Blended Learning: Das Beste aus allen Lernwelten

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Blended Learning ist so etwas wie der Klassiker des Corporate Learning.

Das stellte der jährlich aufgelegte Trendmonitor des MMBInstituts für Medien- und Kompetenzforschung aus Essen im letzten Jahr fest.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Studie „e-Learning und Lernen am Arbeitsplatz im Mittelstand“, ebenfalls im letzten Jahr aufgelegt von der Haufe Akademie und dem MMB- Institut. Demnach setzen bereits 54 Prozent der Kleinen und Mittleren Unternehmen Blended Learning ein. Bei den Großunternehmen sind es fast 60 Prozent, die mit diesem Lerndesign arbeiten. Der „Horizon Report 2014“ als renommierte internationale Studie sagt Blended Learning ebenfalls eine blendende Zukunft voraus. Mit der sinnvollen Verknüpfung von

  • klassischen Präsenzveranstaltungen, vor Ort oder in einem virtuellen Klassenraum, aber an einen festen Termin gebunden,
  • freiem, selbstgesteuerten Lernen mit e-Learning-Modulen und schriftlichen Unterlagen sowie
  • einer fördernden, zielgerichteten Lernbegleitung lassen sich Lernerfolge steigern und Lernen im Unternehmen effizient gestalten. Weder Präsenztrainings noch das technologiegestützte Lernen sind jedes für sich so wirksam wie beide Formate in einem integrierten Konzept. Das zeigt ein Blick auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Formate.

Präsenzlernen motiviert, e-Learning fördert Nachhaltigkeit

Präsenztrainings sind in der Regel an einen festen Termin gebunden. Das gilt selbst für die moderne Form der Präsenzveranstaltung, das Treffen im virtuellen Klassenraum. Für Präsenzseminare fallen möglicherweise Reise- und Hotelkosten an, die Mitarbeiter stehen in der Zeit nicht am Arbeitsplatz zur Verfügung. Die besondere Situation außerhalb der Arbeitsumgebung erschwert den Lerntransfer an den Arbeitsplatz, die Nachhaltigkeit ist damit nur bedingt gegeben. Andererseits kann ein Präsenztraining motivierend wirken und ein besonderes Incentive für den Lerner darstellen. Sich mit anderen zum Lernen abseits vom Arbeitsplatz zu treffen, erweitert den Blick und hilft, sich mit Kollegen zu vernetzen. Praktische Übungen unter der Anleitung eines Trainers sind dazu geeignet, das Gelernte zu vertiefen. Ebenfalls positiv am Präsenzlernen: Das direkte Feedback auf das eigene Verhalten von Trainern und anderen Seminarteilnehmern fördert zugleich die soziale Kompetenz.

Am mangelnden direkten Feedback und der notwendigen Selbstmotivation entzündet sich häufig die Kritik an reinen e-Learning-Maßnahmen. Das können am PC-Arbeitsplatz zu absolvierende Web-Based-Trainings sein, Simulationen oder aufgezeichnete Webinare. Ihr großer Vorteil: Der Lerner kann flexibel, unabhängig von Zeit und Ort immer dann lernen, wenn er es braucht oder die Möglichkeit hat. Auch das Lerntempo bestimmt der Lerner selbst. Er kann den Lernstoff wiederholen oder Einheiten gemäß seinem Wissensstand überspringen. Interaktive Tests nach jedem Lernmodul helfen dabei, den eigenen Lernstand zu überprüfen. Steht das Lernmaterial in elektronischer Form zur Verfügung, kann man immer wieder als Wissensressource darauf zurückgreifen und so die Nachhaltigkeit des Gelernten verbessern. Über ein Learning Management System lassen sich e-Learning-Kurse zudem zentral verwalten, buchen und Lernnachweise erbringen. Ein weiterer Vorteil technologiegestützten Lernens: Wie gut die Inhalte aufbereitet sind, ist nicht vom Trainer abhängig, es gibt damit keine Qualitätsschwankungen in der Durchführung.

Lernen als Prozess begreifen

Wenn wir Lernen in der modernen Arbeitswelt als einen kontinuierlichen Prozess betrachten, wird deutlich, warum sich Präsenz- und e-Learning-Formate optimal ergänzen. So lässt sich zum Beispiel die mangelnde Nachhaltigkeit von Präsenzseminaren durch zusätzliche e-Learning-Inhalte verbessern. Sie stehen über das Präsenzevent hinaus zur Verfügung und dienen zur Vertiefung oder als Hilfestellung beim Lerntransfer. Ein vorab zu absolvierender e-Learning-Kurs mit Test schafft einheitliche Voraussetzungen für die Teilnahme an einem Präsenzseminar. Statt in der kostbaren Zeit die Teilnehmer auf einen Wissensstand zu bringen, kann man das Wissen gleich mit Übungen vertiefen und den Lerntransfer einleiten. Lerninhalte, die als Kurs am PC oder als mobile Lernanwendung zur Verfügung stehen, fördern das bedarfsgesteuerte Lernen. Anwendungsorientierte und lernerzentrierte Konzepte schaffen zugleich Relevanz: Der Lerner erkennt, wie und warum ihm das Gelernte nutzen kann, sich weiterzuentwickeln und/oder seinenJob zu machen. Eine kontinuierliche, persönliche Lernbegleitung durch einen Tutor oder auch virtuelle Lerngruppen stärken die Motivation und fördern die Verbindlichkeit.

Messbarer Erfolg stärkt Personalentwicklung und Mitarbeiter

Weiterbildungsbudgets, die mit der Gießkanne großzügig verteilt werden, sind längst passé. Vielmehr fordern Vorstand und Geschäftsführung heute von der Personalentwicklung, dass sich der Erfolg und Nutzen von Bildungsmaßnahmen jederzeit nachweisen lassen und Budgets im Rahmen bleiben. Mitarbeiter sollen in der Regel mehr lernen ohne dass es mehr kostet. Umgekehrt kann die Personalentwicklung über ein sauberes Bildungscontrolling ihren Anteil am Unternehmenserfolg darstellen. Dazu gehört neben der genauen Analyse des Weiterbildungsbedarfs das Konzept einer Maßnahme ebenso wie die anschließende Erfolgskontrolle. Qualitätskriterien für Blended Learning Angebote sind dann erfolgreich, wenn die Inhalte qualitativ hochwertig sind, einfach zugänglich und didaktisch gut und abwechslungsreich aufbereitet verfügbar sind. Entscheidend ist auch die Lernkultur im Unternehmen. Sie muss das Lernen am Arbeitsplatz nicht nur tolerieren, sondern auch fördern. So sollte zum Beispiel sichergestellt sein, dass der Mitarbeiter am Arbeitsplatz ungestört lernen kann, ohne dass er angehalten wird, möglichst schnell zu seiner eigentlichen Tätigkeit zurück zukehren. Gute Blended Learning-Konzepte zeichnen sich außerdem aus durch:

  • ein durchgehendes, sowohl Präsenzphasen als auch e-Learning-Einheiten berücksichtigendes Curriculum
  • Wahl des passenden Lernformats. Es richtet sich nach dem Thema, dem Lernziel und den Ansprüchen/Bedarf der Lerner
  • Lerninhalte, die didaktisch so aufbereitet sind, dass Lernen Spaß macht und ein Lernerfolg möglich ist
  • eine kontinuierliche Betreuung der Lerner durch e-Trainer oderandere geeignete Lernbegleiter

Gute Blended Learning-Konzepte sind aufwendig in der Planung, aber äußerst effizient in der Umsetzung. Ein fehlendes Learning-Management-System im eigenen Unternehmen ist dabei kein Hindernis. Erfahrene Partner wie die Haufe Akademie, liefern dieses System zu Konzept und hochwertigen Inhalten dazu. Die Technik macht es auch möglich, Inhalte oder Lernformate auf den individuellen Bedarf anzupassen. Individuelle, bedarfsorientierte Anpassungen sind jederzeit möglich.

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Über den Autor

Peter Miez-Mangold

Project Management Professional (PMP)®, MBA International Marketing, Diplom-Volkswirt. Bereichsleiter e-Learning der Haufe Akademie.

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