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Kategorien: Rechnungswesen

Bonitätsprüfung

Eine Bonitätsprüfung zielt darauf ab, die Kreditwürdigkeit von potenziellen Vertragspartnern zu ermitteln. Damit lässt sich einschätzen, ob der Vertragspartner in der Lage ist, zukünftig anfallende Rechnungen zu begleichen bzw. einen Kredit abzubezahlen.

Definition: Was ist eine Bonitätsprüfung?

Bonität bedeutet Kreditwürdigkeit bzw. Zahlungsfähigkeit einer Privatperson oder eines Unternehmens. Bei einer Bonitätsprüfung werden also die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit von Unternehmen oder Privatpersonen geprüft. Dabei wird nicht nur die Zahlungsfähigkeit berücksichtigt, sondern auch der Zahlungswille und die Zahlungsmoral in der Vergangenheit. Die Bonität wird unter anderem durch die Höhe der Einkünfte beeinflusst. Auch regelmäßige Ausgaben haben Einfluss auf die Bonität.

Das Ergebnis einer Bonitätsprüfung ist der sogenannte Bonitätsindex. Eine weitere Bezeichnung für die Bewertung der Bonität ist der Score. Je besser die Bonität einer Firma oder einer Privatperson eingeschätzt wird, desto günstigere Konditionen kann sie für einen Kredit bekommen.

Gesetzliche Grundlagen für die Bonitätsprüfung sind §18 Kreditwesengesetz (KWG) und § 31 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Bei der Bonitätsprüfung werden verschiedene Faktoren herangezogen: persönliche, rechtliche und wirtschaftliche Verhältnisse.

Wozu dient die Bonitätsprüfung?

Die Bonitätsprüfung kommt insbesondere zum Einsatz:

  • bei Kreditanfragen und
  • bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit von Geschäftspartnern oder Kunden

Ziel ist es, festzustellen, wie wahrscheinlich eine Person oder ein Unternehmen ihre/seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen kann.

Außerdem kann man als Unternehmen eine Bonitätsprüfung durchführen lassen (Selbstauskunft), um die Attraktivität gegenüber Geschäftspartnern zu erhöhen. Das Ergebnis der Selbstauskunft kann zum Beispiel auf der Firmen-Website veröffentlicht werden.

Wer einen Firmenkredit aufnehmen möchte, muss die Kosten für die Bonitätsprüfung selbst tragen. Die Bonitätsprüfung ist jeweils von der Person oder der Firma zu bezahlen, welche die Prüfung der Kreditwürdigkeit beantragt.

Was ist der Score-Wert?

Die Stelle, welche die Bonitätsprüfung vornimmt, ermittelt einen sogenannten Score-Wert. Dieser dient als Prognose für das künftige Zahlungsverhalten einer Person oder eines Unternehmens. Der Score-Wert ergibt sich aus den gesammelten Daten, zum Beispiel aus dem bisherigen Zahlungsverhalten und den regelmäßigen Einnahmen. Bei Unternehmen werden außerdem Kennzahlen aus den Bilanzen und Jahresabschlüssen berücksichtigt, wie zum Beispiel Gewinne und Verluste.

Darüber hinaus gibt es mathematisch-statistische Verfahren der Bonitätseinschätzung, um Zahlungsausfallrisiken zu bestimmen. Hierbei werden Kennzahlen wie zum Beispiel die Rentabilität, die Liquidität und der Verschuldungsgrad genutzt, um den Score-Wert zu ermitteln.

Bonitätsprüfung bei einer Kreditanfrage

Möchte ein Unternehmen investieren und benötigt es dafür einen Kredit, bildet die Bonitätsprüfung die Verhandlungsgrundlage für Gespräche mit Banken bzw. mit dem entsprechenden Anbieter. Eine gute Bonität führt in der Regel zu besseren Vertragskonditionen und gegebenenfalls auch zu einem niedrigeren Zinssatz.

Bei einer Kreditsumme von mehr als 750.000 Euro ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Bank eine Bonitätsprüfung durchführt. Außerdem ist der Kreditnehmer verpflichtet, während der Kreditlaufzeit regelmäßig seine wirtschaftliche Situation offenzulegen.

Ohne Bonitätsprüfung bzw. mit einer negativen Bonitätsprüfung ist es in Deutschland nur schwer möglich, einen Kredit zu bekommen.

Zu beachten ist: Der Bonitätsindex gibt nur eine Wahrscheinlichkeit hinsichtlich des künftigen Zahlungsverhaltens an. Auch bei einem guten Bonitätsindex bleibt ein gewisses Restrisiko, dass es zu verspäteten Zahlungen oder zu Zahlungsausfällen kommt.

Kundenbonität prüfen

Unternehmen dürfen vor einem Vertragsabschluss auch die Kundenbonität prüfen. Dies kann sinnvoll sein, weil ein Geschäftspartner mit geringer Bonität ein hohes Geschäftsrisiko darstellt, da es zu verspäteten Zahlungen oder gar zu Zahlungsausfällen kommen kann. Grundsätzlich kann eine Bonitätsprüfung eine gute Basis für zukünftige Geschäftsbeziehungen sein.

Personen, die offene Rechnungen oft zu spät oder gar nicht bezahlen, werden im Rahmen der Bonitätseinschätzung schlechter bewertet als Personen, die ihre Rechnungen regelmäßig fristgerecht begleichen.

Prüfung von Unternehmen

Wenn ein Unternehmen auf seine Bonität geprüft wird, erfolgt in der Regel eine Analyse gesamtwirtschaftlicher und branchenspezifischer Kriterien. Dazu gehören unter anderem das Alter des Betriebs, die Stellung am Markt und der Risikoindex der Branche. Weitere Kriterien sind die Unternehmensorganisation und das Management. Aus dem Ergebnis der Prüfung, auch Bonitätsindex oder Score genannt, ergibt sich eine realistische Einschätzung über das künftige Zahlungsverhalten und die Bonität des Unternehmens.

Bei der Prüfung von Unternehmen enthält eine Bonitätsauskunft insbesondere folgende Informationen:

  • Branche
  • Firmenhistorie
  • Geschäftsführung
  • Unternehmensbilanz/Jahresabschluss
  • Business- und Finanzpläne
  • Kennzahlen wie z. B. Renditen oder Kapitalanteile
  • Muttergesellschaft und Beteiligungen
  • Inkassoberichte
  • eventuelles Insolvenzverfahren

Bei einer Bonitätsprüfung müssen Unternehmen mindestens folgende Unterlagen vorlegen:

Zur Beurteilung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage sind zusätzlich folgende Angaben notwendig:

  • Informationen zum Eigenkapital
  • Grad der Verschuldung
  • Ertragskennzahlen
  • Cashflow
  • Liquiditätskennzahlen

Prüfung der Bonität von Privatpersonen

Wird die Bonität von Privatpersonen geprüft, sind vor allem folgende Angaben relevant:

  • Vor- und Nachname der Person
  • Adresse
  • Geburtsdatum
  • Qualifikationen, Abschlüsse und Ausbildungen
  • Informationen zu laufenden Verträgen und Krediten
  • Angaben über Kontoeröffnungen
  • Informationen zu Mahn- und Inkassoverfahren
  • Informationen zu offenen Forderungen, z. B. von Versandhändlern oder Versorgungsunternehmen

Faktoren für einen positiven Bonitätsindex

Folgende Kriterien wirken sich in der Regel positiv auf die Bewertung der Bonität aus:

  • Hohe und regelmäßige Einkünfte
  • Gute Zahlungsmoral im Hinblick auf offene Rechnungen
  • Lange Vertragsbeziehungen zu einer Bank bzw. zu einem Kreditinstitut

Wann kann eine Bonitätsprüfung negativ ausfallen?

Nicht immer fällt eine Bonitätsprüfung positiv aus. Folgende Gründe können zu einem negativen Ergebnis führen:

  • Hohe Ausgaben und vergleichsweise niedrige Einnahmen
  • Viele unbezahlte Rechnungen
  • Aktuelle Schulden
  • Viele aktive Kredite
  • Eine hohe Anzahl von Kreditanfragen bei verschiedenen Banken in kurzer Zeit
  • Häufiges Wechseln der Bank

Wer führt eine Bonitätsprüfung durch?

Meist wird die Bonitätsprüfung von einer Bank oder einer Rating-Agentur durchgeführt. Bei einem bankinternen Rating stuft die Bank die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens selbst ein. Die Bank ist in der Lage, ein sehr genaues Rating auf Grundlage aktueller Daten vorzunehmen. Der Bonitätsindex lässt sich durch Sicherheiten erhöhen, zum Beispiel durch Immobilien, die dem Unternehmen gehören.

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen prüfen Auskunfteien, wie die Schufa oder Creditreform, die Bonität. Darüber hinaus werden Bonitätsprüfungen auch von internationalen Rating-Agenturen angeboten. Auch große Onlinehändler prüfen teilweise die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden mittels einer Bonitätsprüfung.

Bonitätsauskunft bei der Schufa

Die führende Stelle für Bonitätsauskünfte in Deutschland ist die Schufa. Sie hat sowohl Zugriff auf kreditrelevante Daten über Privatpersonen als auch über Unternehmen. Die Schufa sammelt die Informationen von Energieversorgern, Telekommunikationsgesellschaften und Banken. Die Auswertung dieser Daten ergibt den sogenannten Schufa-Score.

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FAQ zur Bonitätsprüfung

Was wird bei einer Bonitätsprüfung geprüft?

Geprüft werden Zahlungsfähigkeit und bisheriges Zahlungsverhalten. Je nach Person oder Unternehmen fließen unter anderem Einnahmen, Ausgaben, Verbindlichkeiten und wirtschaftliche Kennzahlen ein.

Was ist ein guter Bonitätsindex?

Grundsätzlich gilt: Je besser die Bonität bewertet wird, desto günstiger können beispielsweise Kreditkonditionen ausfallen. Der Bonitätsindex ist jedoch nur eine Prognose des zukünftigen Zahlungsverhaltens.

Was kann eine Bonitätsprüfung negativ beeinflussen?

Dazu zählen etwa unbezahlte Rechnungen, hohe Schulden, viele laufende Kredite oder hohe Ausgaben bei vergleichsweise niedrigen Einnahmen. Auch zahlreiche Kreditanfragen in kurzer Zeit können sich negativ auswirken.

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