Die kreative Pause – warum Nichtstun die Entwicklung fördert!

Flexibel zwischen Homeoffice und Büro, selbstbestimmt, eigenverantwortlich – das ist der verlockende Traum von #newwork. Doch droht er zu scheitern? Oft kommt es uns so vor, als würden wir immer mehr arbeiten, wir fühlen uns ausgepowert und es bleibt wenig Freiraum für unsere Kreativität. Mein Vorschlag: Lassen Sie uns einfach einmal nichts tun.

Perspektiven_Kreatives NichtstunWir arbeiten unter Hochdruck: E-Mails schreiben, Videokonferenzen organisieren, Deadlines einhalten, mit Tools und Apps jonglieren, Kunden bei Laune halten, Netzwerke pflegen – die Liste scheint endlos. Gefühlt sind wir rund um die Uhr in Aktion und sollen dabei alles gleichzeitig im Auge behalten. Manchmal sieht das Ergebnis so aus: Wir werden immer hektischer und arbeiten immer verbissener an unserer Selbstoptimierung.

Dabei ist die Idee hinter New Work, dass wir mehr Freiraum haben und unser Arbeitsleben flexibler gestalten können. Praktisch fehlt uns aber oft schlicht und ergreifend die Zeit dazu! Der Wunsch, unsere Kreativität einzubringen und uns weiterzuentwickeln, bleibt so leider oft auf der Strecke. Hochdruck und Kreativität scheinen einfach nicht zusammenzupassen! Oder etwa doch?

Gezieltes Nichtstun macht den Kopf frei

Perspektiven_Kreatives NichtstunEigentlich wissen wir es ja nur zu gut: Im Entspannungsmodus haben wir oft die besten Einfälle – beim Joggen, unter der Dusche oder bei einem relaxten Latte Macchiato auf der Terrasse. Pausen geben uns den nötigen Abstand, der Dauerstrom ebbt ab, unser Körper kann entspannen und der Kopf wird plötzlich frei. Eine wichtige Voraussetzung für Kreativität. Pausen helfen uns auch dabei, unsere eigenen Ziele wieder in den Fokus zu nehmen, sie zu reflektieren und – falls nötig – neu auszurichten.

Wenn da bloß das Hamsterrad nicht wäre!

Und trotzdem sind wir oft im Trubel gefangen und unterliegen dem Irrglauben, dass wir uns Pausen nicht leisten können: die To-Do-Liste ist zu lange, unsere Zeit zu kostbar. Wir befürchten, dass wir wertvolles Potenzial verschleudern. Und so setzen wir Pausen gleich mit Leerlauf. Mehr Arbeitszeit bedeutet aber nicht mehr Produktivität! Das zeigen diverse Studien. Tatsächlich kann sich hoher Leistungsdruck langfristig negativ auf Gesundheit und Leistungskraft auswirken. Und damit passiert genau das, was wir ursprünglich vermeiden wollten: Wir hemmen unser Potenzial!

Wer sich Muße gönnt, ist schlau!

Also gilt: Wer clever ist, nimmt Pausen ebenso wichtig wie das konzentrierte Arbeiten. Denn durch gezielte Phasen des Nichtstuns tanken wir unsere Energiereserven auf. Das bringt auch unsere Kreativität neu in Schwung. Aber Achtung: Nichtstun gezieltes Nichtstun!

Pausen für die eigene Entwicklung

Perspektiven_Kreatives NichtstunEine kreative Pause machen heißt, aktiv zu werden! Das klingt zunächst wie ein Widerspruch. Es bedeutet aber, dass wir unsere Ruhephasen gezielt gestalten und es auch zulassen, dass uns unsere Gedanken zu uns selbst führen: Was habe ich (heute) alles erreicht? Was ist neu? Was habe ich schon dazugelernt, was will ich noch lernen? Pausen geben auch wichtigen Fragen an uns selbst den nötigen Raum und schärfen den Blick für die eigenen Ziele und die eigene Entwicklung. Je mehr wir dies geschehen lassen, umso weitsichtiger können wir Entscheidungen treffen.

Kreative Pausen: eine Sache des Mindsets

Muße will gelernt sein. Machen Sie gezieltes Nichtstun zu Ihrer inneren Haltung. Wenn es nicht von selbst klappen will, dann lassen Sie sich von unseren Ideen inspirieren:

Have a break #1: Geben Sie Ihren Händen etwas zu tun

Am Arbeitsalltag hilft es oft schon, für einen Moment etwas anderes zu tun. Ich arbeite sehr viel am Laptop und habe auch in Pausen oft das Bedürfnis, meine Hände zu beschäftigen. Einen Knetball oder einen dieser Bälle mit Noppen fest zu drücken, beispielsweise. Oder meinen Schreibtisch aufzuräumen, alte Notizen mit Schwung zu zerreißen und die Oberflächen gründlich zu reinigen. Beides hilft mir, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, zurück zu mir zu kommen und mich gewissermaßen zu re-setten. Wie ist das bei Ihnen?

Have a break #2: Eine Pause für die Augen

Perspektiven_Kreatives NichtstunOder möchten Sie lieber Ihren Blick bewusst auf etwas anderes lenken? Dann lassen Sie Ihren Blick in die Ferne schweifen – die Kastanien vor dem Fenster, der Baukran auf der anderen Straßenseite, das Hochhaus am Ende der Straße, die Bergkette am Horizont. Welche Gedanken tauchen auf? Kommt Ihnen bei den Baustellenfahrzeugen die Spielzeugkiste Ihres Sohnes in den Sinn oder verspüren Sie beim Anblick der Berge Vorfreude auf den nächsten Skiurlaub? Schon ein paar Sekunden können helfen, den Geist zu erfrischen.

Have a break #3: Be hygge

Oder sind Sie eher der Typ, dem Auftanken am besten mit Freunden gelingt? Die Dänen machen es uns mit ihrem Hygge-Lebensgefühl vor: #Gemütlichkeit, #Gemeinsamkeit, #Lachen …. Und ich mache das gern mit meinen Lieblingskollegen nach: Sich zusammen auf einen Espresso ausklinken, sich kurz ganz privat unterhalten oder auch mal Frustiges miteinander teilen – mir helfen diese Momente sehr dabei, den Tunnelblick abzulegen und Energie zu tanken.

Have a break #4: Kick für den Geist

Was ebenfalls gut funktionieren kann – regenerative Ruhepausen mit Bewegung zu verbinden. Morgens mit dem Rad zur Arbeit, in der Mittagspause spazieren gehen oder, wie meine Kollegen, nachmittags mit einer Runde Liegestützen Gas zu geben und richtig abzulachen – Bewegung belebt und entspannt zugleich.

Was auch immer Sie tun, um dem Stress und Hektik – und wenn es nur für wenige Augenblicke ist – zu entkommen, es verändert Ihren Blickwinkel und lässt Sie tief Luft holen. Auch Trends wie Slow Work, Entschleunigung und Achtsamkeit geben viele Anregung und Ideen, wie sich bewusstes Nichtstun gestalten lässt, ohne dabei das Gefühl zu haben, wertvolle Zeit zu vertrödeln – und es tatsächlich nicht zu tun.

Von wegen langweilig – Routine macht kreativ

Tun Sie es einfach: Räumen Sie den kreativen Pausen einen festen Platz ein – ohne Wenn und Aber und ohne schlechtes Gewissen. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen guttut. Und am besten eben nicht nur daheim, sondern auch im Alltag. Wie wäre es, wenn Sie gleich damit anfangen?

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Welcher unserer 4 Ideen spricht Sie am meisten an? Probieren Sie es einfach aus, Sie werden überrascht sein. Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen!

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