Virtuelle Teams führen: Auch Führungskräfte müssen umlernen

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Wenn Corona eines zeigt, dann, dass wir niemals auslernen. Das gilt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und vor allem auch für Führungskräfte. Haltung und Entschlossenheit demonstrieren, den Überblick behalten und virtuelle Teams in eine nicht planbare Zukunft navigieren – das erfordert ein Umdenken oder vielmehr ein „Umlernen”. Lebenslanges Lernen macht auch in der Chefetage den Unterschied.

Mit der abrupten Digitalisierung und Homeoffice-Revolution müssen sich Führungskräfte komplett umstellen. Selbst von Vorgesetzten, die ihre Teams bereits vor Corona agil geleitet haben, verlangt die neue Radikalität einen Mindshift. Dazu gehört die Bereitschaft, beständig hinzuzulernen und neue Kompetenzen aufzubauen. Das Erfolgsrezept von lebenslangem Lernen macht auch vor der Chefetage nicht halt. Denn in Krisenzeiten zeigt sich besonders schnell, wer gut führt oder wer sich zurückzieht und unentschlossen handelt. Einer aktuellen Studie der Haufe Group zufolge wird das Führungsverständnis in deutschsprachigen Unternehmen teilweise noch als „antiquiert“ bewertet.*

Lernen, wie man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Coronazeiten motiviert

Kinder gewöhnen sich an neue Unterrichtsmodelle und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen, sich im Homeoffice zu strukturieren. Eine solche Veränderungsbereitschaft müssen auch Führungskräfte mitbringen, wenn sie sich für künftige Herausforderungen wappnen wollen. Umso mehr, als ihr Einflussbereich im Unternehmen groß ist. Sie fungieren als Vorbild und Motivator*innen und sind verantwortlich dafür, ob ihre Teams produktiv weiterarbeiten. Am Ende geben sie den entscheidenden Impuls für den Erfolg ganzer Unternehmensbereiche. In unwägbaren Zeiten einmal mehr.

Gerade dann, wenn es darum geht, persönliche Fertigkeiten auszubilden und Handlungsspielräume zu erweitern, ist Coaching eine häufig angewandte Methode. Denn mit psychologisch fundierten Methoden ist ein guter Coach in der Lage, Persönlichkeiten auf einer professionellen Ebene weiterzuentwickeln und versteckte Ressourcen freizusetzen. Deshalb zählt Business Coaching zu einem der effizientesten Entwicklungsinstrumente. Vorgesetzte lernen dabei, ihre Führungswirkung zu reflektieren und sich neue Perspektiven zu erschließen. Das bezieht sich auf verschiedenste Herausforderungen, die gerade jetzt viele Unternehmen überrollen.

Auch remote müssen Führungskräfte Vision und Teamgefühl transportieren

Wenn Vorgesetzte ihre Teams beispielsweise vollständig remote führen, bedarf es der Fähigkeit, zu vertrauen und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Führungskräfte müssen lernen, Verantwortung zu teilen und Aufgaben abzugeben. Aktuell sind sie besonders gefragt, ihr Team im autonomen Arbeiten zu unterstützen. Dazu sollten sie, über die räumliche Distanz hinweg, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Vision für ihr tägliches Tun vermitteln. Sprich: die intrinsische Motivation der gesamten Mannschaft wecken. Kein einfaches Unterfangen, wenn Face-to-Face-Meetings kaum möglich sind. Auch Teambuilding und Wertschätzung lassen sich über lange Zeit schwer aufrechterhalten, wenn man nicht die richtige Herangehensweise hat. Über verschiedenste Techniken unterstützt Coaching dabei, ein Gespür hierfür zu entwickeln und eine auf Vertrauen basierende Kultur zu etablieren. Das funktioniert beispielsweise über systemische Fragestellungen, einen Perspektivwechsel oder einen fiktiven „Zauberstab“. Mit diesem Hilfsmittel können Führungskräfte ihre Teamkollaboration in ein Idealszenario setzen und bekommen damit ein klares Zielbild, auf das sie hinarbeiten können. Eine einfache Methode, die immer wieder für Überraschungen sorgt.

Dabei wird meist auch deutlich, dass es eine klare Kommunikation braucht. Auch Empathie und Achtsamkeit spielen eine große Rolle, wenn Vorgesetzte die Beziehung zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pflegen wollen. Denn sie müssen in der Lage sein, die Nöte und Sorgen der Menschen zu (er)kennen. Das ist im digitalen Austausch nicht einfach und nur mit viel Fingerspitzengefühl möglich. Den wenigsten Führungskräften ist diese Fertigkeit angeboren. Und auch dann, wenn sie sich über Jahre eine gewisse Sensibilität antrainiert haben, bringt die aktuelle Situation wieder neue Bedürfnisse mit sich. Modernes Leadership ist also mit kontinuierlicher Weiterentwicklung verbunden.

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Teams erfolgreich zusammenbringen

Insbesondere in Zeiten der Pandemie wird einmal mehr klar, wie wichtig es für Führungskräfte ist, den Blick für persönliche und berufliche Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schärfen. Wer passt zu wem in welchem Team, welche Kompetenzen ergänzen sich am besten? Mit den Impulsen eines guten Coaches lernen Führungskräfte, jeden Menschen in seiner individuellen Rolle zu sehen – mit allen Stärken, Schwächen, Vorlieben und Motivationstreibern. Konkrete Erkenntnisse liefern beispielsweise eine Potenzialanalyse oder eine Aufstellung, in der gewisse Rollenverteilungen erkennbar werden. Auch eine rationale Zuordnung nach Menschentypen hilft dabei, die Verhaltensmuster von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besser einordnen zu können.

Damit ist es automatisch einfacher, Zuständigkeiten den richtigen Personen zuzuweisen und die passenden Menschen für eine Aufgabe zusammenzubringen. Denn gerade mit der digitalen Homeoffice-Revolution eröffnen sich neue Möglichkeiten. Teams müssen nicht mehr am selben Standort sitzen, können problemlos auch international zusammenarbeiten. Ein optimales Teambuilding ist dabei ausschlaggebend für Projekterfolge.

Welche Change-Barrieren gibt es

* Studie „Wir nach Corona“ unter 1.612 Erwerbstätigen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, April 2020

Bei sich selbst anfangen: Selbstführung und Resilienz stärken

Zu einer starken Führung gehört auch die Fähigkeit, mit Stress und Stolpersteinen umzugehen. Denn wer eine Krisenbeständigkeit auf seine Belegschaft übertragen möchte, muss diese selbst beherrschen. Unwägbarkeiten, Schicksalsschläge oder auch einfach Unentschlossenheit bezogen auf die nächsten Schritte – all das kann Vorgesetzte aktuell aus der Bahn werfen. Hinzu kommen häufig existenzielle Sorgen oder die Überlastung durch Druck und Überstunden. All das sollten Führungskräfte möglichst nur limitiert nach außen transportieren. Einerseits geht es darum, Authentizität zu zeigen und auch einmal verletzlich sein zu können; andererseits wird gerade von Entscheidern und Entscheiderinnen Souveränität verlangt und das zu jeder Zeit. Das heißt: Sie müssen lernen, sich selbst zu führen – gerade in turbulenten Zeiten. Im Eins-zu-eins-Gespräch mit einem Coach wird den Führungskräften Raum gegeben, offen und ohne den Filter politischer Gepflogenheiten das eigene Tun und Denken zu reflektieren. Ein guter Coach geht dabei individuell auf die Themen hinein, bei denen sich eine Unzufriedenheit oder ein Ungleichgewicht zeigt. Auf dieser Basis hilft er oder sie den Coachees dabei, sich auf eigene Stärken zu fokussieren, Resilienz aufzubauen und Lösungen zu erarbeiten, um letztlich wieder Vorbild sein zu können.

Ähnlich wie ihre Vorgesetzten haben auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit persönlichen oder beruflichen Krisen zu kämpfen. Diese psychische Belastung oder auch mangelnde digitale Auszeiten führen nicht selten zu Konflikten im Team. Aufgrund der räumlichen Distanz schwelen Differenzen dabei oft länger vor sich hin, bevor es zu einer Eskalation kommt. Genau das zu erkennen und ein gutes Gespür zu entwickeln, dafür braucht es eine gute Menschenkenntnis. Im Gespräch mit einem Coach können Führungskräfte ihr eigenes Teamgefüge individuell durchleuchten. Dadurch sehen sie die verschiedenen Persönlichkeiten in ihrer Mannschaft meist wesentlich klarer, wissen, wie sie ticken oder wo der Schuh drückt. Das gibt ihnen die Möglichkeit, Reibereien nicht nur symptomatisch zu behandeln, sondern systemisch auszuräumen und so auch zukünftigen Auseinandersetzungen vorzubeugen.

Lebenslanges Lernen ist die Basis für moderne Führung

Corona hat gezeigt: Auch Führungskräfte lernen niemals aus. Gerade jetzt kommt es darauf an, sich weiterzuentwickeln und in ein modernes Führungsbild hineinzuwachsen. Es braucht ein Umdenken und vor allem ein „Umlernen“, um Teams auf lange Sicht virtuell führen zu können. UND: Es braucht die Bereitschaft, bei sich selbst anzufangen. Nur dann springt der Funken erfolgreich auf die Menschen im Unternehmen über.

* Studie „Wir nach Corona“ unter 1.612 Erwerbstätigen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, April 2020

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Über den Autor

Tina Deutsch

Co-Founderin & Managing Partnerin von Haufe Advisory. Leitete bei Deloitte Consulting Transformationsprojekte und war u.a. für den Bereich Executive Search & Leadership Assessments verantwortlich. Vor ihrer Beratungskarriere war sie als Department Head Change & Internal Communications bei BAWAG P.S.K. tätig und kennt dadurch typische Situationen, in denen Coaching viel bewirken kann. Tina Deutsch ist selbst zertifizierter Coach und studierte Applied Economics & Finance an der Copenhagen Business School sowie in Wien, Prag und Paris.

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