Die drei häufigsten Stolpersteine im Umgang mit Komplexität

0
Like
Like Love Haha Wow Sad Angry


Zunehmende Komplexität ist eines der prägendsten Merkmale unserer Gesellschaft. Die Entwicklungen in Wissenschaft und Technik verändern unsere Welt: Menschen, Organisationen und Systeme vernetzen sich immer stärker und kommunizieren wechselseitig und schnell miteinander.

Je mehr sich dieses Netzwerk an Interaktionen ausdehnt und verdichtet, desto größer und verwobener werden die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen und ökologischen Abhängigkeiten. Das Ergebnis: Ein immer komplexer werdendes Gesamtbild. Das Problem: In komplexen Situationen kann die Änderung eines Faktors jeden anderen – direkt oder indirekt – vernetzten Faktor unvorhersehbar beeinflussen.

Ging es früher lediglich darum, die Komplexität möglichst zu reduzieren, so gilt es heute, sie sich sinnvoll zu erschließen. Doch Komplexität kennt weder Beispiele noch Regelfälle. Deshalb lauern im Umgang mit ihr einige Stolpersteine. Auf einige der häufigsten irreführenden Denkmuster und Haltungen wollen wir Sie hier aufmerksam machen.

1. Stolperstein: Wahrnehmungsverzerrungen

Sich bei der Bewältigung komplexer Probleme allein auf den sogenannten „gesunden Menschenverstand“ zu verlassen, ist riskant. Denn: Gerade bei komplexen Problemstellungen kommt es schnell zu Überforderungen durch Unsicherheit sowie den Verlust von Kontrolle und Vorhersagbarkeit. Tritt dieser Fall ein, wird die begrenzte Verarbeitungskapazität bewussten Denkens kompensiert durch den Versuch, einen komplexen Sachverhalt so einfach wie möglich zu begreifen.

Unsere Empfehlung

Komplexität fassen - Überblick behalten

Eine Welt im Krisenmodus braucht Hilfestellung, um mit der Komplexität der Situation umzugehen. Komplexe, dynamische Systeme sind in weitere komplexe Systeme eingebettet und beeinflussen sich gegenseitig. Viele vernetzte Faktoren schaukeln sich gegenseitig hoch Unerwartetes passiert. Wie bleibt man in einer solchen Situation handlungsfähig, ohne den Kopf zu verlieren? In diesem Live-Online-Training lernen Sie Komplexität zu verstehen und zu deuten. Sie erarbeiten sich Gestaltungsmodelle und Konzepte, die Sie in Ihrem Alltag einsetzen können.


Live-Online-Training: Komplexität fassen - Überblick behalten

Das Problem: Bei dieser Vorgehensweise fehlen mitunter wichtige Hinweise und Anhaltspunkte. Zudem sind die Vereinfachungen in vielen Fällen unvollständig. Unvollständige Informationen vervollständigt nun das Gehirn (ein ähnliches Phänomen wie beim Daumenkino): Es vernachlässigt Dinge, die nicht zu passen scheinen und füllt die Informationslücken. Das Ergebnis sind Wahrnehmungsverzerrungen.

Hier bietet es sich daher an, sich beim Wahrnehmen kritisch selbst zu beobachten. Das bedeutet, auf kluge, mitunter zeitraubende Reflexionen zu setzen, statt überhastet Wahrnehmungsverzerrungen unbewusst in Kauf zu nehmen.

2. Stolperstein: Methodismus

Als Methodismus bezeichnet der Militärtheoretiker Carl von Clausewitz († 1831) das Vorgehen, Maßnahmen, die sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben, in ähnlichen Situationen (blindlings) wieder anzuwenden. Das, was schon einmal geholfen hat, wird auch jetzt wieder helfen – so die Vermutung. Problematisch ist dies, weil so häufig eine Vorgehensweise auf Situationen schablonenhaft angewendet wird, denen gänzlich andere Voraussetzungen zugrunde liegen. Der reproduktive Einsatz von einmal erfolgreichen Methoden führt zu einer Fixierung, die das Spezifische der neuen Situation außer Acht lässt.

„Methodenzweifel” regen hingegen dazu an, das Spezifische einer komplexen Situation zu identifizieren und zu akzeptieren. Methoden- und Regelsysteme durch eigenes Nachdenken und den Austausch mit anderen zu erweitern kann hier eine vorteilhafte Vorgehensweise sein.

3. Stolperstein: Dogmatismus

In enger Nachbarschaft zum Methodismus liegt der Stolperstein „Dogmatismus“. Bei diesem Phänomen sehen die Beteiligten ihre subjektive Wahrheit als unumstößlichen Lehrsatz an, an dem nicht gerüttelt werden darf.

Andere Meinungen werden dabei leicht als Irrglauben oder als persönlicher Angriff gewertet.
Geht dann doch etwas schief, bleibt der Hinweis auf die Umstände oder andere Zufälligkeiten. Der eigene Plan wird jedoch nicht als Teil des Problems gesehen, sondern verteidigt.

Letztlich ist dieses Verhalten als ein Abwehrreflex gegenüber der wahrgenommenen komplexen Realität und ihren Herausforderungen aufzufassen.
Bereichsübergreifender Austausch, sich in Selbstreflexion üben und anerkennen, dass niemand vor Fehleinschätzungen geschützt ist, könnte eine erste vernünftige Reaktion auf den Dogmatismus sein.

Fazit
Vor Entscheidungen, die auf komplexe Sachverhalte antworten, hilft es, selbstkritisch zu fragen, inwieweit nicht zu übereilt und unbesonnen Antworten gegeben werden.
Reflexhaft in gewohnten Verhaltensmustern oder liebgewonnenen Glaubenssätzen zu verharren führt bei Komplexität eher selten zu einer erfolgreichen Lösung.

Unsere Seminarempfehlung

Komplexität meistern: Souverän agieren

Wir leben in einer komplexen, sich ständig verändernden Welt. Die innerhalb und außerhalb von Unternehmen zunehmende Komplexität stellt Routinen und Gewissheiten in Frage und verunsichert alle Beteiligten. In diesem Seminar werden Sie mit Herangehensweisen an Komplexität vertraut gemacht. Methoden aus Kybernetik, Handlungspsychologie, Philosophie, Hirnforschung, Soziologie, Militärstrategie sowie Projektmanagement werden Ihnen helfen, souverän in einer immer komplexer werdenden Welt erfolgreich zu agieren


Seminar: Komplexität meistern: Souverän agieren
Like
Like Love Haha Wow Sad Angry
Teilen Sie den Beitrag auf:

Über den Autor

Dr. Armin H. Kutscher

ist Trainer, Online-Trainer, Autor und Hochschullehrer. Seine Schwerpunkte sind: Komplexitätsmanagement, Führung & Komplexität, Problemlösungs- und Entscheidungsfindung, Logisches und vernetztes Denken.

Zur Themenübersicht Persönliche und soziale Kompetenzen

Comments are closed.