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Trends und Impulse für Leadership 2026

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Führung findet nicht mehr im stabilen Raum statt. Sie entsteht mitten im Wandel: Wenn KI operative Entscheidungen beschleunigt, Generationen mit unterschiedlichen Erwartungen zusammenarbeiten und Märkte kaum Zeit zum Innehalten lassen. Gewissheiten lösen sich auf, Spannungsfelder bleiben: Hierarchie oder Netzwerk? Empathie oder Effizienz? Sinn oder Performance?

Das Produktmanagement-Team der Haufe Akademie – Tammy Ritter, Sebastian Kindler und Silke Diedrichs – richtet den Blick auf die Leadership Trends 2026. Sie zeigen, wie Führungskräfte Orientierung geben können, wenn sich Rahmenbedingungen permanent verschieben, und welche Kompetenzen jetzt den Unterschied machen.

Welche Rolle wird laterale Führung in Zukunft spielen?

Tammy Ritter: Laterale Führung wird zukünftig eine zentrale Rolle spielen – sie ersetzt klassische Hierarchien nicht, sie ergänzt sie. Das funktioniert, indem sie Zusammenarbeit über Funktionen hinweg ermöglicht und schnelle Entscheidungen fördert. Unternehmen profitieren von höherer Innovationskraft, Flexibilität und besserer Nutzung von Expertise. Führungskräfte führen stärker mit Einfluss-, Kommunikations- und Coachingkompetenzen statt formaler Macht – und müssen diese Skills entsprechend entwickeln und ausbauen. Dadurch gewinnen Teams an Eigenverantwortung, Motivation und Leistungsfähigkeit. Faktoren wie Vertrauen, Transparenz und gemeinsame Ziele stehen im Mittelpunkt.

Unsere Empfehlung

Qualifizierungsprogramm Laterale Führung

Du bist neu in der fachlichen Führung? Lateral führen heißt: überzeugen statt anweisen – Vertrauen aufbauen, klar kommunizieren, motivieren. Im Programm lernst du Basics, wählst 2 Wahlseminare (z.B. Delegation, Gespräche, Teambuilding) und stärkst deine Konfliktkompetenz.


Qualifizierungsprogramm Laterale Führung

Servant, Adaptive oder Shared Leadership: Welches Modell setzt sich 2026 durch?

Silke Diedrichs: Im Führungsalltag setzen sich weniger klar abgegrenzte Modelle durch als eine pragmatische Mischung ihrer Kernprinzipien. Servant, Adaptive und Shared Leadership wirken dort, wo Führung Orientierung gibt, Verantwortung teilt und situativ auf Menschen und Umfeld reagiert. Idealistisch? Erfolgreich sind Ansätze, die Beteiligung fördern, Vertrauen aufbauen und Führung flexibel zwischen formaler Rolle und geteilter Verantwortung gestalten.

KI in der Führung – Gamechanger oder Jobkiller? Wie verändert sie Rollen?

Sebastian Kindler: KI ist ein echter Gamechanger in der Führung – aber anders als viele denken. Die Forschung zeigt klar: KI ersetzt Führung nicht, sie verändert sie. Führungskräfte treffen weniger operative Einzelentscheidungen und gestalten stärker Systeme, in denen Mensch und KI wirksam zusammenarbeiten. Studien zu Generativer KI zeigen Produktivitäts- und Qualitätsgewinne von 20 bis 40 Prozent, insbesondere wenn KI als Assistenz in klar definierten Prozessen eingesetzt wird.

Gleichzeitig bleibt das Potenzial oft ungenutzt. Oft fehlen klare Use Cases in der Anwendung, angepasste Arbeitsabläufe in der Zusammenarbeit und notwendige neue Kompetenzen bei den handelnden Personen. Risiken wie Bias, Datenschutz und Abhängigkeit werden aktiv gesteuert; und eine konstruktive Lernkultur fördert gezieltes Experimentieren mit KI.

 

Erfolgreiche Führung mit KI heißt heute daher:
Der Mensch entscheidet final, KI unterstützt transparent.

 

Generationenvielfalt 2026: Chaos oder Mehrwert?

Tammy Ritter: Führung muss generationenübergreifend Verbindung schaffen, statt Unterschiede hervorzuheben. Trotz kultureller Klüfte agiert die Führungskraft verbindend zwischen den verschiedenen Generationen. Entscheidend sind klare gemeinsame Ziele, gegenseitiger Respekt und der bewusste Austausch von Perspektiven. Führungskräfte sollten flexible Arbeitsmodelle ermöglichen, individuelle Stärken sichtbar machen und Lernen in beide Richtungen fördern. So entstehen Vertrauen, Wissenstransfer und eine Kultur, in der unterschiedliche Werte und Arbeitsweisen gezielt zur Leistungssteigerung genutzt werden können.

Pension Brain Drain: Wie können Unternehmen Wissen sichern?

Silke Diedrichs: Der Generationenwechsel erhöht den Druck auf Unternehmen, Nachfolge frühzeitig zu planen und Führung breiter aufzustellen. Wissen darf nicht an Personen gebunden bleiben, sondern muss systematisch geteilt werden. Das gelingt mithilfe von:

  • Mentoring
  • Tandems
  • Generationenübergreifender Zusammenarbeit

So entsteht die Chance, Führungskultur bewusster, kooperativer und lernorientierter zu gestalten.

Resilienz unter Druck 2026: Leistung, Gesundheit, Sinn?

Sebastian Kindler: Entscheidend sind Fokus statt Dauerüberlastung, klare Rollen, schnelle Entscheidungen und konsequentes Lernen. Hohe und nachhaltige Performance steht nicht im Gegensatz zur Menschlichkeit – sie entsteht durch sie. Leistungsstarke Organisationen arbeiten mit ambitionierten Zielen, klaren Prioritäten und messbaren Ergebnissen. Diese sind aber verbunden mit realistischen Arbeitsmodellen und einer zugewandten Führungskultur.

Performance ohne Verschleiß:

  • Sinn als Treiber: Sinn wirkt als starker Performance-Treiber, weil er Orientierung gibt und Energie bündelt.
  • Resilienz aufbauen: Resilienz hilft Teams, Druck einzuordnen und sich schneller anzupassen – eine stabile mentale Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für dauerhafte Leistung.
  • Fähigkeiten entwickeln: Menschenorientiert führen heißt nicht weniger Leistung, sondern weniger Verschleiß: Leistungsspitzen steuern, Erholung einplanen, Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen.

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Einzeltraining: Resilient führen – innere Stärke entwickeln

Führung heißt heute: Entscheidungen treffen, Wandel gestalten, Erwartungen erfüllen – oft unter Druck. In diesem Training erkennst du Belastungsfaktoren früh, entwickelst mit deinem:r Trainer:in Entlastungsstrategien und stärkst Fokus & Handlungsfähigkeit.


Einzeltraining: Resilient führen – innere Stärke entwickeln

Welche Fähigkeiten sind 2026 entscheidend?

Tammy Ritter: Für mich steht der Mensch im Fokus: Entscheidend werden die Fähigkeit zum Verbinden unterschiedlicher Perspektiven sowie zur Moderation von Zusammenarbeit über Funktionen und Generationen hinweg sein. Soft Skills wie Empathie übertrumpfen Algorithmen. Dialogfähigkeit und Vertrauensaufbau bilden die Grundlage, um Vielfalt, Eigenverantwortung und gemeinsame Ziele wirksam zu verbinden. So gelingt es, ambitionierte Leistung mit Sinnhaftigkeit zu balancieren, Belastung vertrauensvoll zu steuern und Teams auch unter hohem Druck fokussiert, lernfähig und konstruktiv zusammenarbeiten zu lassen.

Sebastian Kindler: Es geht darum, zu lernen, KI sinnvoll zu integrieren – Hard Skills statt vollem Fokus auf reiner Menschlichkeit. Definiere Use Cases, gestalte Mensch-Maschine-Zusammenarbeit, triff Entscheidungen und steuere Risiken. Kann Empathie allein mithalten, wenn KI 40 Prozent Produktivität steigert? Tammys Punkt zu Soft Skills teile ich – aber ohne Tech-Kompetenz verliert Führung an Relevanz.

Silke Diedrichs: Ich bin ganz pragmatisch dazwischen: Für mich schlägt Flexibilität Extrempositionen. Führung sollte flexibel zwischen geteilter und formaler Verantwortung gestalten, die Nachfolge aktiv entwickeln und Wissen systematisch sichern. Methodisch braucht es Moderations-, Lern- und Vernetzungskompetenz; menschlich Vertrauensaufbau, Dialogfähigkeit und die Fähigkeit, Orientierung und Zusammenhalt in Zeiten des Wandels zu schaffen. Ob KI die Brücke sein wird oder spaltet, entscheiden Unternehmen und Führungskräfte.

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Ready for KI: das Kompetenzprogramm für Führungskräfte

„Ready for KI“ macht dich als Führungskraft fit für den professionellen, verantwortungsvollen KI-Einsatz. Du stärkst digitale Souveränität, lernst Chancen/Risiken kennen und nutzt KI für Führung, Kommunikation & bessere Teamprozesse. Im 6-Tage-Format gewinnst du Sicherheit für strategische Entscheidungen.


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FAQs

Wie verändert KI den Führungsalltag bis 2026?

KI ersetzt keine Führungskräfte, sondern verändert Rollen: Weniger operative Entscheidungen, mehr Systemgestaltung. Produktivitätsgewinne von 20-40 Prozent sind möglich, wenn Use Cases klar sind und Risiken (Bias, Datenschutz) gesteuert werden.

Wie nutzt Führung Generationenvielfalt 2026 produktiv?

Durch Verbindung statt Trennung mittels gemeinsamer Ziele, gegenseitigem Respekt und bidirektionalem Lernen. Gegen „Pension Brain Drain“ helfen Mentoring, Tandems und systematischer Wissensaustausch. Flexible Arbeitsmodelle machen individuelle Stärken sichtbar und nutzbar.

Welche Führungskompetenzen sind 2026 entscheidend?

Menschliche Soft Skills wie Empathie, Moderation und Vertrauensaufbau ergänzen technische Hard Skills wie KI-Integration und Use-Case-Design. Flexible Verantwortungsverteilung und systematisches Nachfolge-Management sind ebenso zentral. Erfolgreiche Führung vereint menschliche Stärken mit technologischer Kompetenz.

Im Interview mit Silke Diedrichs, Tammy Ritter und Sebastian Kindler, die Produktmanagerin bzw. der -manager der Haufe Akademie für die Themen Führung und Management.

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Über den:die Autor:in

Sebastian Kindler

ist Diplom-Pädagoge und Produktmanager für die Themen Management, Führung und Leadership bei der Haufe Akademie.