e-Learning als Einstieg in Interkulturelle Kompetenzen

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Die Welt wächst zusammen, wird gefühlt immer kleiner – Bauen Sie interkulturelle Kompetenzen in Ihrem Unternehmen auf.

Unternehmen jeder Größenordnung haben Standorte und Kunden über die europäischen Grenzen hinaus. Wer in der internationalen Zusammenarbeit teure Fehler und Missverständnisse vermeiden will, braucht mehr als Fremdsprachenkenntnisse. e-Learning und Präsenzseminare helfen, interkulturelle Kompetenz aufzubauen. Kaum fünf Jahre ist es her, dass die europäische Wirtschaft in eine schwere Krise geriet. Während insbesondere der europäische Süden bis heute unter den Folgen leidet, kamen die international aufgestellten deutschen Unternehmen mit einem blauen Auge davon. So erwirtschafteten deutsche Maschinenbauunternehmen schon im Jahr 2012 wieder 149 Milliarden Euro, 72 Prozent ihres Gesamtumsatzes mit Drittländern wie China, den USA oder Frankreich.

Internationale Präsenz für wirtschaftlichen Erfolg

Der Erfolg hat viele Gründe, allein Qualität „Made-in-Germany“ reicht jedoch längst nicht mehr aus. Auf Außenhandel spezialisierte Banken empfehlen insbesondere kleineren mittelständischen Unternehmen, sich durch internationale Präsenz gegen häufiger auftretende externe Krisen abzusichern. Das bedeutet, sie müssen vor Ort präsent sein und sich für eine strategische Zusammenarbeit mit internationalen Partnern qualifizieren. Wer seine Mitarbeiter auf den internationalen Einsatz gut vorbereitet, legt einen wichtigen Grundstein für den wirtschaftlichen Erfolg. Der internationale Arbeitsalltag bringt viele Veränderungen mit sich. Anstatt relativ isoliert ihrem Job nachzugehen, sollen Manager und Mitarbeiter mit den Vertriebsgesellschaften vor Ort korrespondieren, auf die Wünsche fremder Märkte eingehen oder mit Produktionsmitarbeitern in fernen Ländern erfolgreich in Projekten zusammenarbeiten. Englisch sprechen oder die Sprache des Partners lernen und die technische Infrastruktur für das internationale Geschäft aufbauen, reicht nicht aus. Ein häufig unterschätzter Erfolgsfaktor ist viel mehr die interkulturelle Kompetenz.

Kulturfragen sicher beantworten

Interkulturelle Handlungskompetenz kann bereits beim ersten Eindruck maßgeblich sein und über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Was bedeutet es, wenn der japanische Geschäftspartner nicht die Hand gibt oder der arabische Verhandlungspartner nur mit einem weichen Händedruck reagiert? Wenn ein Mitarbeiter sich häufig um eine Viertelstunde verspätet, ist er damit unzuverlässig oder gehört das zur Kultur des Landes? Was ist gemeint, wenn weder ein klares Ja noch ein Nein in Verhandlungen zu hören ist? Wie geht man in der fremden Kultur mit Kritik um und was bedeutet es, wenn der Abschluss nicht sofort festgezurrt, sondern mit vagen Worten hinausgezögert wird? Auf jede dieser Fragen müssen Mitarbeiter spontan in dem Moment antworten, wenn sie auftauchen. Reagieren sie, wie sie es vom heimischen Arbeitsplatz kennen, entstehen leicht Kommunikationspannen oder sogar Konflikte. Das kostet Zeit, Geld und gefährdet den Projekterfolg. Zu wissen, wie man sich in einer fremden Kultur die Hände schüttelt, reicht nicht aus, um spontan und sicher zu agieren. Um sich auf fachliche Einzelheiten der Zusammenarbeit konzentrieren zu können, muss das Wissen um die fremde Kultur in Handlungskompetenz überführt werden. Erst wenn Mitarbeiter fähig sind, fremde Handlungsmuster zu erkennen, entwickeln sie eigene Reaktionsmuster und sind auf den Auslandseinsatz oder die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wirklich vorbereitet.

e-Learning für die Sensibilisierung

Ganz entscheidend ist im ersten Schritt, die Mitarbeiter für das zu sensibilisieren, was sie erwartet. Das beginnt mit landeskundlichen Informationen wie Essen und Trinken, Begrüßungszeremonien  oder Klimabedingungen, die auf Leben und Arbeit einen großen Einfluss haben. Diese Informationen in Form von Vorträgen, Videos oder schriftlichen Unterlagen lassen sich umwandeln in e-Learning-Angebote. Elektronisch aufbereitet und durch interaktive Sequenzen und Animationen ergänzt, lernen einzelne Mitarbeiter oder ganze Abteilungen damit selbstgesteuert. Sie bestimmen ihr Lerntempo selbst und eignen sich die wesentlichen Grundlagen  ganz individuell an. Grundsätzlich gelten die Vorteile des e-Learnings auch für das Training in interkultureller Kompetenz. Mitarbeiter üben am Arbeitsplatz, fallen nicht aus und verursachen keine Reisekosten. Mit mobilen Lerninhalten auf Tablet PC’s ist Lernen zu jeder Zeit und an (fast) jedem Ort möglich. e-Learnings, die Verhaltenstipps geben oder Länderinformationen liefern, sind eine Investition, die sich langfristig lohnt, weil die Lerninhalte nicht kurzfristig verfallen. Aktuelle Informationen steuern integrierte Links und Verweise auf z. B. Online-Medien bei. Diese e-Learning-Angebote lassen sich von den verschiedensten Mitarbeitern immer wieder zur Auffrischung nutzen, um sich auf einen Auslandseinsatz oder internationale Projekte vorzubereiten.

Blended Learning wirkt nachhaltig

Die Vorteile von e-Learning im Bereich interkulturelle Kompetenz liegen vor allem in der Wissensvermittlung. Ein Präsenztraining im Nachgang, mit dem sich Verhaltens- und Einstellungsänderungen bewirken lassen, kann man mit den so erarbeiteten Grundlagen wesentlich effektiver gestalten. In der Präsenzmaßnahme wenden die Teilnehmer das Erlernte in einem geschützten Raum mit einem oder mehreren Trainern an und bekommen ein persönliches Feedback auf das eigene Verhalten. Das fördert den Lerntransfer, es entsteht ein Gespür für kulturelle Unterschiede und weckt positive Neugier auf fremde Kulturen statt Unsicherheit auslösende Angst. Kontakte zu Trainern und anderen Teilnehmern in Präsenzmaßnahmen helfen weiter, wenn Konflikte auftreten und drängende Verhaltens- fragen per Chat oder virtueller Konferenz zu klären sind. Blended Learning-Konzepte haben noch weitere Vorteile, wenn es um interkulturelles Training geht: Spezifisches Wissen zu Land und Leuten steht als e-Learning-Angebot online an nahezu jedem zivilisierten Ort der Welt zur Verfügung. Immer dann, wenn der Mitarbeiter es braucht und ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Die interkulturelle Zusammenarbeit wird damit nicht nur gefördert, sondern zu einem wirklichen Erfolgsmodell für alle Beteiligten.

 

Unsere Empfehlungen zu den Seminaren „Interkulturelle Kompetenz“:

Direkt zum e-Training: Business-Kompetenz China

Direkt zum e-Training: Business-Kompetenz Indien

Direkt zum e-Training: Business-Kompetenz Südkorea

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Über den Autor

Jochen Ruf

Diplom Psychologe. Produktmanager der Haufe Akademie für schriftliche Lehrgänge und e-Learning.

 

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