzuführen. Auf der Liste der Abbruchgründe belegen „familiäre Gründe” den ersten Rang (Quelle: Brookfieldsgrs.com). Der Erfolg einer Entsendung liegt also maßgeblich mit in der Hand der (Ehe)Partner und mitreisenden Familien. Diese Erkenntnis macht effiziente Hilfsmaßnahmen bereits im Vorfeld und ebenfalls im Entsendungsland noch bedeutender.  Eine Maßnahme sind interkulturelle Trainings und gegebenenfalls Seminare zum Thema Sicherheit. International aufgestellte Unternehmen bereiten ihre Mitarbeiter und deren Lebenspartner so auf die Gegebenheiten vor Ort vor und bieten zusätzlich Unterstützung bei Sprachkursen an.

Ein Auslands-Personalmanagement, das sich ausschließlich mit den typischen Themen wie Arbeitsrecht, Steuerrecht, Währungsausgleich, Beschaffung von Visa und Arbeitsgenehmigungen auseinandersetzt, ist schon lange nicht mehr zeitgemäß und ausreichend. Zukunftsorientierte Unternehmen erkennen den Trend und schaffen für die besonderen Belastungen bei Auslandsentsendungen neue Ressourcen. Sie stellen das Wohlbefinden des Menschen in der neuen Heimat in den Mittelpunkt. Entsprechend investieren sie als weitere Maßnahme in ihr Personalteam und geben den Auslandsneulingen die Hilfe durch einen „Family Support-Mitarbeiter” an die Hand.

Family Support – Gut vorbereitet und mit einem guten Gefühl in die Fremde starten

Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf eine Urlaubsreise – die wertvollste Zeit des Jahres. Natürlich wollen Sie mehr über das Land wissen. Sie wollen die Kultur und die Menschen besser verstehen. So wie sich ein Reiseleiter im Ausland um das Wohlbefinden der Gäste touristischer Reiseunternehmen kümmert, ist der Family Support insbesondere für Fragen und Anliegen der Expatpartner da. Der Name bringt es bereits zum Ausdruck: Family Support bedeutet wörtlich übersetzt „Familien-Unterstützung”. Der Fokus wird dabei aktiv auf die die Spouse (Ehepartner, Partner, Begleitungen) ausgerichtet. Das erklärte Ziel hierbei ist es, für die Begleitung eine direkte Anlaufstelle anzubieten.

Der Family Support deckt ein großes Zeitfenster ab. Der erste Kontakt beginnt bereits zwei bis drei Monate vor der Entsendung.  Im Rahmen einer sogenannten „Look & See“-Reise stellen sich die zukünftigen Expatfamilien auf das Land ein. Während dieser Orientierungsreise lernen sie die Arbeitsstätte kennen, besuchen Kindergärten oder Bildungseinrichtungen, nehmen eventuell am Probeunterricht teil, suchen sich die passende Bleibe, organisieren ein Fahrzeug und den gesamten Umzug. Kurzum: Sie verschaffen sich einen ersten Eindruck von der neuen Heimat.

Hier steht der Family Support -meist ein „alter Hase” mit reichlich Erfahrungsschatz- zur Seite. Innerhalb eines persönlichen Treffens stellt er den Standort mit allen Besonderheiten vor und geht auf die wichtigsten und oft auch persönlichsten Fragen der Expats ein. So kann es auch vorkommen, dass man einen Termin im Shopping-Center ausmacht, weil die Spouse vor Versendung des Umzugscontainers mehr zum Thema Babybegleitung oder -ausstattung wissen möchte. Tipps und Lösungen weiterzugeben – dafür steht der Family Support, natürlich alles in der Muttersprache der Expats.

Weitere Aufgabenfelder des Family Supports

Neben dem Gefühl für die Kulturunterschiede und einem beträchtlichen Einfühlungsvermögen dafür, wie es Neuankömmlingen geht, steht Family Support für Erfahrungsaustausch – Kontakte knüpfen – Informationen sammeln und dokumentieren – Menschen verbinden und integrieren.

„Kennst du einen Physiotherapeuten?”, „Wer hat auch einen Hund mitgebracht?”

Fragen an den Family Support, die von ihm in der Community weitergeleitet werden. Richtig zuhören und damit zu wissen, wer mit welchen Fähigkeiten, Kenntnissen oder Erfahrungen unterstützen kann oder welche internationalen Expat-Clubs das Gefühl von Zusammengehörigkeit vermitteln, ist von zentraler Bedeutung.

„Was ist am Wochenende los?” – News und Informationen

Ob auf webbasierten Plattformen (z. B. Blogs, Intranets) oder im social network: Informationen zu örtlichen Veranstaltungen, Ausflugsmöglichkeiten, Neuigkeiten oder auch Jobangeboten zu sammeln und diese mit der Expat-Community zu teilen, bringt den Familien die neue Heimat Stück für Stück näher.

„Wer wohnt in unserer Nähe?”

Paten-Familien für Neulinge finden (Family Volunteering Program), Gleichgesinnte zusammenbringen oder regelmäßige Stammtische und Veranstaltungen organisieren – das sind weitere Betätigungsfelder vom Family Support.

Fazit:
Schon in der Zeit vor der Entsendung wird der Expat tatkräftig entlastet und kann sich vollkommen auf seinen neuen Job einstellen. Der Family Support steht für gezielte Informationen im Vorfeld, praxistaugliche Unterstützung vor Ort und sehr viel mehr Heimatgefühl in der Fremde.

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Über den Autor

ist Dipl.-Betriebswirtin (BA), Trainer und NLP-Master (DVNLP). Ab 1997 sammelte sie Berufserfahrung im Vertrieb namhafter Touristik- und Versicherungskonzerne. Seit 2008 ist Claudia Liersch freiberuflich als Trainerin tätig. Sie verfügt über 5 Jahre Auslandserfahrung (u. a. als Angestellte im Expat-Management eines Automobilherstellers in Shenyang/China).

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