Warum Umweltrecht für Führungskräfte herausfordernd ist

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Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehören heute mit zu den wichtigsten Themen für Unternehmen. Denn viele der damit verbundenen Maßnahmen haben direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit und die Unternehmensentwicklung. Führungskräfte stehen dabei vor großen Herausforderungen. Sie müssen unterschiedliche Anforderungen im Umweltrecht berücksichtigen. Wir geben einen kurzen Überblick über die wichtigsten Rechtsgebiete.

Umweltrecht betrifft jedes Unternehmen

In den letzten Jahren sind umweltrechtliche Vorgaben für Firmen immer komplexer geworden. Ein Grund dafür ist vor allem das Ziel Deutschlands, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Doch darüber hinaus wurden mit steigendem Umweltbewusstsein sukzessive rechtliche Vorgaben verschärft. Aufgrund der Breite der Themen muss heute jedes Unternehmen Verantwortung übernehmen. Eine wichtige Aufgabe kommt hierbei Führungskräften zu. Sie müssen die relevanten umweltrechtlichen Regeln kennen und für deren Einhaltung sorgen. Ansonsten drohen Bußgelder oder bei entsprechender Öffentlichkeit auch Imageschäden. Schwere Umweltschutzverstöße können außerdem strafrechtlich nach dem Umweltstrafrecht verfolgt werden.

Diese 5 Bereiche müssen Führungskräfte beim Umweltrecht im Blick behalten

Umweltrecht betrifft jedes Unternehmen. Hier ein kurzer Überblick:

  1.  Immissionsschutzrecht
    Das Immissionsschutzrecht betrifft sehr viele Bereiche. So zählt nicht nur der Ausstoß von Abgasen zu Emissionen, sondern auch Licht, Wärme oder Geräusche. Überschreiten diese einen bestimmten Grenzwert, kann das ernsthafte Konsequenzen für die Umwelt haben. Demnach sollten Führungskräfte nicht nur die Vorgaben für Geräuschemissionen oder Abgaswerte kennen, sondern auch entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten, um diese einzuhalten. Die Konsequenzen, die sich aus dem Immissionsschutzrecht ergeben, können viele Bereiche betreffen. Führungskräfte müssen Antworten auf Fragen wie diese finden: Soll die Firmenwagenflotte auf elektrische Antriebe umgestellt werden? Sollen die Räumlichkeiten des Unternehmens wärmegedämmt werden? Wie lässt sich die Geräuschbelastung reduzieren?
  2. Bodenschutzrecht
    Beim Bodenschutz spielen weitere Rechtsgebiete wie das Stoffrecht, das Abfallrecht sowie das Anlagenrecht der EU eine wichtige Rolle. Zusätzlich gibt es auf Bundesebene gültige Vorschriften für den Bodenschutz. Hier greifen die Bundes-Bodenschutzverordnung sowie das Bundes-Bodenschutzgesetz. Zusätzlich können Bundesländer individuelle Regelungen vorgeben. Auf Führungskräfte kommt somit eine große Aufgabe zu, um all die unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen zu berücksichtigen. Konkret müssen Führungskräfte z.B. prüfen lassen, ob auf dem ausgewählten Grund eine Produktionsanlage gebaut werden kann.
  3. Klimaschutzrecht
    Dieses Rechtsgebiet überschneidet sich in Teilen mit dem Emissionsschutzrecht, und zwar auf der Ebene der Energieerzeugung. Führungskräfte müssen hier nicht nur die Einhaltung geltender Vorschriften wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder der Biomasseverordnung im Blick haben. Auf internationaler Ebene kann z.B. der Emissionshandel für produzierende Unternehmen von großer Bedeutung sein.
  4. Gewässerschutzrecht
    Der Schutz von Gewässern ist im Baugewerbe sowie bei jedem Neubau von Unternehmen wichtig. Das gilt auch, wenn moderne Heizsysteme wie Wasser-Wasser-Wärmepumpen oder Wärmepumpen mit Erdsonden zum Einsatz kommen. Relevant wird der Wasserschutz zudem bei der Behandlung von Abwasser, das bei der Produktion oder bei der Reinigung entsteht. Zuwiderhandlungen gegen geltende Gesetze können hohe Kosten für Unternehmen verursachen. Führungskräfte müssen sicherstellen, dass Abwässer regelkonform entsorgt werden.
  5. Abfallrecht
    Wie werden Abfälle entsorgt? Welche Abfälle entstehen überhaupt? Wie lässt sich Müll vermeiden? Diese und andere Fragen müssen Führungskräfte beantworten, wenn es um das Abfallrecht geht. Die Grundlage bilden unterschiedliche Richtlinien, welche die Behandlung von Abfällen regeln. Für viele Unternehmen sind auch die Richtlinien zur Rücknahme von Altgeräten oder die Vorgaben zur Entsorgung von Akkus relevant.

Wichtig ist, dass Führungskräfte nicht nur die entsprechenden Rechtsgebiete kennen, sondern auch für Rückfragen von Mitarbeitenden, Kund:innen oder anderen Stakeholder:innen zur Verfügung stehen.

Komplexe Themen erfordern fundiertes Wissen

Auch wenn das Umweltrecht mit seinen Teilgebieten noch vergleichsweise jung ist, hat es gerade in Zeiten von Klimawandel und Klimaschutz große Bedeutung für Unternehmen. Führungskräfte sind hier einmal mehr gefragt. Sie stellen nicht nur die Einhaltung geltender Vorschriften sicher, sondern sind selbst Vorbilder in wichtigen umweltrechtlichen Fragestellungen. Für ihre Arbeit benötigen sie umfassendes Fachwissen, das sie mit Hilfe von Weiterbildungen wie dem Seminar „Nachhaltigkeit rechtssicher in der Unternehmensführung verankern“ der Haufe Akademie erwerben können.

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Online-Redaktion

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