Coaching: Zeichen eines Defizits oder ein Statussymbol?

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Ursprünglich aus dem angloamerikanischen Raum kommend, gilt Coaching dort schon seit Längerem als Statussymbol und gehört zum “guten Ton”. Sieht man sich Life-Coach Tony Robbins oder Business Executive Coach Marshall Goldsmith an, die zu regelrechten Gurus in diesem Bereich geworden sind, wird schnell deutlich, welchen Stellenwert Coaching dort eingenommen hat. Im deutschsprachigen Raum wird ebenfalls ein Trend in diese Richtung erwartet, wenn auch, kulturell bedingt, in einem anderen Ausmaß. Fest steht, dass sich Coaching auch bei uns nach und nach seinen Weg in die Reihen der Führungsebene bahnt.

Es geht nicht um Defizite

Das erste Mal in Kontakt mit Management Coaching kommen die meisten Personen im Rahmen eines Führungskräfteprogramms ihres Unternehmens. Dabei lernen sie verschiedene Ansätze von Coaching kennen und erhalten dadurch einen ersten Einblick. Die Befürchtung, dass ein mögliches Defizit der Grund für das Coaching sein könnte, wird so erfolgreich aus der Welt geräumt, schließlich betrifft es alle TeilnehmerInnen des Führungskräfteprogramms gleichermaßen. Dieser erste Berührungspunkt mit Coaching ist essenziell, um vorherrschende Vorurteile gegenüber Coaching aus der Welt zu räumen und den Zugang dafür zu öffnen.

Brauche ich wirklich externe Hilfe?

Nach wie vor zählen jedoch in unseren Breitengraden Scham und Unsicherheit zu den ersten Impulsen, wenn es um das Coaching der eigenen Person geht. “Bekomme ich es nicht alleine auf die Reihe? Bin ich auf externe Hilfe angewiesen, die mir die Augen öffnet? Bedeutet die Nachfrage nach einem Coaching nicht etwa, dass ich meine Probleme nicht selbst lösen kann?” sind Fragen, die einen dann plötzlich quälen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Gerade wenn man als Führungskraft nicht auf der Stelle treten will und sich persönlich weiterentwickeln möchte, ist es in vielen Fällen ratsam sich jemanden Externen ins Boot zu holen. Wer also für seine MitarbeiterInnen eine gute Führungskraft sein möchte, sollte sich daher auch intensiv mit dem eigenen Führungsstil auseinandersetzen. Management Coaching setzt genau dort an und fördert die Selbstreflexion.

Ein Investment in die Entwicklung

Der Wunsch ein Coaching in Anspruch zu nehmen, zeugt sowohl von der Bereitschaft lebenslang lernen und sich weiterentwickeln zu wollen, als auch von einer verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle. Zudem zeigt es auch, dass das Unternehmen bereit ist in die jeweilige Person und deren Weiterbildung zu investieren. Von “Ich bin ratlos und brauche einen Coach” wechselt das allgemeine Verständnis zu “Ich bin wertvoll und leiste mir einen Coach”. Coaching kann quasi als Investment des Unternehmens in die Entwicklung eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin gesehen werden.

“In diesem Fall bietet sich der Vergleich mit Profi SportlerInnen an: Die Top Liga beauftragt Coaches, um noch besser zu werden und nicht um ein Defizit aus der Welt zu räumen.”

Harte Arbeit statt Statussymbol

Dabei geht es jedoch keinesfalls darum sich damit zu brüsten ein Coaching in Anspruch zu nehmen und es als “Statussymbol” vorzuführen. Zwar wird Coaching in den nächsten Jahren immer mehr zum “guten Ton” gehören, dennoch hilft es nur jenen, die es auch als ernsthaftes Tool zur Weiterentwicklung begreifen und sich darauf einlassen.

Denn Coaching ist kein “Allheilmittel”, sondern vor allem eins: harte Arbeit. Arbeit an der eigenen Person, aber auch an den eigenen festgefahrenen Verhaltens- und Sichtweisen, die wir alle nur ungern aufgeben oder hinterfragen. Doch wer sich darauf einlässt, wird schlussendlich die Früchte davontragen und seinem Selbst im Spiegel neu begegnen.

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Über den Autor

Tina Deutsch

Co-Founderin & Managing Partnerin von Haufe Advisory. Leitete bei Deloitte Consulting Transformationsprojekte und war u.a. für den Bereich Executive Search & Leadership Assessments verantwortlich. Vor ihrer Beratungskarriere war sie als Department Head Change & Internal Communications bei BAWAG P.S.K. tätig und kennt dadurch typische Situationen, in denen Coaching viel bewirken kann. Tina Deutsch ist selbst zertifizierter Coach und studierte Applied Economics & Finance an der Copenhagen Business School sowie in Wien, Prag und Paris.

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