Trends und Impulse für Leadership im Jahr 2024

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Digitale Transformation, Nachhaltigkeit und Resilienz – das sind nur einige Stichworte, die Führungskräfte 2024 antreiben werden. Die Anforderungen an die eigenen Aufgaben, auch in Bezug auf die Mitarbeiterführung, ändern sich für sie ständig. Wie können Führungskräfte in ihren Fähigkeiten gefördert werden? Darüber sprachen wir mit dem Produktmanagement-Team der Haufe Akademie: Sebastian Kindler, Tammy Ritter und Silke Diedrichs. Sie entwickeln das Weiterbildungsportfolio der Haufe Akademie zu den Themen Führung und Management und sind somit Expert:innen auf diesem Gebiet.

Redaktion: Wie beeinflusst die digitale Transformation die Anforderung an moderne Führungskräfte?

Sebastian Kindler: Die digitale Transformation gehört zu den größten Herausforderungen, denen sich die Arbeitswelt und damit auch Führungskräfte stellen müssen. Sie fordert die Fähigkeit, in virtuellen Kontexten souverän führen und auf verschiedenen Ebenen mit Mitarbeitenden kommunizieren zu können. Führungskräfte müssen nicht nur technologisch mithalten können, sondern im besten Fall gegenüber ihren Mitarbeitenden sogar Vorreiter:in sein. Sie brauchen ein digitales Verständnis, da sie immer stärker in der Lage sein müssen, digitale Tools und Datenanalysen effektiv zu nutzen.

Redaktion: Welchen Einfluss werden KI und Automatisierung auf die Art und Weise haben, wie Führungskräfte Entscheidungen treffen und ihre Teams führen?

Sebastian Kindler: Die Integration von KI und Automatisierung in die tägliche Führungsarbeit wird strategische Entscheidungsprozesse verändern und verbessern. Die digitalen Tools bieten fundiertere Datenanalysen und somit die Möglichkeit, Prozesse schneller und effektiver zu analysieren und Entscheidungen zu treffen. Die Zusammenarbeit in den Teams wird sich stärker auf kreatives und strategisches Denken fokussieren, Routinetätigkeiten werden automatisiert werden. Deshalb ist es wichtig, in datengetriebene Entscheidungsprozesse zu investieren, digital kompetente Teams zu schaffen und agile Arbeitsweisen zu unterstützen.

Redaktion: Welche Strategien sind notwendig, um virtuelle Teams effektiv zu führen?

Sebastian Kindler: Effektive Führung virtueller und hybrider Teams erfordert eine klare Kommunikation, klare Ziele und Vertrauen. Der professionelle Einsatz von Kollaborationstools und damit einhergehend eine gute Moderationskompetenz in virtuellen hybriden Meetings wird zukünftig eine wichtige Rolle spielen. Die Förderung von Selbstorganisation der Mitarbeitenden gewinnt immer stärker an Bedeutung. Ein hohes Maß an Flexibilität und Rücksicht auf die Work-Life-Balance werden zunehmend wichtig, um im Fachkräftemangel die Mitarbeiterbindung zu stärken und die Produktivität zu erhöhen.

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Zur Themenwelt Führung und Leadership

Redaktion: Inwiefern wird das Thema Nachhaltigkeit zu einem Schlüsselaspekt der Leadership-Praxis?

Tammy Ritter: Unsere Gesellschaft hat ein starkes Bewusstsein für Umwelt- und Sozialfragen entwickelt. Ein nachhaltiges Handeln stärkt die Reputation von Unternehmen und deren Führungskräften. Das wirkt sich nicht nur auf die Mitarbeitermotivation und -bindung aus, sondern macht Unternehmen auch für Fachkräfte attraktiv. Führungskräfte sollten die Nachhaltigkeitsziele ihres Unternehmens kennen und grundsätzlich über relevante Themen informiert und für innovative Ansätze und Lösungen offen sein, die nachhaltige und ethische Praktiken fördern.

Redaktion: Wie können Führungskräfte eine diverse, inklusive Kultur sowie Geschlechtergleichheit fördern?

Tammy Ritter: Vielfalt und Inklusion müssen Teil der strategischen Ziele und der Mission und Vision eines Unternehmens sein. Regelmäßige Schulungen schaffen ein Bewusstsein und das Verständnis für die Vorteile von Vielfalt. Eine offene Kommunikation, das Einbeziehen von diversen Stimmen bei Entscheidungen und aktives Feedback fördern eine Umgebung, in der sich alle Mitarbeitenden gehört und respektiert fühlen. Eine regelmäßige Messung und Veröffentlichung des Fortschritts in Bezug auf Diversität und Inklusion zeigt Engagement und Transparenz.

Redaktion: Warum sind Soft Skills wie Empathie, Kommunikation und Konfliktlösungsfähigkeiten entscheidend für erfolgreiches Leadership?

Tammy Ritter: Verfügen sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende über entsprechende Soft Skills, kann sich das insgesamt positiv auf das Arbeitsklima auswirken. Richtig angewandt, fördern sie Wertschätzung und Respekt unter den Teammitgliedern, was wiederum eine effektive Teamarbeit begünstigt, und die allgemeine Motivation steigert. Das stärkt die Mitarbeiterbindung.

Redaktion: In Zeiten erhöhter Veränderung im Geschäftsumfeld kann es schwierig sein, als Führungskraft die eigene Balance zu wahren. Welche Rolle spielt Resilienz in der Leadership-Praxis?

Silke Diedrichs: Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, schwierige Situationen, Herausforderungen, Rückschläge und Stress zu bewältigen, sich davon zu erholen und gestärkt daraus hervorzugehen. Resiliente Führungskräfte sind oft in der Lage, eine positive Organisationskultur zu schaffen und die Leistungsfähigkeit ihres Teams zu steigern, selbst in herausfordernden Situationen. Sie treffen Entscheidungen auf der Grundlage verfügbarer Informationen und führen ihr Team effektiv durch Krisen, da sie dazu fähig sind, die Zuversicht der Mitarbeitenden aufrechtzuerhalten.

Redaktion: Wie schonen Führungskräfte ihre eigenen Ressourcen, während sie gleichzeitig ihre Teams führen?

Silke Diedrichs: Führungskräfte sollten, um Resilienz zu entwickeln und zu stärken, an ihren Stressbewältigungsstrategien arbeiten, ihre emotionale Intelligenz verbessern, sich regelmäßig weiterbilden und Unterstützung von Coaches in Anspruch nehmen. Besonders wichtig ist die Selbstanalyse: wer nicht weiß wo er oder sie steht, kann die Richtung nicht bestimmen, in die er/sie starten sollte. Fixe Termine im Kalender zur Selbstreflexion und zum analysierenden Innehalten helfen, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Standpunkt und den der Mitarbeitenden nicht zu verlieren. Techniken wie Meditation, Achtsamkeit, Self-Assessments können erlernt werden. So ist man auch weniger anfällig für einen Burnout.

Redaktion: Wie kann eine Führungskraft psychologische Sicherheit von Mitarbeitenden in unruhigen Zeiten stärken?

Silke Diedrichs: Die psychologische Sicherheit im Team zu fördern ist eine permanente Aufgabe im Führungsalltag. Dazu gehört es, das Vertrauen der Mitarbeitenden in die eigene Führungskompetenz zu stärken. Wichtig sind zudem Klarheit und Transparenz in der Führungs-Kommunikation sowie für die Mitarbeitenden ein konsistenter Ansprechpartner und Vorbild zu sein. In Projekten ist es Aufgabe der Führung, Unterstützung und Ressourcen zu bieten und eine Fehler- und Mut-Kultur sowie die Selbstfürsorge der Mitarbeitenden zu stärken.

Im Interview mit Silke Diedrichs, Tammy Ritter und Sebastian Kindler, die Produktmanagerin bzw. der -manager der Haufe Akademie für die Themen Führung und Management.

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