Herausforderungen im Job meistern – Mut hilft!

Was macht Menschen beruflich wirklich erfolgreich? Warum gewinnt der eine Mitarbeiter ständig neue Kunden und kann in Projekten überzeugen, während der andere – obwohl mit der gleichen Leidenschaft dabei – sich immer wieder die Zähne ausbeißt? Eine Erkenntnis möchte ich gerne teilen: es lohnt sich, mutiger zu sein! Gerade in Situationen, die herausfordern, ist es wichtig innezuhalten, vorgegebene Schemata über Bord zu werfen, auf die eigenen Talente zu vertrauen und sich mit Zuversicht und Selbstvertrauen der Herausforderung zu stellen.

Doch wie kommt man zu diesen Stärken? Ich bin davon überzeugt: Wie so oft, trägt man sie bereits in sich. Wir haben alle so viele verschiedene Talente, doch meist ist uns nur ein Bruchteil davon bewusst. Was mir dabei hilft, sie gezielt(er) einzusetzen, möchte ich hier gern mit Ihnen teilen.

Mutig sein: Meine Talente machen mich erfolgreich!

Diese Situation war ein Schlüsselmoment für mich: Ich leitete das erste Mal als Hauptmoderatorin einen Kick-off-Workshop – eine spannende Aufgabe. Mein Gegenüber, die Chefin eines süddeutschen mittelständischen Industrie-Unternehmens, durchkreuzte gleich vom Start weg Start meine Planung: Auf meine freundliche Begrüßung zum Workshop lehnte sie sich zurück, verschränkte ihre Arme, sah mich fordernd an und meint: „Wie Workshop? Wir wollen Sie checken!“ Es war mir sofort klar: Wenn ich die Zusammenarbeit für alle zum Erfolg führen möchte, bin ich gefordert, mutig zu sein.

Von asiatischen Kampfkünsten lernen – Bei Provokationen neue Wege finden

Soll ich mich nun erklären? Oder etwa zum provokativen Gegenschlag ausholen? Das wäre sicherlich schiefgegangen. Angriff oder Rückzug geht selten gut. Welcher Weg funktioniert also? Ich atmete tief durch und besann mich: Aus meinem Aikido Training (Aikido = japanische Kampfkunst, wörtl. übersetzt: Weg zur Harmonisierung der Energien) erinnerte ich mich an den Weg, der mich zu diesem Erfolg führte, und schöpfte daraus Zuversicht und Selbstbewusstsein. Tatsächlich entstand mir nun ein neuer Gedanke und ein neuer Weg tat sich auf: Das hier war ähnlich wie in der Angriffssituation im Aikido – ich musste reagieren, und zwar schnell und souverän. Es ging darum, den Hebel zu finden, über den wir miteinander in Kontakt kommen konnten. Denn für mich bedeutet Aikido im Grunde Kommunikation, nicht Kampf. Und genau darum ging es hier: Kommunikation herstellen trotz Hindernis. Wenn mein Gegenüber mich also unter Druck zu setzen scheint, muss ich überlegen: Wo bin ich noch beweglich, was sind meine Möglichkeiten? Welche Optionen kann ich nutzen?

Augenhöhe: Wenn der Deckel zum Topf passt …

Für mich war klar: Ich muss mutig sein und zugleich flexibel, offen und achtsam bleiben und das Ganze sportlich sehen. Ich will mich auf ihren Kommentar und das Anliegen dahinter einlassen, gleichzeitig auf Augenhöhe bleiben und einen neuen Weg gehen, fernab von Angriff oder Rückzug! So fragte ich vorsichtig nach: „Wenn das so ist, dass Sie mich checken wollen: Wann würden Sie sagen, dass dieser Check erfolgreich war?“ Sie entgegnete prompt: „Wenn der Deckel zum Topf passt!“ Damit lieferte sie mir ein Bild, eine Spur, einen Weg. Dieser musste ich nun folgen – dann tun sich erfahrungsgemäß wieder neue Möglichkeiten auf – und so erwiderte ich: „Woran erkennen Sie, dass der Topf zum Deckel passt?“

Das mutige Erfolgserlebnis

Und siehe da – was proaktive Kommunikation auf Augenhöhe alles bewirken kann: Als hätte ich einen magischen Hebel gefunden, sprudelte die zuvor kritisch wirkende Firmenchefin los und erzählte von ihren Schmerzpunkten und dem Bedarf, den ihre Firma an unser Führungskräfte-Programm stellt. Offen berichtete sie von all dem, was für meine Arbeit als Beraterin Gold wert ist. Es war der Start eines vertrauensvollen und konstruktiven Gesprächs. Und von da an lief es: Das Eis war gebrochen, wir waren schon mittendrin im Kickoff-Workshop und dem Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit!

Auf individuelle Stärken und die Persönlichkeit kommt es an: Jeder ist mehr als sein CV!

Auch im weiteren Verlauf half mir wieder eines meiner Hobbys: Als Saxophon-Solistin in verschiedenen Jazz-Bands habe ich sowohl Improvisations- als auch Bühnenerfahrung. Improvisation dient mir als Technik für spontane, nicht planbare Fragen und Bühnenpräsenz für die Leitungsrolle, beides unterstützt die Moderation maßgeblich.

Kontrolle nein, Leitung ja: Was Jazz und Beratung gemeinsam haben

Mir war klar: Meine Gesprächspartnerin will die Kontrolle nicht abgeben, doch die Leitung kann ich als Beraterin nicht aus der Hand geben. So wechselten wir uns ab, wie im Jazz: Mal macht der eine das Solo, mal der andere – doch es gibt immer einen Band-Leader, der den Takt vorgibt, im Notfall einspringt und das Ensemble dirigiert. Diese Rolle nahm ich ein und mein Gegenüber akzeptierte dies im Verlauf sogar wohlwollend. Insgesamt gestaltete sich dieses Zusammenspiel sehr erfolgreich trotz holprigem Start. Die Vision unserer Arbeit hier bei der Haufe Akademie, Entwicklung erleichtern, ist eben manchmal nicht leicht. Aber immer möglich.

Meine Learnings:

  • Das hat mir geholfen:
    Mich auf meine individuellen Stärken zu besinnen, mich mutig und zuversichtlich auf mein Gegenüber einzulassen.
  • Das hat es bewirkt:
    Ein konstruktives Miteinander, bei dem der Knoten geplatzt ist. Letztendlich führte die herausfordernde Situation zum Erfolg für alle!
  • Das habe ich gelernt:
    Ich muss mich nicht hinter einer Fassade verstecken und kann auf mich vertrauen. Als Consultant ist es nicht meine Aufgabe, immer die perfekte Lösung parat haben, aber ich sollte bereit, offen und kompetent sein, sie zu entwickeln. Wenn ich mein Vorgehen an den Bedürfnissen und Wünschen meines Gegenübers ausrichte und den Mut habe, zu meinen manchmal ungewöhnlichen Einfällen und Impulsen zu stehen, ist die Chance auf gemeinsamen Erfolg viel größer. Und Zuversicht und Empathie helfen hierbei ungemein.

Überrasche dich selbst: Talente sinnvoll einsetzen

Ich erkenne immer mehr, dass viele der Fähigkeiten, die die Arbeit als Haufe Akademie Consultant fordert, schon lange in mir schlummern. Mein konzeptionelles Denken war mir schon in meiner Doktorarbeit eine große Hilfe. Und die Tatsache, dass ich ein kreativer Kopf bin, der gern nach neuen, besseren Wegen sucht und Spaß daran hat, immer wieder neue Synergien zu finden, kommt mir und anderen hier wertschöpfend zu Gute.

Mut hilft – auch beim Lebensweg: Wichtige Entscheidungen mit Zuversicht treffen

All das bestätigt mir die Entscheidung, als Theologin den Weg aus der Universität und den Sprung in die Wirtschaft gewagt zu haben. Auch das erforderte Überwindung und einen Blick über den Tellerrand. Auch damals war mir klar, dass ich einen neuen Weg gehen muss. Wie richtig dieser Weg für mich ist, bestätigt sich in meinem jetzigen Consulting-Alltag immer wieder: Der direkte Kontakt mit Menschen ist mir sehr wichtig und letztendlich habe ich weder meine starke Werteorientierung – an Authentizität, Respekt, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit – noch meine Sinnmotivation aufgegeben: Ich möchte andere Menschen unterstützen, ihnen mit meinen Talenten helfen, dass sie es leichter haben und für sich stimmig ihre Potentiale entfalten können.

Das kann ich nun, indem ich Menschen bei ihrer Entwicklung unterstütze, Führungskräfte zum Beispiel darin begleite, wertschätzend zu kommunizieren – das führt bei allen Beteiligten zu mehr Zufriedenheit und Erfolg. Und die Erleichterung über den gelungenen Kickoff-Workshop und mittlerweile das erste Jahr im erfolgreichen Führungskräfteentwicklungsprogramm wie dies bei den Führungskräften und Mitarbeitern der oben erwähnten Firma der Fall war, ist mir Sinn, Freude und Motivation zugleich. Dabei brachte mir diese herausfordernde Kundensituation meine Werteorientierung und auch die Wichtigkeit von Mut und Authentizität wieder deutlich in Erinnerung.

Meine Learnings und Tipps für Sie:

  1. Bleiben Sie auf Augenhöhe – dann tun sich neue Wege auf!
    Angriff oder Rückzug ist selten eine Lösung: In herausfordernden Situationen hilft es, die eigene Haltung ins Positive zu lenken, anstatt möglichen, negativen Emotionen ungefiltert Ausdruck zu verleihen: Atmen Sie tief durch und suchen Sie Reaktionen, die Ihrer Kompetenz Ausdruck verleihen und das Gegenüber zurück in die Kommunikation bringt.
  2. Talente aus anderen Lebensbereichen übertragen:
    Schöpfen Sie aus Ihrem gesamten Erfahrungsschatz!
    Besonders in kniffligen Situationen kann es hilfreich sein, Querverbindungen aus anderen erfolgreichen Lebensbereichen – wie Hobbies – herzustellen und bewährte Reaktionen abzuleiten.
  3. Zurück zu Ihren Werten: Bleiben Sie, wer Sie sind!
    Welche Werte sind Ihnen persönlich und Ihrem Unternehmen wichtig? Sich hierauf zu besinnen und diese Werte bewusst in die eigene Haltung zu integrieren, verleiht Ruhe und Authentizität. Kombiniert mit Professionalität, gewährleistet dies, dass Sie sich selbst treu sind – nur dann kann der Funke überspringen.
  4. (Selbst-)Vertrauen: Rückhalt von Chef und Team bringt Sicherheit
    Rückhalt im eigenen Team sowie von Vorgesetzten verschafft die nötige Sicherheit, um selbst, wenn’s brenzlig wird, souverän reagieren zu können. Gleichzeitig hilft ehrliches Feedback, an Schwächen zu arbeiten und von den Stärken anderer zu lernen.
  5. Aktives Zuhören: Empathie als Lösungsansatz
    Hören Sie Ihrem Gegenüber genau zu. Im gemeinsamen und aufmerksamen Gespräch lassen sich Lösungen finden, die im Alleingang niemals entstehen würden. Durch Empathie und Zuhören gewinnen Sie wertvolle Informationen und Ihr Gegenüber fühlt sich ernst genommen und wertgeschätzt.
  6. Nicht länger einschüchtern lassen: Denken Sie mutig in Möglichkeiten
    Jede Hürde bietet auch eine Chance – man muss sie nur entdecken und ergreifen. Mit der nötigen Portion Mut, Respekt und Zuversicht können Sie den Sprung zurück ins Miteinander schaffen, auch und besonders dann, wenn Ihr Gegenüber Sie eigentlich auf dem Prüfstand hat.

Die Zusammenarbeit bei dem beschriebenen Kickoff-Workshop war für mich sehr inspirierend. Und so hoffe ich, dass meine Learnings und Tipps auch Ihnen weiterhelfen.

2 Kommentare zu “Herausforderungen im Job meistern – Mut hilft!

  1. helga karsten says:

    Noch ein wichtiger Tipp: Keine Angst vor den Fehlern zu haben! Immer wieder hört man, dass Fehler einen Rückschritt auf der Karriereleiter bedeuten und dass sie tunlichst vermieden sollten. Wahr ist aber oft das genaue Gegenteil. Natürlich sollen Sie nicht jeden Tag von einem Fehler zum nächsten stolpern. Aber ohne den ein oder anderen Fehltritt wird oft nur auf der Stelle getreten.

    Aus einem Fehler lässt sich hingegen viel lernen und in Zukunft besser machen. Werden Sie daher nicht übervorsichtig, sondern bleiben Sie bereit, das ein oder andere Risiko einzugehen. Manchmal hilft nur der Schritt aus der Komfortzone heraus.

  2. Liebe Helga Karsten, danke dafür, dass Sie Ihre Erfahrungen und Tipps mit uns und unseren Lesern teilen. Für die Haufe Akademie gesprochen, im Sinne unserer Unternehmenskultur, stimmen wir Ihnen rundherum zu: Ja, aus Fehlern kann man lernen, sollte man sogar! Stichwort: Ohne eine konstruktive Fehlerkultur geht’s nicht ! Und auch für mich persönlich ist es immer hilfreich zu überlegen, warum mir welche Fehler passieren, wie sehr sie ins Gewicht fallen und welche Konsequenzen ich also daraus ziehen möchte. Dazu gehört, sie mutig einzugestehen,; nicht jeden Fehler gleich als Weltuntergang anzusehen und zu akzeptieren, dass gerade wenn man Neues will, Fehler passieren werden. Wobei wir dann wieder bei der Fehlerkultur sind 😊 Ihnen jedenfalls gutes Gelingen bei Ihren Schritten innerhalb und außerhalb Ihrer Komfortzone!
    Ihre Kerstin Schreck

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