Erfolgreiches Business Coaching: Trends und Tipps

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Business Coaching gilt, noch vor Training und Beratung, in den Unternehmen als die individuellste und nachhaltigste Form der Personalentwicklung und Mitarbeiter:innenführung.

Dabei sind die Ausprägungen und Einsatzmöglichkeiten von Coaching sehr unterschiedlich.

Welche Arten von Business Coaching in der Praxis bevorzugt werden, zeigt eine aktuelle Online-Befragung von 50 mittelständischen Unternehmen.

Im Rahmen der Recherchearbeiten des Coaching-Fachbuches „Fragen mit (Aus-) Wirkungen – Coaching im Unternehmen“ wurden Geschäfts­führer:innen und Personalleiter:innen aus 50 mittelständischen Unternehmen über den Einsatz von Coaching im eigenen Unternehmen befragt.

Die Umfrage ergab, dass Einzel-Coaching in den Unternehmen überwiegend zur Förderung folgender Zielgruppen eingesetzt wird:

  • Unternehmensleitung und Top- bzw. mittleres Management
  • Nachwuchs-Führungskräfte und High Potentials.

Das Top-Management erhält in der Regel Einzel-Coaching durch eine/n externe(n) Business Coach:in. In den anderen Fällen führen auch Mitarbeiter:innen der Personalabteilung oder die zuständigen Führungskräfte das Coaching durch.

Welche Zielsetzungen und Hintergründe die Business Coachings in den Unternehmen hatten, verdeutlicht die folgende Übersicht:

  • Verbesserung von Führungskompetenz, -qualitäten und -verhalten (79 %)
  • Vorbereitung auf die Übernahme einer neuen Funktion oder (Führungs-)Aufgabe (65 %)
  • Verbesserung der Zusammenarbeit im Bereich bzw. im Team (63 %)
  • Ausgleich von Verhaltensdefiziten z. B. in der Kommunikation (58 %)
  • Persönlichkeits- / Potenzialentwicklung (54 %)
  • Organisatorische Veränderungen (50 %)
  • Folgemaßnahmen aus Mitarbeiter:innengesprächen (50 %)
  • Bewältigung von Konflikten im Unternehmen (38 %).

Überwiegend setzen die Unternehmen also Coaching mit einer auf die Zukunft gerichteten Perspektive ein. Mitarbeiter:innen sollen durch Coaching dabei unterstützt werden, ihre Aufgaben in der Zukunft möglichst optimal zu bewältigen (Chancen- bzw. Mehrwert-Coaching). In diesen Fällen kommt Coaching also frühzeitig und vorausschauend zum Einsatz und nicht erst, wenn das „Kind in den Brunnen gefallen ist“. Somit kann Coaching als echte Mitarbeiter:innenförderung und gezielte Qualifizierung genutzt werden. In weit weniger Fällen sollen mit Business Coachings Versäumnisse, Konflikte oder Defizite der Vergangenheit bearbeitet werden (Defizit-Coaching).

In den Unternehmen stellt sich natürlich die Frage, wen sie mit der Durchführung des Coachings beauftragen. Wird eine interne Fach- oder Führungskraft eingesetzt, ist besonders darauf zu achten, dass eine Rollenklarheit herrscht. Der fachlich Vorgesetzte ist per Definition nur bedingt ein „neutraler Ratgeber und Fragensteller“, der absichtsfrei die Entwicklung der Mitarbeiter unterstützt.

Soll ein(e) externer Coach:in eingesetzt werden, ist die Auswahl des passenden Business Coachs entscheidend für den Erfolg. Die Bezeichnungen „Berater:in“ oder „Coach:in“ sind keine geschützen Berufe. Jeder kann diese Bezeichnungen verwenden. Weitere Zusätze wie „Beratercoach:in“ oder „Vermittlungsberater:in“ kommen hinzu.

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Grundsätzlich sind Unternehmen gut beraten, wenn sie auf Experten zurückgreifen, mit denen Sie in der Vergangenheit bei vergleichbaren Projekten gute Erfahrungen gemacht haben, Referenzen einholen und auf eine fundierte Ausbildung Wert legen.

Die Praxis zeigt, dass es mindestens zwei Voraussetzungen gibt, um Coachings im Unternehmen erfolgreich durchzuführen:

Voraussetzungen für erfolgreiches Business Coaching im Unternehmen

1. Die Mitarbeiter befürworten das Coaching

Oftmals entsteht Coaching nicht auf Initiative der Mitarbeiter hin, sondern wird durch die Vorgesetzten als Personalentwicklungsmaßnahme initiiert. Das A und O ist dann, dass die Mitarbeiter:innen umfassend informiert und eingebunden werden. Er muss den Coaching-Grund und das Coaching-Ziel kennen und verstehen.

Nur auf dieser Basis sind die Mitarbeiter:innen in der Regel bereit,

  • sich auf das Coaching einzulassen,
  • sich in den Coaching-Sitzungen zu öffnen und etwas von sich preiszugeben,
  • sich mit sich selbst, seinem Tun und Handeln auseinanderzusetzen,
  • Hilfe anzunehmen, eigene Konflikte anzugehen und aktiv an notwendigen Veränderungen zu arbeiten.

2. Ein/e Coach:in wird von den Mitarbeiter:innen als Vertrauensperson akzeptiert

Business Coaching berührt die Persönlichkeit der Mitarbeiter:innen oftmals direkt und kann auch sehr in die Tiefe gehen. Verdrängte Glaubenssätze und unbewusste Verhaltensmuster werden offengelegt. Tiefe Verletzungen werden wieder fühlbar. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Coach:in und Mitarbeiter:innenkann besonders gut entstehen, wenn der/die  Coach:in

  • empathisch, interessiert und glaubwürdig ist,
  • neutral, nicht Teil des Problems ist und garantiert, dass die Vertraulichkeit gewahrt wird und das erlangte Insider-Wissen auch nicht Einfluss auf künftige Personalentscheidungen hat,
  • bei Bedarf auch eigene Erfahrungen einbringen kann und eine fundierte Qualifikation und ausreichend Hintergründe im Coaching und der Beratung im Businesskontext hat.
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Über den:die Autor:in

Haufe Akademie Online-Redaktion

Zur Themenübersicht Kompetenz für Training, Coaching und Beratung

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