Hybrides Projektmanagement: das Beste aus agil und klassisch

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Suchen Sie sich aus allem das Beste aus: So funktioniert Hybrides Projektmanagement

Aus der Methode des klassischen Projektmanagements ist die klare Aufteilung in Projektleiter, Project Management Office, einzelne Teamleiter sowie Mitarbeiter bekannt. Das Ziel und die einzelnen Schritte dorthin sind von Anfang an klar festgelegt. Das heißt, es gibt einen exakt definierten Plan. Wer einen Plan hat, kann sicher auf das Ziel zuschreiten. Das ist schon richtig. Manchmal ist es jedoch notwendig, flexibel reagieren zu können. Aber warum eigentlich nicht Beides? Machen Sie einen Plan UND bleiben Sie flexibel – mit dem hybriden Projektmanagement.

Was ist hybrides Projektmanagement?

Unter dem hybriden Projektmanagement wird eine Kombination unterschiedlicher Projektmanagement-Methoden oder die Verwendung einzelner Elemente von verschiedenen Ansätzen verstanden. Deutlich wird das, wenn der Begriff „Hybrid“ näher betrachtet wird: Darunter ist eine Kombination oder Vermischung aus etwas zu verstehen.

  • In der Automobilindustrie bezeichnen Hybrid-Systeme z. B. eine Kombination aus Benzin- und Elektromotor.
  • Eine Hybridsoftware ist eine Software, die auf unterschiedlichen Betriebssystemen läuft.
  • Hybriduhren besitzen sowohl eine analoge als auch eine digitale Zeitanzeige.

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Agiles Projektmanagement - Basics

Die Vorteile agiler Methoden in Projekten sind die Nähe zum Kunden, das direkte und schnelle Feedback, die schrittweise Umsetzung von Anforderungen, der spür- und sichtbare Projektfortschritt und die Flexibilität. Dazu bedient man sich spezieller Techniken, agiler Werte und Prinzipien. Dieses Blended Learning unterstützt Sie optimal – es ist sehr praxisnah, spielerisch und nah an der realen Projektwelt.


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Auf das Projektmanagement (PM) übertragen, bezeichnet das hybride Projektmanagement eine Kombination folgender PM-Methoden:

  • Klassisches Projektmanagement
  • Agiles Projektmanagement

Kurzer Exkurs: Was ist klassisch und was ist agil?

In der klassischen Form gibt es einen Projektmanager, der die Aufgaben am Anfang des Projekts festlegt. Er ist verantwortlich für den Erfolg des Projekts, d. h. dafür, dass alle Aufgaben zu den vorab kalkulierten Kosten termingerecht abgeschlossen sind.

Beim agilen Projektmanagement gibt es einen Product Owner, der die Termine und Kosten von Anfang an festlegt. Die Anforderungen an das Projekt sowie die einzelnen dafür erforderlichen Arbeitsschritte werden im Verlauf des Projekts gemeinsam mit dem Auftraggeber entwickelt. Der Product Owner treibt das Projekt voran. Dabei steht für ihn die Schaffung eines möglichst großen Wertes für die Stakeholder im Vordergrund.

Warum ist eine Kombination sinnvoll?

Wendet ein Unternehmen das hybride Projektmanagement an, dann finden sich in der Praxis oft die klassischen Methoden ergänzt durch agile Ansätze. Einzelne Vorgänge eines Projekts werden dann zum Beispiel agil nach Scrum durchgeführt. Grund des Einsatzes der agilen Techniken ist meist, vermeintliche Schwächen des klassischen Projektmanagements zu umgehen. Der Nutzen des agilen Projektmanagements liegt dabei insbesondere in folgenden Aspekten:

  • Die Mitarbeiter sollen sich selbst organisieren und damit weniger überlastet sein.
  • Es gibt sowohl Eigen- als auch Teamverantwortung. Wer für was verantwortlich ist, ist jedoch ganz klar definiert.
  • Das Team hat gemeinsame Werte und Prinzipien.
  • Im Vordergrund steht eine iterative Arbeitsweise. Dabei wird zunächst eine vorläufige Version oder ein Prototyp entworfen, für welchen sich das Team ein Feedback einholt. Unter Einbindung des Feedbacks entsteht eine Nachfolgeversion. Es werden so viele Feedback- und Nachbesserungsschleifen wiederholt, bis der Auftraggeber mit dem Ergebnis zufrieden ist.
  • Das Team muss auf den Input des Auftraggebers reagieren, was eine besonders flexible Arbeitsweise voraussetzt beziehungsweise überhaupt erst ermöglicht.

Warum überhaupt Projektmanagement?

Wir leben in einer Zeit, in der immer wieder neue Medien und Technologien auf den Markt kommen – und das in immer kürzeren Abständen. Auf Unternehmen und deren Mitarbeiter kommt damit eine zunehmend größere Herausforderung zu. Sie müssen schnell sowie flexibel reagieren und sich den ständig veränderten Marktbedingungen anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es kommen innovative und komplexe Aufgaben auf die Unternehmen zu, an deren Bewältigung Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten müssen. Am Erfolg eines Projekts ist ein Team aus mehreren Mitarbeitern beteiligt, das sich und die Bewältigung der Aufgabe organisieren muss. Das erfolgt über ein strukturiertes PM mit folgenden Vorteilen und Funktionen:

  • Bestmögliche Qualität erreichen
  • Für einen termingerechten Abschluss des Projekts sorgen
  • Orientierung an den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden durch gezielte Rücksprache mit dem Auftraggeber
  • Effektive Zusammenarbeit im Team
  • Geringere Projektkosten
  • Strukturiertes Vorgehen und dadurch frühes Erkennen von Planabweichungen
  • Standards einhalten (zum Beispiel in Bezug auf Sicherheit oder Dokumentation)

Wer die Zukunft seines Unternehmens sichern möchte, muss sich stets an neue Bedingungen anpassen. Auch in diesem Zusammenhang spielt das Projektmanagement eine entscheidende Rolle: Mit einem professionellen PM gelingt es, Veränderungen strukturiert umzusetzen und damit die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blogbeitrag „Zukunftsfähigkeit: Schlüsselkompetenz Projektmanagement“.

Welche Rollen gibt es im hybriden Projektmanagement?

Das hybride Projektmanagement ist eine Kombination aus agil und klassisch. In der Praxis können daher alle Rollen vertreten sein, die es in diesen beiden Projektmanagement-Methoden auch gibt.

  • Aus dem klassischen PM:
    Projekt Sponsor: Beauftragt ein Projekt, sitzt im Lenkungsausschuss und kann Entscheidungen treffen
  • Projektleiter: Steht im direkten Kontakt mit den Stakeholdern und kümmert sich um deren Anliegen, ist mit der Planung sowie Steuerung des Projekts beauftragt
  • Teammitglieder: Sind für die Umsetzung verantwortlich und behalten dabei die Zeit im Blick

Aus dem agilen PM:

  • Product Owner: Kümmert sich um die Stakeholder und ist Ansprechpartner für die Teammitglieder
  • Scrum Master: Sorgt dafür, dass das Team alles hat, was es für eine effiziente Arbeitsweise benötigt
  • Teammitglieder: Übernehmen eigenverantwortlich Aufgaben, melden die Fertigstellung von Aufgaben, reporten über den Verlauf und den jeweils aktuellen Stand

Beispiele hybrider Vorgehensweisen

Wie bereits erwähnt, wird unter hybridem Projektmanagement in der Regel eine Kombination aus den Methoden klassisch und agil verstanden. Das kann dann in der Praxis beispielsweise so aussehen:

  • Innerhalb eines Unternehmens wird in der Entwicklung nach agilen Methoden wie Scrum, Kanban oder Extreme Programming gearbeitet, während die Bereiche Controlling, Vertrieb oder Marketing nach den klassischen Methoden verfahren.
  • Die Teammitglieder sowie der Projektmanager auf der operativen Ebene arbeiten nach dem agilen Projektmanagement.
  • Lenkungsausschüsse und Programm Management auf der Entscheidungsebene bleiben beim klassischen Projektmanagement.

That’s it: So funktioniert hybrides Projektmanagement

Hybrides Projektmanagement nutzt die Vorteile unterschiedlicher Projektmanagement-Methoden. Es greift einzelne Elemente verschiedener Ansätze heraus und wendet diese flexibel an – mit dem Ziel, den spezifischen Anforderungen einer Branche oder eines Projekts zu genügen.

Mit entsprechend geschulten Mitarbeitern fällt Ihnen die Anwendung des hybriden Projektmanagements leichter und der Projekterfolg stellt sich schneller ein.

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Über den Autor

PMP, Produktmanager für den Themenbereich Projekt-, Prozess- und Change Management bei der Haufe Akademie.

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