CHARISMATIC LEADERSHIP – Mythos oder Wirklichkeit?

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CHARISMATIC LEADERSHIP – Mythos oder Wirklichkeit?

Entweder man hat’s oder hat’s nicht – das gewisse Etwas. Wem es in die Wiege gelegt wurde, der kann sich glücklich schätzen. Wem nicht, hat Pech gehabt. Ist das wirklich die Realität? Ist Charisma eine „gottgegebene“ Gabe, ein Mythos oder ist Charisma in der Führung nicht doch lern- und trainierbar?

Eine Kernaufgabe von Führungskräften ist es, den unternehmerischen Erfolg mitzugestalten. Rein autoritäre oder materiell orientierte Führung scheint nicht mehr zu funktionieren. Hier gilt es, Führungsbeziehungen neu zu gestalten: Selbstmotivation, Selbstverwirklichung, Eigenverantwortung und Leistungsmotivierung sind die Treiber. Dazu brauchen Führungskräfte eine überzeugende und attraktive Vision. So sind Führungskräfte für ihre Mitarbeiter ein Vorbild und werden charismatisch wahrgenommen, können ihre Mannschaft begeistern, herausfordern und zu besonderen Leistungen inspirieren. Mit diesem Fokus entwickeln sie ihre Mitarbeiter stärkenorientiert und animieren zu eigenständigen, kreativen Problemlösungen.

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Charismatische Führung lebt von der Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Führungsperson. Das hat Auswirkungen: Zum einen hat es einen positiven Einfluss auf die objektiven Gruppenleistungen und auf die subjektive Wahrnehmung dieser Leistung im Unternehmen. Zum anderen wird durch die positiven Gefühle der Geführten die Gruppenzusammengehörigkeit gestärkt. Das hält die Truppe auch in widrigen Zeiten zusammen und bildet eine Basis für gegenseitige Wertschätzung.

Charismatische Führung geht jedoch noch tiefer. Der US-Psychologe Ronald Riggio vom Leadership Institute am Claremont McKenna College, entwickelte ein Verfahren, das drei charismatische Komponenten identifiziert: Expressivität, Kontrolle und Sensibilität, unterteilt in einen emotionalen und sozialen Bereich.

Soziale Expressivität ist die Fähigkeit, sicher und eloquent öffentlich aufzutreten, zu sprechen und andere mühelos in Gespräche zu verwickeln. Emotionale Expressivität ist das Talent,Gefühle unvermittelt und authentisch anzusprechen und an andere weiterzugeben. Expressivität ist das, was im täglichen Miteinander sichtbar ist. Charismatische Chefs haben keine Wutausbrüche.

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Soziale Kontrolle bedeutet, sich schnell auf sehr unterschiedliche Menschen einstellen zu können und sein Verhalten anzupassen. Dagegen hat die emotionale Kontrolle die eigenen Gefühle und Gefühlsausdrücke gut im Griff. Charismatische Chefs treten daher selten ins Fettnäpfchen.

Sensitiv ist jemand, der schnell tiefe emotionale Verbindung zu anderen aufnehmen kann. Soziale Sensitivität erfasst schnell die Stimmung und Atmosphäre in Gruppen und kann sich taktvoll auf sie einstellen. Wohingegen die emotionale Sensitivität wohlwollend und einfühlsam auf einzelne Personen zugeht und ihnen das Gefühl gibt, in diesem Moment die einzig wichtigen Personen zu sein.

Diese Komponenten charismatischer Führung müssen vorhanden und auch in ihrer Ausprägung genau ausbalanciert sein. Wer stark expressiv ist, jedoch wenig sensitiv, wirkt wie ein Nashorn in der Porzellanmanufaktur. Charismatiker sind eben keine Choleriker! Auch Achtsamkeit und das Zusammenspiel von rationaler, emotionaler und spiritueller Intelligenz, fördern die Kunst charismatisch zu führen.

Und so verfügen charismatische Führungskräfte über eine exzellente und außergewöhnliche Kommunikation, eine sichere, sensible und wortgewandte Fähigkeit, die eigenen Gefühle auszudrücken und die der anderen bis ins Feinste wahrzunehmen. Neben der Eloquenz und einer freundlichen und leidenschaftlichen Stimme sind auch Körpersprache, Gesten und Körperhaltung von großer Bedeutung. Die Interaktion zwischen Körper und Psyche beeinflusst maßgeblich das Verhalten des Menschen. Sie entscheidet mit, ob und wie jemand wahrgenommen wird. Und mit bewusster Reflexion und konsequentem Training können Sie diese Parameter gezielt stärken.

Charismatic Leadership ist also kein Mythos. Charismatic Leadership ist Wirklichkeit und erlernbar. Wer achtsam auf sich und in sich blickt und konsequent an seinen Kompetenzen arbeitet, macht den ersten Schritt zu einem faszinierenden und Erfolg versprechenden Führungsstil.

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Über den Autor

Diplom-Ingenieur. Freiberuflicher Trainer, Coach, Berater, Referent und Speaker. Michael Herbst ist zertifizierter Trainer mit den Schwerpunkten Achtsamkeit, Gelassenheit und physisch-psychisches Wohlbefinden im Manageralltag (Resilienz). Er hat langjährige Erfahrung als leitender Angestellter in einem Telekommunikationskonzern.

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