Führungskraft als Coach: Agil Führen – sich besser durchzusetzen

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Führungskräfte stehen täglich in zahlreichen Spannungsfeldern, innerhalb derer sie unterschiedliche Erwartungen erfüllen und Ansprüche befriedigen müssen. Die Komplexität der Umgebung und die Dynamik der Veränderung erfordern hierbei eine permanent hohe Aufmerksamkeit bei einem ständigen Wechsel des Fokus.

Das Führungsgebot klare Entscheidungen und Meinungen an Mitarbeiter und in Teams zu kommunizieren und durchzusetzen ist dann aufgrund von Überlastung, Zeitmangel und Rollenvielfalt nicht selbstverständlich. Daraus resultiert die Kernfrage: „Wie können Führungskräfte Entscheidungen klar kommunizieren und diese dann auch durchsetzen?”

Agiles Führen scheint in vielen Organisationen das neue Credo, um schnell und kreativ auf Bedürfnisse von Kunden und Märkten zu reagieren. Dabei unterstützen Hilfsmittel wie Retrospektiven, Reviews und Stand-up Meetings in Teams, Visualisierungstechniken, iteratives Vorgehen, und offene Möglichkeiten Wissen miteinander zuteilen, die Zusammenarbeit zu verbessern. Das Team mit seinen Teamentscheidungen und -verantwortlichkeiten rückt in den Vordergrund.

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Evolution im Leadership: Mehr Coach und Leader

Dementsprechend verändert sich auch die Rolle der Führungskraft: mehr Coach und Leader. Insbesondere die Rolle des (Team) Coaches ist erfolgsentscheidend für die bestmögliche Zusammenarbeit und Entwicklung von Teams. Er ist Facilitator und Moderator, der Reflexionen bei den Teammitgliedern und dem gesamten Team stimuliert und diese visualisiert. Der entscheidende Erfolgsfaktor eines modernen Coaches ist allerdings seine Fähigkeit konkrete Handlungen und beste Performance bei den Teammitgliedern zu stimulieren. Sie sollten das Gefühl haben, dass was sie machen, mit größtmöglicher (innerer) Überzeugung zu machen. Dies ist die Voraussetzung für persönliche Höchstleistungen und beste Qualität auch im Team.

Dabei überzeugt der Coach durch wesentliche Fähigkeiten:

  1. Er gestaltet eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der Teammitglieder bereit sind offen zu kommunizieren und ihre (gerne auch umstrittene) Meinung zu äußern.
  1. großes Selbstvertrauen, d.h. Vertrauen zu sich selbst auch in schwierigen Situationen
  1. Kennen und Wahrnehmen der Teammitglieder, d.h. er weiß genau wie jeder einzelne „tickt”
  • was sind dessen persönliche Motivationen
  • dessen soziale Grundbedürfnisse (z.B. Status, Fairness)
  • welche Art und Maß von Anerkennung und Wertschätzung benötigt er
  • wie sollten wir mit jedem Einzelnen in „kritischen“ Situationen kommunizieren, so dass beste Qualität und Performance möglich bleibt.
  1. Ständiger Perspektivwechsel, wobei der Coach vorrangig den objektiven Blick auf die Situation einnimmt.

Individuelle Toolbox

Um diese Fähigkeiten bestens entfalten zu können, helfen dem Coach eine individuelle Toolbox mit zahlreichen Coachingwerkzeugen sowie die Zeit, Energie und Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Das wichtigste Werkzeug in der Toolbox von Coaches sind Fragen: offene oder geschlossene und vor allem kraftvoll zum richtigen Zeitpunkt gestellt sollen sie alle sein. Eine kraftvolle Frage in der Rolle als Coach lautet z.B.: „Wie kann ich Dich unterstützen, damit Du Deine Ziele erreichst?“ oder „Was erwartet ihr von mir, damit wir gemeinsam unsere Ziele erreichen können?”

Offene Fragen erzeugen Vertrauen und dies ist die wichtigste Währung bei der Zusammenarbeit in kleinen, großen, crossfunktionalen, internationalen und interkulturellen Teams. Besonders viel Wirkung haben Fragen, die den Perspektivwechsel stimulieren. Aus Kunden,- oder Geschäftsleitungssicht erhalten Aufgabenstellungen oft eine andere Priorität.

Stelle ich gute Fragen als Coach, sollte ich auch gut zuhören können. Geduldig sein und wahrzunehmen, wie wird was gesagt mit Körper und Sprache braucht viel Erfahrung. In einem Team mit 5 – 10 Personen jeden einzelnen wahrzunehmen, und entsprechend seinen Bedürfnissen emotional mitzunehmen ist herausfordernd.

Kraft des Teams nutzen

Mögliche unangesprochene Konflikte innerhalb des Teams sichtbar und kommunizierbar zu machen, kann riesige Energiereserven freimachen. Manche Teams sind konfliktscheu. Hier genau zu erkennen wo die Risiken größer sind als die Chancen, profilieren eine moderne Führungskraft als Coach.

Die Kraft des Teams zu nutzen beim Umgang mit „schwierigen” Mitarbeitern gehört zu Möglichkeiten, die sich einer Führungskraft als Coach eröffnen. Das Team entscheidet über den Umgang mit „Nein – Sagern”.

Gegenseitige Erwartungen im Team sichtbar machen und gegenseitiges Feedback stimulieren, so dass es annehmbar ist gehört zu den wesentlichen Aufgaben eines Coaches und trägt zur erfolgreichen Lern,- und Entwicklungskurve eines Teams bei. Eine „Feedback,- Fehler,- Lernkultur in Teams und Organisationen zu etablieren wird immer wichtiger. Sie sollte auch Teil der Identität als Erfolgsfaktor für (selbstorganisierende) High Performance Teams sein.

Marketing von Erfolgen

In die Toolbox von Coaches gehören unbedingt Methoden, um „Dinge sichtbar zu machen“. Hier leistet z.B. das klassische Flipchart wertvolle Dienste. Ergebnisse, die transparent gemacht werden, fördern Vertrauen. Ausserdem gilt: „energy flows where attention goes”. In einer Zeit in der Aufmerksamkeit ein höchst wertvolles Gut ist, wird hervorragendes Marketing immer wichtiger. Insofern macht der Coach auch die Ergebnisse durch Monitoring sichtbar bzw. messbar.

Betrachtet man die heutigen Anforderungen des Retention-  und Talentmanagements werden die Handlungsfelder „Marketing von Erfolgen“ und „Marketing von (Team-, Organisations-) Identitäten“ prägende Faktoren einer Unternehmenskultur.

Klarheit und Authentizität, um sich besser durchzusetzen

Fähigkeiten und Tools von Coaches werden sich erst voll entfalten können, wenn Führungskräfte authentisch handeln, d.h. „echt” (gr. authentikós) bzw. als „original‚ von den Mitarbeitern, Vorgesetzten, Kollegen wahrgenommen werden. Hierzu bedarf es Energie und Zeit zur Selbstreflexion. Klarheit über die persönliche DNA (Werte, Ambitionen, Wozu mache ich die Dinge wie ich sie mache) sowie die fachlichen, organisatorischen, emotionalen, sozialen und körperlich, mentalen Fähigkeiten helfen einer Führungskraft dabei eine unverwechselbare Identität zu entwickeln und zu leben (Das Tool High Performance Pyramide ist sehr hilfreich).

Dazu gehört auch persönliches Führungsverhalten in Frage zu stellen und der Anspruch sich permanent weiter zu entwickeln. Vom Wissen zum kreativen Machen. Coach sein ist eine Haltung und bedarf eines bestimmten Mindsets und Einstellung.

Führungskräften als Coach fällt es leichter sich durch zu setzen, ob im agilen Umfeld oder anderswo.

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Über den Autor

Diplom-Kaufmann, zertifizierter Coach und Trainer. Andreas Prause verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Mittelstand als Führungskraft. Er ist Trainer coacht im Spitzensport Nationalmannschaften und Olympiateilnehmer.

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