Herausforderung Mittelstandsfinanzierung

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Im Fahrwasser der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise bestimmen Staatskrisen und besorgniserregende Defizite sowie Finanzmärkte zwischen Euphorie und Verunsicherung die Nachrichtenlage. Zugleich führen die Erfahrungen der letzten Jahre zu einer Verschiebung von Einschätzungen und Handlungsoptionen im Spannungsfeld zwischen Risiko, Bonität und Ertrag – und dies bei Banken, Investoren, Kunden und Lieferanten gleichermaßen.

Liquidität heißt das alte, neue Zauberwort. Entlang der Wertschöpfungskette stehen sich Lieferanten wie Kunden gegenüber, die zunehmend eins im Sinn haben: Working Capital reduzieren und eine möglichst hohe Innenfinanzierung generieren. Cash ist King. Denn schließlich geht es ums Ganze: Bonität, Kreditfähigkeit, Außenfinanzierungskraft. Der Kapitalmarkt der Begehrlichkeiten ist heiß umkämpft. Wer es sich wert ist, achtet auf Fitness. Dann klappt’s auch mit Banken und Investoren. Theoretisch, denn der Markt ist enger geworden.

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Seit dem Jahr 2000 hat sich die Anzahl deutscher Kreditinstitute von einst 2.912 um 44 % verringert. Als Alternative wurde 2010 das Segment der Mittelstandsanleihe aus der Taufe gehoben, über das sich mehr als 120 Unternehmen Fremdkapital im Milliardenbereich beschafften. Doch seit zwei Jahren herrscht auch hier Katerstimmung. Krisen, Ausfälle und Klagen häufen sich. Aus der erhofften Trendwende ist zumindest 2014 nichts geworden. Acht Emittenten von Mittelstandsemissionen meldeten Insolvenz an, einer weniger als im Vorjahr 2013. Marktteilnehmer gehen zunehmend in Deckung. Gemäß „Mittelstandsanleihe-Report“ der Corporate-Finance-Beratung Blättchen & Partner sank die Anzahl der Neuemissionen von 39 auf 13, das Emissionsvolumen ging von 1,97 Milliarden auf 715 Millionen zurück. Mit der Börse Stuttgart hat sich der erste Handelsplatz aus dem Segment zurückgezogen. Unternehmen mit guter Bonität wie die Dürr AG aus Bietigheim-Bissingen lösten ihre Mittelstandsanleihen vorzeitig ab, um sich an den solideren Bondmärkten zu finanzieren.

Und es könnte noch dicker kommen. Denn ab 2015 rollt eine Refinanzierungswelle mit insgesamt 147 Anleihen und einem Gesamtvolumen von knapp 6,9 Milliarden Euro auf den Markt, die bis 2019 refinanziert werden müssen. Allein in diesem Jahr werden 11 Papiere fällig, das Dreifache im kommenden Jahr.

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Was heißt das nun? Zurück zur klassischen Mittelstandsfinanzierung per Kredit? Doch auch hier gilt: There is no free lunch. Denn Banken fahren bei der Kreditvergabe einen zunehmend restriktiven Kurs. Das bedeutet, höhere Anforderungen an Bonität, Risikovergütung und Sicherheiten, die viele Unternehmen nicht immer oder nicht ausreichend erfüllen können oder die im Falle von Sicherheiten nicht im erforderlichen Maße vorhanden sind. Zudem benötigen Unternehmen einen möglichst breiten Zugang zu unterschiedlichen Finanzierungsformen. Dazu gehört nach wie vor der klassische Bankkredit, insbesondere für den kurzfristigen Working Capital Bereich, sprich die flexible, Schwankungen ausgleichende Betriebsmittelfinanzierung. Langfristige Kapitalmarktprodukte sind hier weniger geeignet, erfüllen jedoch anderweitig ihre Bestimmung. Auf den Mix kommt es an. Und auf die Kreditfähigkeit des Kreditnehmers. „Know your customer“ lernt der Kundenbetreuer von Kindesbeinen an.

„Know your banker“ ist eine ebenso wichtige Lehre. Denn Bank ist nicht gleich Bank. Auf den richtigen Partner kommt es an. Man sieht sich mehrmals im Leben. Unternehmensfinanzierung ist Tagesgeschäft und keine Angelegenheit, die nur alle Jubeljahre stattfindet. Umso mehr gilt es, diesen unverzichtbaren Teil des Finanzmanagements effizient und effektiv zu gestalten und die eigene Kreditfähigkeit regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen.

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Über den Autor

Bankkauffrau, MBA. 20 Jahre kaufmännische Berufserfahrung bei Banken und in der Industrie, zuletzt als Finanzvorstand. Seit 2011 selbstständig als Finanz-Coach und Trainerin. Schwerpunkte: Working Capital Management, Finanzkommunikation, Krise und Risiko, Unternehmensanalyse, Bank- und Kapitalmarkttransaktionen.

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