Blended Learning – weil es wirkt

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Rein analoge Lernformate sind nicht mehr zeitgemäß, rein digitales Lernen erfordert bei aller Flexibilität ein hohes Maß an Disziplin und Selbstlernkompetenz. Blended Learning als Kombination beider Formate ist die Lösung.

Fast alle Mitarbeiter eines Unternehmens sollen sich mit einer neuen Projektmanagement-Methode beschäftigen. Um sie dafür fit zu machen, sind Präsenzseminare geplant. Damit keine Abteilung während des Seminars unbesetzt bleibt, sind die Veranstaltungen aus Teilnehmern der verschiedenen Bereiche zusammengewürfelt. Einige haben Vorkenntnisse, für andere ist das Ganze noch weitgehend neu. Einige können das Gelernte in ihrer Tätigkeit ziemlich schnell anwenden, andere kommen nur ab und an damit in Berührung. Was dann passiert, haben viele Unternehmen schon erlebt: Vieles des Gelernten ist längst vergessen, wenn es endlich zur Anwendung kommen soll oder muss.

Der gewünschte Lerntransfer kommt nicht zustande

Das Seminar war vielleicht nett, aber der Erfolg verpufft weitgehend. Dieses Szenario ist nur ein willkürlich gewähltes Beispiel, zeigt aber sehr schön die Schwachstellen von reinem Präsenzlernen auf: Die Mitarbeiter haben „auf Vorrat“ gelernt, der Lerntransfer wird nicht vollzogen. Soll schließlich nach einem halben Jahr das Gelernte in die Anwendung übertragen werden, muss es zunächst erst wieder an die Oberfläche gebracht werden. Das dauert und kostet Ressourcen.

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Wie wir neu denken sollten?

Stellen wir uns das Ganze in einem Blended Learning Szenario vor. In der Auftaktveranstaltung, das kann ein Treffen an einem Ort sein oder auch ein Webinar, lernen sich die Teilnehmer und der Trainer kennen. Der steht ihnen auch in der anschließenden Online-Selbstlernphase als Ansprechpartner zur Verfügung. Was bis wann gelernt werden muss, wird möglicherweise noch gemeinsam festgelegt, wie viel und wann jeder Teilnehmer Zeit hat, sein Lernpensum mit den Online-Lerninhalten zu absolvieren, bestimmt er selbst. Darüber hinaus bilden sich Lerngruppen, die sich online zusammenfinden, um Themen gemeinsam zu bearbeiten oder schwierige Aufgaben zu diskutieren. Bereits während des Kurses können einige Teilnehmer das Gelernte an ihrem Arbeitsplatz anwenden, für andere ist es bei ihren aktuellen Aufgaben weniger relevant. Aber sie haben auch nach einem halben Jahr noch Zugriff auf die Online-Unterlagen. Bei Bedarf wird hier schnell nachgeschlagen. Das ermöglicht Wiederholung und stärkt den Transfer.

Was den Lerntransfer fördert?

Flexibel und individuell, auf den Lerntransfer ausgerichtet, weitestgehend von Zeit und Ort unabhängig – es ist also kein Wunder, dass Blended Learning in Weiterbildungs-Trendstudien seit Jahren eine Spitzenposition einnimmt. Dabei sprechen wir von einer bewusst gewählten und zusammengestellten Kombination von digitalen und analogen Formaten und Methoden, die wie in unserem Beispiel äußerst vielfältig sein können.
In einem Blended Learning lässt sich selbstgesteuertes Lernen mit Präsenzphasen, Learning on demand, Transferimpulse sowie Reflexions- und Wiederholungssequenzen zu einem effektiven formellen Lernszenario kombinieren. Die digitalen und klassischen (analogen) Bausteine ergänzen sich und wirken methodisch und in ihrer Kombination gegen das Vergessen von Lerninhalten. Es ist ebenso möglich, die persönlichen Lernpräferenzen wie das jeweilige, persönliche Arbeitsumfeld der Lernenden zu berücksichtigen. Sind die Lerninhalte ausreichend relevant und lassen sich direkt umsetzen, fördert das den Lerntransfer und trägt entscheidend zum Lernerfolg bei. Davon profitieren Mitarbeiter und die Personalentwicklung, die ja am Erfolg ihrer Weiterbildungsmaßnahmen gemessen wird.

Zitat:
„Der direkte Kontakt der Lernenden führt häufig zu einer stärkeren Motivation, es fällt leichter, sich persönliche Ziele zu setzen und häufig wird die Relevanz, ‚was bringt mir das Lernen‘, auch noch deutlicher.”

Christian Friedrich, Bereichsleiter, Digital Learning Solutions, Haufe Akademie


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Über den Autor

Katrin Evers ist Diplom-Betriebswirtin und Contentmanagerin für den Bereich Unternehmenslösungen bei der Haufe Akademie.