Risikomanagement

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Definition: Was bedeutet Risikomanagement?

Risikomanagement bezeichnet alle Aktivitäten im Umgang mit den Risiken eines Unternehmens. Es beinhaltet insbesondere die systematische und kontinuierliche Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risikopotenziale. Risikomanagement ist ein ganzheitlicher und proaktiver Ansatz und gehört zum Verantwortungsbereich der Unternehmensführung.

Was ist aktives Risikomanagement?

Jedes Risiko hat eine Ursache und eine Wirkung. Ursachenbezogene Maßnahmen zur Beeinflussung der Risikopotenziale (z.B. Risikovermeidung, Risikoverminderung) werden als aktive Risikosteuerung und wirkungsbezogene Maßnahmen (z.B. Versicherung, bilanzielle Vorsorge) werden als passive Risikosteuerung bezeichnet.

Warum ist Risikomanagement wichtig?/ Warum führen Unternehmen Risikomanagement ein?

Unternehmerisches Handeln ist immer mit Risiken verbunden. Dies haben sowohl die Unternehmen als auch der Gesetzgeber erkannt: Zum einen gibt es seit der Verabschiedung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) im Jahr 1998 diverse gesetzliche Vorgaben, die Unternehmen bezüglich des Risikomanagements zu beachten haben. Diese sind oft branchen- und rechtsformabhängig. Zum anderen dient Risikomanagement durch seinen proaktiven und ganzheitlichen Ansatz dazu, die Risikopotenziale eines Unternehmens zu erkennen und zu steuern, um damit insbesondere zukünftige Unternehmenskrisen zu vermeiden bzw. zu bewältigen. Dies bedeutet, dass Unternehmen Risikomanagement sowohl aufgrund gesetzlicher Anforderungen als auch aufgrund betriebswirtschaftlicher Überlegungen einführen.

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Unternehmen müssen Risiken eingehen, um Geschäftschancen zu nutzen. Mit einem systematischen Risikomanagement können existenz- und erfolgsgefährdende Entwicklungen für das Unternehmen frühzeitig erkannt und gesteuert werden. Ein proaktives Maßnahmenmanagement erwarten neben dem Gesetzgeber auch Abschlussprüfer und Banken. Erfahren Sie, wie Sie ein leistungsfähiges, ganzheitliches Risikomanagement in Ihrem Unternehmen aufbauen und umsetzen können.


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Macht Risikomanagement überhaupt Sinn?

Die Einführung eines Risikomanagement ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf jeden Fall sinnvoll. Durch den proaktiven und ganzheitlichen Ansatz ist ein systematisches und kontinuierliches Risikomanagement in der Lage, die Risikopotenziale eines Unternehmens zu erkennen und zu steuern und damit letztendlich Unternehmen vor Krisen zu bewahren.

Wie funktioniert Risikomanagement?

Risikomanagement hat sich seit der Verabschiedung des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) im Jahr 1998 zu einem komplexen betriebswirtschaftlichen Instrument entwickelt, in das jeder Unternehmensbereich eingebunden werden muss. Ferner muss ein Unternehmen Instrumente zur Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risikopotenziale bereitstellen, z.B. als EDV-Lösung. Das Risikomanagement wird durch eine Abteilung im Unternehmen koordiniert und durchgeführt. Diese Abteilung sollte organisatorisch wegen der Verantwortlichkeit nah an der Unternehmensleitung angesiedelt sein.

Wie implementiere ich Risikomanagement in meinem Unternehmen?

Zur Implementierung eines Risikomanagements in einem Unternehmen benötigt man sowohl dezentrale als auch zentrale Elemente. So sind in jedem Bereich eines Unternehmens die sogenannten Risk Owner zu benennen. Dies sind Personen bzw. Funktionen, die z.B. für die Identifikation und Bewertung der jeweiligen Risiken verantwortlich sind. Ferner benötigt man eine Person/eine Abteilung, die das Risikomanagement durchführt bzw. koordiniert. Zur Unterstützung der Arbeiten ist es sinnvoll eine auf das Unternehmen zugeschnittene EDV-Lösung zu implementieren. Das Risikomanagement eines Unternehmens sollte sich nach gängiger Meinung immer weiter entwickeln. Man spricht z.B. von den Entwicklungsstufen eines Risikomanagements (vgl. Reifegradmodelle)

Was ist effektives Risikomanagement?

Ein effektives Risikomanagement zeichnet sich durch eine auf das Unternehmen ausgerichtete Organisation, die Implementierung der Position eines Risikomanagers/einer Risikomanagerin sowie die Anwendung geeigneter EDV-Lösungen aus. Ziel ist es dabei, aktuelle und zukünftige Risikopotenziale zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen, damit die Existenz und der Erfolg eines Unternehmens nicht gefährdet werden.

In welchem Verhältnis steht Risikomanagement zum Projektmanagement?

Projektmanagement dient dazu, Projekte richtig zu planen und zu steuern, die Projektziele termingerecht, mit der entsprechenden Qualität und im Kostenrahmen zu erreichen. Dazu ist es notwendig, auch die mit dem Projekt verbundenen Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. D.h. Projektmanagement ist (wie alle anderen Unternehmensbereiche auch) in das Risikomanagement eines Unternehmens eingebunden. Dabei muss das Risikomanagement beachten, dass Projekte oft einen von anderen Unternehmensbereichen abweichenden Zeitablauf haben, insbesondere einen Projektanfang und einen Projektabschluss.

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Über den Autor

Prof. Dr. Ralf Knobloch

Professor für BWL, insb. mathematische und statistische Methoden, an einer Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften einer TH. Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Risikomanagement, Operations Research und Personenversicherungsmathematik. Mitglied der Forschungsstelle „Finanzielles & aktuarielles Risikomanagement (FaRis)“.

Zur Themenübersicht Controlling

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