Arbeiten in Deutschland – Business Training für Einsteiger

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Interkulturelle Kompetenz ist ein wichtiger Softskill für alle Arbeitnehmer und Geschäftspartner, die für oder mit Unternehmen aus einem anderen Land arbeiten. Doch worauf müssen Geschäftsleute und Führungskräfte achten, wenn Sie mit Deutschen zu tun haben? Wir zeigen Ihnen wichtige Punkte für Ihr „Business Training Germany“.

Der Fokus liegt auf der Aufgabe

Die Deutschen gelten laut Klischee als sehr pflichtbewusst und straight. Tatsächlich sollten Sie als Geschäftspartner eines deutschen Unternehmens in der Geschäftskommunikation oder beim Gespräch mit Kollegen immer die aktuelle Aufgabe bzw. das Thema im Auge behalten. An dieser Aufgabe orientieren sich Ansprache und Gesprächsstil. Allgemein gehen deutsche Geschäftspartner überwiegend davon aus, dass das Gespräch über die gemeinsame Aufgabe die Grundlage für den gesamten Geschäftskontakt liefert. Small Talk ist dabei weniger gefragt.

Papier, Struktur und Regeln sind wichtig

Während es in vielen Regionen der Welt üblich ist, Geschäfte mit einem Handschlag zu besiegeln, wird in Deutschland Wichtiges überwiegend auf Papier festgehalten. Deshalb sollten sich Arbeitnehmer aus dem Ausland daran gewöhnen, vor dem eigentlichen Arbeitsantritt verschiedene Verträge vom Arbeitsvertrag bis zur Verschwiegenheitsklausel auszufüllen.

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Zum deutschen Hang zu Vertragswerken passt auch die Abhängigkeit von Strukturen. In deutschen Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Regelungen und Vorschriften sowie festen Organisationsabläufen, die genau eingehalten werden müssen. Wer als Ausländer zum ersten Mal in einem deutschen Unternehmen arbeitet, sollte sich deshalb im Vorfeld am besten mit diesen Regelungen vertraut machen. Der Vorteil dieser Regelwerke besteht in einem hohen Maß an Beständigkeit und Qualität bei der Arbeit. Wer jedoch aus anderen Ländern eher flexibles Arbeiten gewöhnt ist, wird diese Flexibilität häufig vermissen.

Eine geschlossene Bürotür bedeutet nicht Ablehnung

Während es in Nordamerika sowie in vielen Ländern der Welt üblich ist, dass die Bürotür nur für ganz wichtige geschäftliche oder private Unterhaltungen geschlossen wird, ist die verschlossene Tür in Deutschland immer noch Usus. Wer hinter verschlossenen Türen hat deshalb kein Geheimnis, sondern arbeitet und will vielleicht auch nicht gestört werden. Im Zuge der New Work und neuer Arbeitsformen weicht die geschlossene Tür jedoch immer häufiger offenen Großraumstrukturen. Wichtig ist, diese Praxis der geschlossenen Tür nicht falsch zu verstehen und als Zurückweisung oder Abschottung zu missdeuten. Meist geht es einfach darum, mit mehr Ruhe konzentrierter zu arbeiten.

Verlässlichkeit und Pünktlichkeit bleiben immer noch wichtige Werte

In einem Land, in welchem selbst Linienbusse minutengenau getaktet werden, ist Pünktlichkeit ein hohes Gut. Wenn Sie zum Beispiel ein Vorstellungsgespräch haben, sollten Sie es tunlichst vermeiden, nur wenige Minuten zu spät zu kommen. Auch für die Arbeitszeiten gilt: Kommen Sie immer pünktlich.

Bleiben Sie auch bei Zusagen möglichst verlässlich. Wenn Sie eine Zusage für eine Deadline eines Ihrer Projekte gegeben haben, sollten Sie diese auch einhalten. Der eher lockere Umgang mit Uhrzeiten und Terminen in anderen Ländern ist in Deutschland ein NoGo.

Privates und Geschäftliches bleiben meist getrennt

Auch wenn Startups und jüngere Firme vermehrt Teambuilding betreiben und einen Teamspirit leben, bleiben Geschäftliches und Privates in deutschen Firmen meist getrennt. Das gilt zum Beispiel besonders für Geschäftsverhandlungen. In diesen Gesprächen wird überwiegend über das Geschäft gesprochen, wenn sich beide Geschäftspartner noch nicht kennen. Selbst in Teams im Büro bleiben private Gespräche eher selten. Man sagt vielen Deutschen sogar nach, dass sie im Betrieb eine andere Person sind als zuhause. Arbeitnehmer aus dem Ausland sollten sich deshalb nicht verunsichern lassen, wenn deutsche Kolleginnen und Kollegen eher unterkühlt wirken, weil sie vor allem zu Beginn der Zusammenarbeit nur wenig Privates preisgeben.

Es wird sehr direkt kommuniziert

In anderen Ländern ist es üblich, Kritik sehr freundlich zu formulieren und auch Aufgaben in einen motivierenden Rahmen zu verpacken. In Deutschland hingegen wird meist sehr offen und explizit gesagt, was zu tun ist und was falsch gemacht wurde. Diese Attitude wird von Arbeitnehmern und Geschäftspartnern aus dem Ausland häufig als kalt und unfreundlich empfunden. Allerdings ist diese Tonalität nicht verletzend gemeint, sondern nur Ausdruck eines der deutschen Mentalität intrinsischen Pragmatismus.

Deutschland ist eine Bundesrepublik

Arbeitskräfte aus dem Ausland tun gut daran, die Eigenheiten der jeweiligen Bundesländer und ihrer Einwohner zu studieren. Denn obwohl Deutschland ein Land ist, gibt es 16 Bundesländer mit jeweils speziellen kulturellen Eigenheiten. Es lohnt sich für frisch in Deutschland gelandete Arbeitskräfte deshalb, sich ein wenig mit der Geschichte Deutschlands vertraut zu machen. Nach diesem „Selbststudium“ werden viele Verhaltensmuster von Bayern, Badenern, Sachsen oder Ostfriesen nachvollziehbarer.

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Über den Autor

Sarah Mamer

Produktmanagerin für Qualifizierungsangebote, Seminare & Trainings für den Bereich „International Business“ bei der Haufe Akademie.

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