Ein Nachhaltigkeitsmanager (engl. Sustainability Manager) ist für die sozialen, ökonomischen und ökologischen Belange eines Unternehmens verantwortlich. Egal ob Dienstleistung oder Produktion: Nachhaltigkeitsmanager gestalten die nachhaltige Transformation von Unternehmen. Sie entwickeln Strategien, steuern ESG-Daten und sorgen dafür, dass ökologische, soziale und Governance-Aspekte systematisch in Geschäftsprozesse integriert werden. Wie sich das Berufsbild durch europäische Regelungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verändert hat und was ein Nachhaltigkeitsmanager wissen sollte, erfährst du im Blogbeitrag.
Nachhaltigkeitsmanager: Key Facts
Ausbildung
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Hard Skills
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Weiterbildung
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Soft Skills
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Gehalt
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Verwandte Berufe
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Was ist ein Nachhaltigkeitsmanager? Definition
Nachhaltigkeitsmanager sind verantwortlich für die Entwicklung, Umsetzung und Steuerung der Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens.
Sie stellen sicher, dass ökologische und soziale Aspekte sowie Anforderungen aus ESG-Regulatorik und Stakeholder-Erwartungen in die Unternehmensstrategie integriert werden.
Dabei arbeiten sie eng mit verschiedenen Bereichen zusammen, z. B.:
- Geschäftsführung
- Einkauf und Lieferkettenmanagement
- Controlling und Reporting
- Produktion und Entwicklung
- HR und Kommunikation
Ziel ist es, Nachhaltigkeit messbar, steuerbar und wirtschaftlich sinnvoll im Unternehmen zu verankern
Berufsbild heute & Entwicklung
Die EU-Omnibus-Reform (12/2025) hat die regulatorischen Pflichten deutlich reduziert: Die CSRD gilt nur noch für Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden und 450 Mio. Euro Umsatz, die CSDDD greift ab 2029 erst ab 5.000 Mitarbeitenden und 1,5 Mrd. Euro Umsatz und mit abgeschwächten Anforderungen. KMU werden damit entlastet und verlagern den Fokus von reinem Reporting hin zu Strategie, EUDR-Lieferketten und freiwilligem ESG-Management. Parallel hat sich das Berufsbild professionalisiert – vom Einzelkämpfer zur Schnittstellenrolle mit Daten- und Change-Schwerpunkt. Der Sustainability People Report 2025 zeigt zwar eine hohe Wechselabsicht unter den Sustainability Managern (43 %, vor allem durch Desillusionierung und fehlende Unterstützung), gleichzeitig bleiben Zufriedenheit (60 %) und Gehälter stabil (Median 76.000 €, +5,5 % ggü. Vorjahr)² Insgesamt sind zwar keine Massenentlassungen erkennbar, jedoch wächst die Unsicherheit insbesondere in KMU mit stark reportinglastigen Rollen, während strategische Nachhaltigkeitskompetenz weiterhin gefragt ist.
Unterschiede Konzerne vs. Mittelstand
| Konzerne (>1.000 MA) | Mittelstand/KMU | |
|---|---|---|
| Fokus | Strategie/Reporting (CSRD) | Operativ/Projekte (VSME/EUDR) |
| Struktur | Eigene Teams/Abteilungen | Nachhaltigkeitsaufgaben oft als Querschnittsfunktion |
| Berichtspflicht (post-Omnibus) | CSRD ab 2027/28 | Größtenteils weg |
| Gehalt (Median) | 65.000–78.000 € | 46.000–55.000 € |
³
Was sind die Aufgaben eines Nachhaltigkeitsmanagers?
Nachhaltigkeitsmanager entwickeln bereichsübergreifende Strategien, mit dem Ziel Nachhaltigkeit in allen unternehmensrelevanten Prozessen zu verbessern. Da Prozesse und Lieferketten von Unternehmen i.d.R. sehr komplex gestrickt sind und viele Akteure betreffen, besteht eine der Hauptaufgaben des CSR-Managers in der Kommunikation. Schließlich müssen viele Abteilungen rechtzeitig informiert und miteinbezogen werden, wenn ein echter Wandel stattfinden soll.
Je nach Unternehmen und Größe der Organisation sieht der Alltag eines Nachhaltigkeitsmanagers unterschiedlich aus, doch in den meisten Fällen erwarten einen CSR-Manager folgende Aufgaben:
- Entwicklung von Strategien zur Verbesserung sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte (inkl. Klimaziele SBTi)
- Sukzessiver Abbau von sozialen oder ökologischen Problemen entlang der gesamten Lieferkette (EUDR-Compliance)
- Inputgeber und Mitgestalter von Verfahren und Produkten zur Verbesserung der CO₂-Bilanz im Unternehmen
- Beratung der Unternehmensleitung und der Fachabteilungen zu Umweltrisiken und ESG-Chancen
- Implementierung von Prozessen zur Messung der Auswirkungen von CSR-Maßnahmen (KPIs, CSRD-Reporting in Konzernen)
- Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher und sozialer Standards
- Koordination von Schulungen und Weiterbildungen der entsprechenden Mitarbeitenden
- Zusammenarbeit mit internen und externen Stakeholdern
- Koordination von Nachhaltigkeitsprojekten
- Mitgestaltung bei der Öffentlichkeitsarbeit (PR) und im Marketing
- v.m.
Gut zu wissen: Der Einbezug wichtiger Stakeholder sowie die Koordination mit dem Management sind entscheidende Grundvoraussetzungen, um nachhaltige Prozesse in einem Unternehmen umzusetzen und systematisch interne Strukturen zu verändern.
Qualifikationen & Kompetenzen eines Nachhaltigkeitsmanagers
Nachhaltigkeitsmanager oder CSR-Manager sind keine geschützten Berufe. Es gibt also mehrere Wege, diesen Beruf zu ergreifen. Angefangen bei speziellen Studienabschlüssen wie z. B.:
- Bachelor für Ökologie und Umweltschutz
- Bachelor für Nachhaltige Entwicklung
- Master für Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement
- Master of Business Administration (MBA) in Sustainability Management
Doch auch ein Quereinstieg kann gelingen. Voraussetzung ist in der Regel ein abgeschlossenes Studium, die Fachrichtung kann je nach Unternehmen und Branche stark variieren.
Gut zu wissen: Wer als Nachhaltigkeitsmanager bei einem Hersteller von Bio-Limonaden arbeitet, hat z. B. einen Abschluss in Getränketechnologie, wohingegen der CSR-Manager eines Architekturbüros eher einen Abschluss im Ingenieurwesen hat. Das passende Studium ist also eine grundlegende Qualifikation, doch schließlich zählt auch der Wille, in Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltige Entwicklungen zu realisieren.
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Hard Skills
Ein Nachhaltigkeitsmanager braucht Fachkenntnisse – und das speziell in den Bereichen, in denen das Unternehmen agiert. Da der CSR-Manager mit fast allen Fachabteilungen sowie mit der Führungsebene eng zusammenarbeiten muss, benötigt er in seinem Job folgende Hard Skills:
- Verstehen der Wertschöpfungsketten (inkl. EUDR-Risiken)
- Verstehen der Stakeholder
- Wirtschaftliches Denken
- Kennen der Geschäftssprache
- Überwachungs- und Bewertungsfähigkeiten (Daten, ESG-KPIs, CSRD-Berichte)
- Branchenspezifisches Wissen (z.B. EU-Taxonomie)
Soft Skills
An den genannten Hard Skills lässt sich bereits ablesen, dass die Kompetenzen des Nachhaltigkeitsmanagers sehr viel Kommunikation und Koordination bedürfen. So zählen zu den wichtigsten Soft Skills eines CSR-Managers in etwa die Folgenden:
- Offenheit für verschiedene Perspektiven
- Besonders ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten
- Hohes Maß an Lernbereitschaft (z. B. Omnibus-Updates)
- Resilienz und systemisches Denken
Gut zu wissen: Kommunikation ist die entscheidende Fähigkeit eines Nachhaltigkeitsmanagers. Eine klare, prägnante, interessenbezogene Kommunikation ist unerlässlich, um alle Akteure von der Entwicklung und Umsetzung der CSR-Maßnahmen zu überzeugen.
Nachhaltigkeitsmanager: Ausbildung & Weiterbildung
Das Thema Nachhaltigkeit gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Einerseits bevorzugen immer mehr Menschen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen, andererseits wollen Unternehmen zunehmend mehr ökologische Verantwortung übernehmen und ihren Arbeitnehmern ein grünes Umfeld bieten – mit hohen sozialen wie ökologischen Standards.
Ausbildung & Studium
Eine spezielle Berufs-Ausbildung zum Nachhaltigkeitsmanager gibt es (noch) nicht. Es gibt zwar spezielle Studiengänge, die den Einstieg als CSR-Manager sicherlich erleichtern. Aber je nach Branche und Unternehmensgröße können auch Fähigkeiten gefragt sein, die Absolventen aus anderen Studiengängen – wie z. B. aus dem Ingenieurwesen, im Bereich Physik und Chemie sowie Biologie als auch der Medizin – besser bedienen. In der Praxis finden sich immer wieder Quereinsteiger als Nachhaltigkeitsmanager. Oft arbeiteten sie zuvor in Fachabteilungen des Unternehmens und wechseln dann in die CSR-Abteilung. Deshalb werden im DACH-Raum auch zahlreiche Lehrgänge für CSR-Manager angeboten, die eine Aus- bzw. Weiterbildung in diesem Bereich ermöglichen.
Weiterbildung
Fachspezifische Weiterbildungen und Trainings zum Nachhaltigkeitsmanager konzentrieren sich auf die wichtigsten Themen zu Corporate Social Responsibility (CSR). Passende Weiterbildungen und Trainings für Nachhaltigkeitsmanager behandeln also meist folgende Inhalte:
- Nachhaltigkeit in Prozessen umsetzen
- Nachhaltigkeit im Supply Chain Management
- Nachhaltigkeit innerhalb der Organisation
- Nachhaltigkeit messen und fördern (ESG-KPIs)
- Green HR (Human Resources)
- CSRD/ESRS-Reporting, Omnibus-Compliance
Nachhaltigkeitsmanagement im Wandel
Während 2022 über die Hälfte der befragten Unternehmen noch keine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt hatten⁴, liegt 2025 die Anzahl der Unternehmen mit expliziter Strategie bei 74 Prozent⁵. Durch die Omnibus-Verordnung liegt der Fokus inzwischen deutlich auf machbaren Strategien und Ansätzen.
Stärker denn je werden Unternehmen von der Gesellschaft daran gemessen, inwieweit sie Ziele einer nachhaltigen Entwicklung definieren und diese auch erreichen. Nachhaltigkeit im Unternehmen und Corporate Social Responsibility entlang der gesamten Wertschöpfungskette avancieren immer mehr zu strategisch bedeutsamen Aufgaben heutiger Unternehmenspolitik. Das sind wichtige Gründe, warum dem Beruf des Nachhaltigkeitsmanagers in Zukunft mehr Bedeutung zukommen wird als heute.
Nachhaltigkeitsmanager ist ein Arbeitsplatz der Zukunft – Aus-/Weiterbildung bei der Haufe Akademie.
Mit unseren praxisorientierten Kursen und Seminaren bereiten wir dich bestens auf deine Stelle als Nachhaltigkeitsmanager vor – egal ob du ein passendes Studium absolviert hast oder als Quereinsteiger anfangen möchtest.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Beitrag auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.
FAQs Nachhaltigkeitsmanager
Was ist ein Nachhaltigkeitsmanager?
Nachhaltigkeitsmanager – auch CSR-Manager, ESG-Manager oder Sustainability Manager genannt – sind bereichsübergreifend für die Umsetzung aller sozialen, ökonomischen und ökologischen Belange eines Unternehmens verantwortlich– jedoch immer mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit.
Wie wird man Sustainability Manager?
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, um ein Nachhaltigkeitsmanager zu werden:
- Durch ein Studium, z. B. einen Bachelor für Ökologie und Umweltschutz, oder einen Master für Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement.
- Man hat einen anderen branchenspezifischen Studienabschluss und bewirbt sich als Quereinsteiger.
Wie viel verdient man als Nachhaltigkeitsmanager?
Ein Nachhaltigkeitsmanager verdient im Durchschnitt zwischen 52.000 und 96.000 Euro brutto im Jahr. Je nach Branche und Unternehmensgröße sind auch sechsstellige Bruttojahresgehälter möglich.
Warum brauchen Unternehmen einen Nachhaltigkeitsmanager?
Unternehmen werden von der Gesellschaft immer mehr daran gemessen, inwieweit sie nachhaltige Prinzipien umsetzen. Nachhaltigkeitsmanager sorgen dafür, dass Klimaschutz im gesamten Unternehmen angegangen wird – von der Produktion über die Dienstleistung bis hin zur Lieferkette.
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¹Sustainability People Report 2025 (sustainability people company, EY & Haufe).
²Ebd.
³Tabelle basierend auf walbee.de (2024) & Sustainability People Report (2025).
⁴Sustainability Transformation Monitor 2023 (Erhebung 2022). Bertelsmann Stiftung et al., 12.1.2023.
⁵Sustainability Transformation Monitor 2025 (STM25). Bertelsmann Stiftung et al., 19.3. 2025.