Wie der digitale Wandel gelingt – Studien zur digitalen Transformation

In zigtausenden Studien wird die digitale Transformation von allen möglichen Seiten beleuchtet. Welche Technik ist notwendig, in welcher Unternehmenskultur gedeiht sie am besten, wie wird der digitale Wandel finanziert? Alle Antworten auf die Fragen dienen allein dem Ergebnis, wie der digitale Wandel gelingt! Wer ganz viel Zeit hat, kann die Studien bei Google durchklicken.

Wir haben für Sie die wichtigsten angeschaut und die Ergebnisse einsortiert – stets unter der Prämisse mit welchen Informationen wir Ihre berufliche Entwicklung erleichtern können. Damit auch Sie eine Antwort auf die Frage finden: Wie gelingt mein Wandel in die digitale Welt? Die Studien helfen Ihnen herauszufinden, was wichtig wird, was Trends sind, welche Skills gebraucht werden. Jede einzelne ist wie ein Puzzle. Suchen Sie sich Ihre passenden Stücke heraus und bauen Sie sich Ihr eigenes Bild einer digitalen Zukunft.

Digitale Transformation – Arbeitskräftemangel spürbar reduziert

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers PwC und das Institut für Wirtschaftsforschung haben in einer Studie 2016 die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt in Deutschland untersucht.

Mit der Untersuchung will PwC dazu beitragen, die häufig sehr emotional geführte Debatte zu den Auswirkungen der vierten industriellen Revolution auf den Arbeitsmarkt zu versachlichen. Eines der Ergebnisse der Studie zur digitalen Transformation ist: die Digitalisierung ist kein Jobkiller, und durch sie verringert sich der erwartete Engpass von 4,2 Millionen Arbeitskräften in Deutschland bis 2030 um die Hälfte. Sie tut dem Arbeitsmarkt also gut. Im Gegensatz zu vielen anderen Studien, die nur das Automatisierungs- und Rationalisierungspotential der Digitalisierung analysieren, ermöglichte die PwC-Untersuchung auch quantitative Aussagen darüber zu treffen, in welchen Branchen und Berufen zusätzliche Arbeitsplätze entstehen werden.

Die Studie zeigt, dass sich die Digitalisierung insbesondere auf Akademikerberufe auswirkt, mit Schwerpunkt auf den MINT-Fächern. MINT seht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik. Rückläufig wird die Nachfrage nach Verkaufskräften im Handel sein. Für die Branche Technologie, Medien und Telekommunikation wird der höchste Anstieg (+11 Prozent) in der Nachfrage nach Arbeitskräften erwartet. Für den Handel (-17 Prozent) und die Branche Transport und Logistik (-19 Prozent) prognostiziert die Studie einen Rückgang der Arbeitskräftenachfrage.

Digitale Transformation – Chefsache Digitalisierung

Zum dritten Mal hat der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture in Zusammenarbeit mit dem IMD World Competitiveness Center 2016 die großen deutschen Unternehmen hinsichtlich ihrer digitalen Strategien, digitalen Angebote und digitalen Prozesse bewertet. Den höchsten Digitalisierungsindex haben die Branchen IT und Kommunikation erreicht, den schlechtesten die Chemie-Industrie sowie Rohstoffe und Ressourcen. Analysen auf Basis des Digitalisierungsindex haben gezeigt, dass die großen deutschen Unternehmen bislang nur die partielle Digitalisierung ihres Geschäfts betreiben. Oft fehlt noch der Plan, der die Aktivitäten miteinander in Beziehung setzt und zu neuen Geschäftsmodellen führt.

In den meisten großen Unternehmen ist die Digitalisierung Chefsache, in fast der Hälfte aller Unternehmen ist der Chief Executive Officer für die Planung der Digitalisierungsstrategie zuständig. In zwei von hundert Unternehmen gibt es dafür einen Chief Digital Officer. Die Verfasser der Studie geben Unternehmen für fünf Arbeitsfelder Rat, wie sie sich neue Geschäftsmodelle erarbeiten können. 1. Einfach anfangen, nicht überplanen! 2. Den Kunden neu entdecken und seine Erlebnisse optimieren! 3. Keine Angst vor Daten! 4. Effizient steigern, Komplexität reduzieren! 5. Neue Wettbewerber und neue Märke erkennen!

Digitale Transformation – Sieben Schritte in die Zukunft

Im April 2016 haben die Unternehmensberatung Roland Berger und die Internet Economy Foundation die Studie ‚Deutschland Digital – Sieben Schritte in die Zukunft‘ vorgestellt. Laut Autoren der Studie ist die Digitalisierung viel mehr als die vierte industrielle Revolution, als die sie oft bezeichnet wird. Sie bedeutet die umfassende Vernetzung aller Lebenswelten und Wirtschaftsbereiche – und wird damit unser ständiger Begleiter bei allen sozialen, geistigen und ökonomischen Aktivitäten. Ihre Möglichkeiten verändern unsere Art zu leben, zu denken und zu arbeiten.

Roland Berger geht von einer zusätzlichen Wertschöpfung von 1,25 Billionen allein im industriellen Bereich Europas bis 2025 aus – aber auch einem Wertschöpfungsverlust von 605 Milliarden Euro, falls die digitale Transformation scheitert. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland den anderen Ländern hinterher, weil die digitale Transformation in Deutschland stockt. Der Grund: in Deutschland (und übrigens China) sind digitale Transformation und Industrie 4.0 synonym. Dabei ist die digitale Transformation viel mehr als automatisierte Produktion.

Sieben Schritte sind laut dieser Studie notwendig, damit Deutschland der Sprung in die digitale Zukunft gelingt. 1) Um die Lücke zu den führenden Nationen zu schließen, brauchen deutsche Start-ups mehr Wachstumskapital. 2) Nur Glasfaser bis ins Gebäude bietet genug Leistungsreserven für die Echtzeitanwendungen von morgen. 3) Für einen fairen Wettbewerb müssen marktbeherrschende Plattformen angemessen reguliert werden. 4) Mündige Konsumenten sollten über die Nutzung ihrer persönlichen Daten selbst entscheiden können. 5) Ohne klare Verantwortlichkeiten in Deutschland und Europa bleiben digitale Agenden ein Versprechen. 6) Digitale Fähigkeiten bei Unternehmen und Mitarbeitern sind für die Sicherung unseres Wohlstands unabdingbar. 7) Um eine neue Gründerzeit zu initiieren, bedarf es einer anderen Einstellung zu Risiko und Unternehmertum.

Digitale Transformation – Hinderliche Unternehmenskulturen

Unternehmenskulturelle Aspekte behindern die digitale Transformation. Dies ist die zentrale Erkenntnis einer Studie des Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmens Capgemini für die 1700 Mitarbeiter von 340 Unternehmen aus acht Ländern im März und April 2017 befragt wurden. Danach sehen 62 Prozent der Befragten die Unternehmenskultur als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer digitalen Organisation. In Deutschland liegt der Wert mit 72 Prozent sogar darüber. Insbesondere zwischen dem Top-Management und den Mitarbeitern besteht eine deutliche Kluft in der kulturellen Digital-Affinität: während 40 Prozent auf dem Top-Management-Level von einer bereits existierenden digitalen Unternehmenskultur sprechen, sind es in der Mitarbeiterschaft lediglich 27 Prozent.

Insgesamt kamen sieben Attribute zum Tragen, die in der Studie eine digitale Unternehmenskultur beschreiben. Darunter: die Art der Zusammenarbeit, Innovation, offene Kultur. Aus den Daten der Studie und Interviews mit Befragten ließen sich Gründe für diese Lücke in der Wahrnehmung einer digitalen Kultur ausmachen: Dazu gehören die Unfähigkeit von Führungskräften, eine klare digitale Vision zu vermitteln, das Fehlen von beispielgebenden Mitarbeitern sowie fehlende Kennziffern für die Ziele der digitalen Transformation. Capgemini gibt folgende Handlungsempfehlung: Unternehmen müssen alle Mitarbeiter in Sachen Digitalisierung mitnehmen, sie befähigen und inspirieren. Nur dann wir der Wandel erfolgreich gelingen.

Digitale Transformation – Fördermittel für Schulungen

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat im Auftrag der KfW Bankengruppe den Stand der Digitalisierung im Mittelstand untersucht und im August 2016 die Ergebnisse präsentiert.

In einem Punkt der Untersuchung ging es um die Finanzierung von Digitalisierungsprojekten. Die kosten schließlich Geld und wie bei jedem anderen Innovations- oder Investitionsvorhaben stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Digitalisierungsprojekte ganz überwiegend aus dem Cashflow finanziert werden. Digitalisierung wird also aus den laufenden Einnahmen beglichen. Fünf Prozent der Unternehmen haben für die Projekte öffentliche Zuschüsse erhalten, während nur ein Prozent öffentliche Kredite in Anspruch genommen hat. Dabei gibt es inzwischen reichliche Fördermöglichkeiten. Neben der bundeseigenen KfW treiben auch einige Bundesländer die Förderung der Digitalisierung in ihrer Region mit eigenen Programmen voran.

Auch die EU hat mehrere Programme aufgelegt, mit deren Hilfe mittelständische Unternehmen hohe Kosten für Digitalisierungsvorhaben leichter stemmen können. Gerade erst hat die KfW ein neues Förderprogramm aufgelegt: Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit, der seit Juli 2017 beantragt werden kann, unterstützt die Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben. Es ist dabei nicht allein auf Sachinvestitionen beschränkt, sondern kann auch für die Finanzierung von Schulungen genutzt werden.

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