Motivation bei der Arbeit: Warum sie so wichtig ist und wie man sie findet

Spätestens bei der Bewerbung ist sie wieder gefragt – unsere Motivation für einen Job, niedergeschrieben in wenigen Absätzen. Dabei treffend zu formulieren, was uns beruflich antreibt, ist wahrlich eine Herausforderung. Denn oft wissen wir es selbst nicht so genau.

1. Was ist Motivation?
2. Bedeutung von Motivation im Job
3. Was für ein Motivationstyp bin ich?
4. Wie kann ich andere motivieren?
5. Die 10 wichtigsten Motivatoren bei der Arbeit
6. So erkennen Personalentwickler motivierte Mitarbeiter
7. Projekt s.mile – unser Beitrag zum Sinn der Arbeit

Wie geht es Ihnen damit? Ist Ihnen Erfolg und Spaß bei der Arbeit wichtig? Was spornt Sie zu Höchstleistungen an? Geld, Anerkennung oder vielleicht eine flexible Arbeitszeit? Finden Sie in Ihrem Job Sinn? Und ist es Ihnen wichtig, die Ziele des Arbeitgebers zu kennen und zu teilen? Sich ab und zu über diese Fragen Gedanken zu machen, lohnt sich. Denn zu wissen, was uns bei der Arbeit bewegt und motiviert, kann viel zu unserer eigenen Zufriedenheit im Leben beitragen. Mehr noch: Wenn Menschen motiviert zur Arbeit gehen, profitiert auch die Wirtschaft.

Was ist Motivation?

Die Wirtschaftspsychologische Gesellschaft beschreibt Motivation als eine innere Energiequelle, die zu Verhaltensweisen antreibt. Motivation bezeichnet damit das Streben nach Zielen. Dieses Streben kann auf unterschiedlichen Motiven beruhen, etwa Macht, Selbstverwirklichung oder Sozialkontakt.

Man unterscheidet zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. Die extrinsische Motivation wird durch das Umfeld hervorgerufen. Neben finanziellen Anreizen können zum Beispiel im Job die Arbeitsumgebung, Vorgesetzte oder Kollegen motivieren. Die intrinsische Motivation kommt von innen und basiert auf der Freude an der Tätigkeit selbst: Die Arbeit macht Spaß und motiviert von sich aus. Diese Art der Motivation steuert jeder von uns selbst. Der angeborene Optimismus, die Regenerationsfähigkeit oder die innere Überzeugung können viel zur eigenen Motivation beitragen.

 

Motivation im Job: immer bedeutsamer

Perspektiven_MotivationMit dem Wandel hin zur Wissensgesellschaft sind viele Aufgaben vielschichtiger und komplexer geworden. War früher eher die eindeutige Aufgabenverteilung verbreitet, laufen heute oft viele Fäden bei einer Person zusammen. Wir arbeiten vermehrt in multidisziplinären Teams, mit flacheren Hierarchien und flexibleren Arbeitsbedingungen. Vielleicht sehen Sie diese Entwicklung auch in Ihrem Job? Wir sind freier in unserer Arbeitsgestaltung als vielleicht noch unsere Eltern, müssen aber auch häufiger selbst und verantwortungsvoll Entscheidungen treffen.

Unsere Motivation bei der Arbeit erhält dadurch eine enorme Bedeutung. Arbeitgeber müssen aufgrund sich auflösender, klarer Kommandostrukturen in vielen Berufen verstärkt auf die innere Motivation und Steuerung der Mitarbeiter bauen. Eine niedrige Motivation kann dabei nicht nur die Freude am Arbeitsplatz trüben, sondern erheblich den Arbeitsfluss stören.

Motivation bei der Arbeit steigert Zufriedenheit und Wertschöpfung

Laut Statistischem Bundesamt verbringen Volljährige im Schnitt gut 45 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz – die Zeit, die jeder von uns zuhause gedanklich bei der Arbeit verbringt, noch nicht berücksichtigt. Hinzu kommt, dass Beruf und Freizeit dank flexibler Arbeitsmodelle immer mehr verschmelzen. Die Zeit, die wir im Büro verbringen, sinkt. Auch Sie haben sicherlich schon zuhause gearbeitet? Oder andersherum vielleicht freie Zeit mit Ihren Kollegen oder Mitarbeitern verbracht? Der Job trägt viel zu unserer Lebensqualität bei. Zufriedenheit und Spaß gehen dabei Hand in Hand mit einer hohen Motivation. Wer motiviert arbeitet, schützt auch seine Gesundheit: Die Gefahr für Depressionen, Burnout oder andere Überlastungsanzeichen sinkt.

Auch Unternehmen profitieren von motivierten Mitarbeitern. Forschungsergebnisse zeigen: Wenn wir motiviert arbeiten, zeigen wir höhere Arbeitsleistungen, sind innovativer, fehlen seltener am Arbeitsplatz, machen weniger Fehler und bleiben häufiger im Unternehmen. Außerdem erhöhen motivierte Mitarbeiter die Profitabilität, die Produktivität, das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit.

Kurzum: Sind Menschen im Job motiviert, erhöhen sie die Wertschöpfung. Das leuchtet ein, denn wer motiviert ist, sucht engagierter nach Lösungen als jemand, der Dienst nach Vorschrift erledigt. Andersherum verlieren Arbeitgeber durch demotivierte Angestellte viel Geld: Mitarbeiter, die innerlich schon gekündigt haben, können die deutsche Wirtschaft bis zu 100 Milliarden Euro pro Jahr kosten, errechnete die Unternehmensberatung Gallup in ihrem Engagement Index 2016.

 

Was für ein Motivationstyp bin ich?

Perspektiven_MotivationKennen auch Sie Zeiten, in denen Ihnen die Motivation im Job abhandenkommt? Um dann nicht in eine Spirale der Lustlosigkeit und Unzufriedenheit zu verfallen, ist Selbstmotivation ein hilfreiches Mittel. Aber was motiviert Sie? Lassen Sie sich durch äußerliche Faktoren wie Geld und Anerkennung motivieren oder treiben Sie eher der Spaß an der Arbeit oder die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung an? Ein Selbsttest des Management-Professors Waldemar Pelz gibt Auskunft. Die Haufe Akademie bietet zudem Tipps und Seminare, die Ihnen zeigen, wie man die Motivation bei der Arbeit wiederfindet und Stress vermeidet. Einer der Tipps: auch mal Nein sagen und auf die eigenen Grenzen achten. Seine Ressourcen richtig einzuschätzen und zu kommunizieren ist eine Stärke, die Freiraum schafft und die Motivation steigert.

Es ist in jedem Fall sinnvoll herauszufinden, weshalb es Ihnen an Motivation am Arbeitsplatz mangelt – vielleicht schon während der Bewerbung. Fehlt es vielleicht an nötigem Wissen oder einer Strategie, wie Sie Aufgaben am besten angehen? Dann kann es helfen, sich fehlende Kompetenzen anzueignen. Die Umfrage „Wert der Weiterbildung“ hat gezeigt, dass sich zwei von drei Mitarbeitern gerne häufiger weiterbilden würden. Sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln, kann dabei wesentlich zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz beitragen.

 

Besser führen: Wie kann ich andere motivieren?

Perspektiven_MotivationDie oben erwähnte Gallup-Befragung zeigt, dass Chefs einen großen Anteil an mangelnder Motivation unter Mitarbeitern haben. Nur jeder Fünfte gab darin an, „die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten“. Die Fähigkeit zu motivieren, lässt sich erlernen. Eine entsprechende Weiterbildung, wie sie auch die Haufe Akademie für Führungskräfte anbietet, kann hier viel bewirken und die berufliche Entwicklung erleichtern – für Vorgesetzte und ihre Mitarbeiter gleichermaßen.

Für Sie als Chef ist es ein guter Anfang zu wissen, was Mitarbeiter am meisten motiviert. Die intrinsische, also innere Motivation, gilt als die nachhaltigere. Diese als Vorgesetzter zu fördern, ist allerdings schwieriger als die extrinsische Motivation. Einer unserer Tipps: die Arbeit so gestalten, dass sie von sich aus motiviert, zum Beispiel durch mehr Handlungs- und Entscheidungsspielraum sowie vielfältige und machbare Aufgaben.

 

Die 10 wichtigsten Motivatoren bei der Arbeit: was uns anspornt

Doch auch äußerliche Anreize sind eine wichtige Stellschraube zur Erhöhung der Motivation am Arbeitsplatz. Die Manpower-Studie „Arbeitsmotivation 2018“ hat die Top 10 der Motivatoren in Deutschland ermittelt: Gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten (46 Prozent)

  1. Flexible Arbeitszeiten (37 Prozent)
  2. Freundschaftliches Verhältnis zu Kollegen auch nach Feierabend (30 Prozent)
  3. Guter Kaffee (27 Prozent)
  4. Kostenlose Getränke (27 Prozent)
  5. Viel Teamarbeit (24 Prozent)
  6. Kleine Aufmerksamkeiten, z. B. Blumen oder Schokonikolaus (23 Prozent)
  7. Betriebliche Gesundheitsförderung (23 Prozent)
  8. Ansprechende Raumgestaltung (21 Prozent)
  9. Pflanzen im Büro (18 Prozent)

 

So erkennen Personalentwickler motivierte Mitarbeiter

Neben der Frage, wie sich die eigenen Mitarbeiter motivieren lassen, stehen Arbeitgeber auch vor der Herausforderung, motivierte Mitarbeiter zu finden. Sind Sie auch gerade auf der Suche? HR-Experte Arthur Schneider hat zehn hilfreiche Fragen für das Bewerbungsgespräch formuliert, mit denen Sie die Motivation von Bewerbern feststellen – zum Beispiel: „Was, glauben Sie, ermöglicht wirklich gute Leistungen?“

Dabei ist es nicht nur im Interesse der Arbeitgeber, passende und motivierte Mitarbeiter zu finden. Wir sind Menschen. Wenn wir uns am Arbeitsplatz wohlfühlen, uns mit dem Unternehmen in irgendeiner Weise identifizieren und motiviert sind, tragen wir in erster Linie selbst viel zu unserem Wohlbefinden und zu unserem persönlichen Glück bei.

 

Projekt s.mile: unser Beitrag zum Sinn der Arbeit

Perspektiven_MotivationAls Anbieter für Qualifizierung und Entwicklung von Menschen und Unternehmen beschäftigen uns die Themen Arbeit mit Sinn und Motivation intensiv. Um unsere Arbeit und ihren Sinn für uns im Unternehmen erfahrbarer zu machen, startete die Haufe Akademie im Sommer 2016 ein ungewöhnliches Projekt: Zwölf ganz unterschiedliche Menschen erhalten mit dem Projekt s.mile (=smart mile) von uns die Möglichkeit, über den Zeitraum von zwei Jahren kostenfrei das komplette Qualifizierungs- und Entwicklungsangebot der Haufe Akademie zu nutzen.

Hier im Perspektivenblog können Sie die Teilnehmer unseres Projekts s.mile besser kennenlernen und vielleicht von ihnen lernen und sich inspirieren lassen. Was treibt sie an, was motiviert sie und welche Ziele haben sie? Was gibt ihnen Orientierung? Wir freuen uns darauf, diese Einblicke mit Ihnen zu teilen.

2 Kommentare zu “Motivation bei der Arbeit: Warum sie so wichtig ist und wie man sie findet

  1. B. Burmester says:

    Ich denke, es gibt externe Faktoren, die intrinsische Motivation entweder unterstützen oder dämpfen. Wertschätzung zum Beispiel. Dabei geht es nicht darum, ständig gesagt zu bekommen, wie toll man arbeitet. Sondern darum, dass die eigene Leistung nicht (gefühlt) ins Leere läuft, sie gesehen und unterstützt wird. Deshalb sind auch konstruktive Kritik, Feedback, welche Kenntnisse noch ausgebaut werden sollten und fordernde Aufgaben und Ziele ein Ausdruck von Wertschätzung. (Fordernde Aufgaben natürlich mit Augenmaß. Unmögliche Ziele motivieren niemanden.) Damit zusammenhängend ist auch die Einordnung der eigenen Aufgaben in die Unternehmensstrategie wichtig oder doch zumindest in die Leistung der Abteilung. Es ist in Ordnung, ein Zahnrad in einem großen Getriebe zu sein, wenn man weiß, dass dieses Zahnrad wichtig ist. Teilhabe am Unternehmenserfolg aufzeigen, das ist auch für die operativen Ebenen durchaus möglich.

  2. Liebe Frau Burmester,

    Ihre Formulierung – dass es darum geht, dass die Arbeit gesehen wird und nicht ins Leere läuft – hat mich sehr angesprochen. Sie bringen gut auf den Punkt, dass Motivation eben nicht immer/ nur Lob sein muss. Sich als relevanten Teil des Ganzen zu sehen, darum geht es. Vielen Dank, dass Sie Ihre Sichtweise mit uns teilen und so dazu beitragen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Viele Grüße aus der Haufe Akademie,
    Kerstin Schreck

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