Gamechanger: Erfolgreiche Regelbrecher gestalten die Zukunft

Bill Gates, Dick Fosbury, Malala Yousafzai – sie alle haben auf ihre Weise die Welt verändert. Doch jeder von uns kann ein Gamechanger sein. Was zählt, sind die innere Haltung, eine klare Vision und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln.

1. Was ist ein Gamechanger?

2. Gamechanger: Träumer und Macher zugleich

3. Selbst mehr Gamechanger sein

4. Diese 5 Dinge helfen, den eigenen Gamechanger zu wecken

5. So erkennen Personalentwickler Gamechanger

6. Fünf Aussagen von Monika Bone zu Gamechangern

7. Das sagt eine Expertin über Gamechanger: Auszüge aus unserem Interview mit Monika Bone

Als US-Hochspringer Dick Fosbury 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko erstmals mit dem Rücken zur Latte springt, lacht die Konkurrenz. Das hatte noch keiner gesehen. Bis dato war die Lattenüberquerung bäuchlings üblich. Das Lachen verebbte schnell – Fosbury erreichte konkurrenzlose Höhen und gewann mit seiner eigenwilligen Sprungtechnik Gold. Fortan sprangen Hochsprung-Athleten den Fosb  ury-Flop. Der Sport erlebte einen wahren Höhenflug und Fosbury ging in die Geschichtsbücher ein.

Indem er die Spielregeln änderte, wurde Fosbury buchstäblich zum Gamechanger: Zu einer Person, die in ihrem Bereich neue Maßstäbe setzt und ihn revolutioniert.

Was ist ein Gamechanger?

Als Gamechanger wird eine Person oder eine Idee bezeichnet, die das herkömmliche Vorgehen radikal verändert und in der Folge umfassende Bereiche in Wirtschaft oder Gesellschaft revolutioniert.

Die Eisenbahn, Albert Einsteins Relativitätstheorie oder die Glühbirne waren Gamechanger ihrer Zeit. Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg ist ein Beispiel für eine Gamechanger-Persönlichkeit: Durch sein soziales Netzwerk hat er maßgeblich die Art und Weise verändert, wie wir heute miteinander kommunizieren.

Gehören auch Sie zu den Menschen, die sich nicht an gängige Regeln halten, sondern neue erschaffen? Dann zählen auch Sie zu Gamechangern. Das Forbes Magazine schreibt Gamechangern folgende Eigenschaften zu: Sie kreieren, verbessern, verändern und transformieren. Dabei sind sie originell und disruptiv.

Zeit der Gamechanger

Perspektiven_GamechangerWir leben in einem Zeitalter der disruptiven Innovationen. Ständig wirken neue Technologien auf uns ein und führen zu radikalen Veränderungen unseres Umfelds: Etwa künstliche Intelligenzen, die sich selbstständig weiterent  wickeln und so unsere Lebens- und Arbeitswelt radikal verändern. Das Konzept „New Work“ beschreibt vor diesem Hintergrund ein zukunftsfähiges Arbeitsmodell. Der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann regt darin an, Arbeit in Zeiten der Automatisierung völlig neu zu denken: Weniger Lohnarbeit, mehr Selbstversorgung sowie Arbeit, die man wirklich machen will. Als zentrale Werte der Neuen Arbeit definiert er Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft.

Gamechanger: Träumer und Macher zugleich

Monika Bone – Trainerin, Prozessbegleiterin und Coach – beschreibt Gamechanger-Persönlichkeiten so: „Sie sind neugierig, mutig und möchten die Welt verbessern. Gamechanger sind starke Persönlichkeiten, die sich nicht vor Risiken und Wettbewerb scheuen.“

In der Wirtschaft haben beispielsweise Bill Gates, Steve Jobs und Jack Ma mit Microsoft, Apple und Alibaba neue Geschäftsfelder erschlossen und unsere Nutzung von Technologien im Alltag radikal verändert. Die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai – selbst eine Gamechanger-Persönlichkeit – wollte junge Sportlerinnen mit einer eigenen Porträtreihe ehren. Ihre Gamechanger-Kampagne zeigt zwölf Frauen, die Großes im Sport leisten und durch ihr gesellschaftliches  Engagement auch nachfolgende Generationen beeinflussen. Eine von Ihnen: Simidele Adeagbo, die als erste Afrikanerin im Skeleton an den Olympischen Winterspielen 2018 teilnahm.

All diesen Gamechangern ist gemeinsam, dass sie viel experimentieren. Sie legen meist einen langen Weg zurück und nehmen Durststrecken in Kauf, bis sich der Erfolg schließlich einstellt. Als Träumer haben sie ihre Vision im Kopf. Als zielstrebige Macher setzen sie alle Hebel in Bewegung, um ihren Traum zu realisieren.

Jeder kennt Gamechanger

Nicht immer muss ein Gamechanger die Welt verändern. Wir alle kennen Gamechanger in unserem direkten Umfeld und vielleicht zählen Sie sich sogar selbst dazu. Wenn etwa eine Führungskraft die Unternehmensstrategie ändert, wirkt sich das auf die Arbeitsabläufe und alle betroffenen Mitarbeiter aus. Einzelne Bereiche, vielleicht aber auch die ganze Organisation, können sich aus diesem Impuls heraus weiterentwickeln. In einem Handelsblatt-Artikel rät Jurist und Autor Volker Kitz Unternehmern, öfter mal die Spielregeln zu ändern. Dies könne nicht nur ein strategischer Vorteil sein, sondern würde auch zufriedener im Job machen.

Selbst mehr Gamechanger sein

Perspektiven_GamechangerJeder von uns – auch Sie – kann sich dazu entscheiden, mehr Gamechanger zu sein und seine innere Haltung verändern. Trainerin Monika Bone beschreibt dies als das erste Entwicklungsstadium eines jeden Gamechangers. Anschließend helfe ein klares Bild der eigenen Zukunft dabei, notwendige Veränderungen vorzunehmen und sich laufend weiterzuentwickeln. Für diesen Prozess ist der eigene Perspektivwechsel unerlässlich: „Erweitern Sie Ihren Horizont im Alltag. Suchen Sie zum Beispiel den Austausch mit Menschen, die anders ticken als Sie. Bei einem Mittagessen mit Andersdenkenden entstehen wertvolle Synergien“, weiß Bone. Sie empfiehlt außerdem, Querdenken zu üben, um zukünftig einfacher kreative Lösungen zu finden. Das sogenannte 9-Punkte-Problem ist ein Beispiel für eine solche Übung. Probieren Sie sie direkt einmal aus!

Die persönliche Weiterbildung sieht Bone als Schlüssel, um den eigenen Gamechanger zu wecken und zu pflegen. So kommen bei Seminaren Menschen aus ganz unterschiedlichen Unternehmenskulturen zusammen und bereichern sich gegenseitig. Die Trainerin bringt es auf den Punkt: „Weiterbildung gibt wichtige Impulse, fördert den Austausch und schärft den Blick auf das Neue. Dabei sind auch die Pausen wichtig. Hier kommen Teilnehmer ungezwungen ins Gespräch und inspirieren sich gegenseitig.“ Auch Vorträge, Webinare und Meetups empfiehlt Bone, um ohne großen Vorbereitungsaufwand mit spannenden Menschen zusammenzutreffen.

Diese 5 Dinge helfen, den eigenen Gamechanger zu wecken

  1. Fragen Sie sich regelmäßig bei Tätigkeiten, wie Sie sie anders machen könnten.
  2. Führen Sie Gespräche mit Menschen, die Sie inspirieren.
  3. Üben Sie Querdenken.
  4. Folgen Sie in den sozialen Netzwerken Zukunftsforschern.
  5. Visualisieren Sie Ihre Zukunft mit starken emotionalen Bildern.

So erkennen Personalentwickler Gamechanger

Perspektiven_GamechangerNeben ihrem Mut, Abenteuerlust und ihrem Willen, sich weiterzuentwickeln, benötigen Gamechanger aber auch entsprechende Freiräume, weiß Bone: „Wer die Spielregeln ändern will, braucht eine Umgebung, die dazu ermuntert. Führungskräfte sollten daher eine Atmosphäre schaffen, die konstruktive Kritik und förderliches Feedback zulässt.“ Doch woran erkennen Führungskräfte und Personalentwickler eine Gamechanger-Persönlichkeit? „Suchen Sie nach Menschen mit Brüchen im Lebenslauf“, rät Monika Bone. „Diese Personen sind häufig Risiken eingegangen und vielleicht auch gescheitert. Sie sind möglicherweise unbequem, doch sie haben Lust darauf, die Zukunft zu gestalten.“

Fünf Aussagen von Monika Bone zu Gamechangern

1. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, hat die Chance….

…seine Zukunft zu gestalten.

2. Wer sich nicht mit dem Thema beschäftigt, der verliert…

…vielleicht den Anschluss.

3. Wenn sich in einem Unternehmen alle als Gamechanger verstehen, dann…

… bleibt vielleicht kein Stein auf dem anderen.

4. Wenn sich in einem Unternehmen keiner als Gamechanger versteht, dann…

…stellt sich die Frage nach Zukunft vielleicht irgendwann nicht mehr.

5. Wenn man den inneren Gamechanger hervorlocken will, dann braucht man viel….

…Mut, Abenteuerlust und eine Umgebung, die damit lebt, dass Gamechanger Sand ins Getriebe streuen.

Perspektiven_GamechangerUnser Fazit: In dem Moment, in dem Gamechanger etwas anders machen, fühlt es sich vielleicht nicht unbedingt gut an und auch der Erfolg lässt oft auf sich warten. Doch lassen Sie sich davon nicht abschrecken! Es lohnt sich, den eigenen Gamechanger zu wecken. Entwickeln Sie sich selbst zum Gamechanger. Heben Sie Ihre Potenziale auf ein neues Level! Weitermachen wie bisher – das funktioniert in Zukunft vielleicht nicht mehr. Mit gewohnten Denkmustern und Fähigkeiten stoßen wir alle an die Grenzen unseres persönlichen und unternehmerischen Erfolgs. Wir können und müssen lernen, unsere eigenen Spielregeln zu brechen.

Das sagt eine Expertin über Gamechanger: Auszüge aus unserem Interview mit Monika Bone

1. Was hilft einem dabei, Veränderungen zu erkennen und für sich die nächsten Schritte zu definieren?

Im ersten Schritt ist es wichtig, die Gamechanger-Haltung als notwendig zu erachten. Pero Mićić sagt, wir brauchen unterschiedliche Zukunftsbrillen, um uns mit Zukunft zu beschäftigen (z.B. Schule, Gemeinde…). Ich selbst beschäftige mich in der Zeit zwischen den Jahren immer mit einem Zukunftsforscher. Denn wenn ich weiß, wer was über die Zukunft sagt, macht mir das, was kommt, keine Angst mehr.

Es hilft außerdem, sich starke emotionale Bilder aufzubauen. Ich habe zum Beispiel ein klares Bild davon, wie ich mit 70 sein möchte. Und dieses Bild hilft mir dabei, jetzt etwas dafür zu tun. Etwa zum Sport zu gehen und nicht im Sessel sitzen zu bleiben.

2. Welche Fragen helfen mir dabei, eine Gamechanger-Haltung zu pflegen und mich weiterzuentwickeln?

Dabei helfen zum Beispiel die folgenden Fragen:

  • Wo kann ich Mut proben?
  • Wo kann ich etwas anders machen?
  • Wie kann ich auf neue Kollegen zugehen?
  • Neue Kollegen um ihre Fragen bitten – „Warum macht Ihr das so“?

3. Was kann Weiterbildung für den Weg zum Gamechanger leisten?

Weiterbildung gibt wichtige Impulse, fördert den Austausch mit anderen und kann den Blick auf das Neue schärfen. Bei Seminaren kommen Menschen aus ganz unterschiedlichen Unternehmenskulturen zusammen, tauschen sich aus und kommen ganz bereichert nach Hause. Da sind auch die Pausen ganz wichtig, weil sie Gespräche von Mensch zu Mensch fördern.

Man kann sich agile Methoden und Scrum ansehen (auch als Nicht IT-ler) und sich mit Design Thinking und Change Management beschäftigen. Jeder kann in seinem Bereich etwas tun. Neben Seminaren gibt es eine Menge weiterer Möglichkeiten für die Entwicklung zum Gamechanger: Bei Workshops, Vorträgen, Webinaren und Meetups kommt man ohne große Vorbereitung mit spannenden Menschen zusammen.

4. Muss denn heute jeder zum Gamechanger werden?

Es muss nicht jeder zum Gamechanger werden. Unternehmen würden es furchtbar finden, wenn keiner mehr Routineaufgaben erledigen will.

5. Lohnt es sich für best. Rollen besonders, etwa für Führungskräfte? Wie profitieren Menschen, die gern in der zweiten Reihe stehen?

Na klar. Führungskräfte prägen die Kultur in ihrer Abteilung. Sie können zulassen, dass jemand etwas anders macht und den Menschen die entsprechenden Freiräume geben. Das gilt auch für Menschen in der zweiten Reihe.

6. Wie verhält es sich mit Blick auf ein Unternehmen? Wie viele Gamechanger verträgt ein Unternehmen? Je mehr, desto besser?

Da wage ich keine Prognose. In der Praxis verhält es sich oft so: Wenn Menschen auf ein Umfeld treffen, in dem sie merken, dass sie nichts bewegen können, gehen sie eher wieder. Wenn Gamechanger umgekehrt merken, dass sie etwas bewegen können, ziehen sie sich gegenseitig an und weitere Gamechanger kommen ins Unternehmen.

7. Braucht Deutschland eine Gamechanger-Attitüde?

Ich glaube, dass uns das guttun würde. Das sehe ich besonders, wenn ich mit Startups und Gründern arbeite. Diesen Gründergeist, diese Abenteuerlust und die Lust, Zukunft zu gestalten, benötigen wir.

8. Was sind typische innere und äußere Hürden und wie lernt man als Gamechanger besser damit umzugehen?

Oft ist die Umgebung eine Hürde. Dann hört man Einwände wie „Das geht so nicht, das ist anders vereinbart“ oder „Das geht so nicht, das haben wir schon immer anders gemacht“. Auch der eigene innere Kritiker kann eine Hürde sein.

9. Welche Entwicklung durchläuft ein Gamechanger?

Die Entwicklung gleicht im Prinzip einer Heldenreise. Der Held hört den Ruf, geht in die Welt, kämpft mit dem Drachen, nimmt den Schatz und geht zurück. Man kann besser mit diesem Weg umgehen, wenn man sich seiner selbst bewusst ist. Man muss dazu bereit sein, selbst ein anderer zu werden.

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