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Welche Lernplattform für Unternehmen ist die richtige?

Stephan Rothe
Business Owner Learning Management System (LMS) & Digital Learning Content
Lesezeit: 5 Min
Lernplattformen für Unternehmen: So lernen Mitarbeitende
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Viele Unternehmen nutzen unterschiedliche Systeme und Tools für die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Die Folge sind unübersichtliche Lernlandschaften, verstreute Inhalte und aufwendige Verwaltungsprozesse. Für Learning & Development (L&D) besteht die Herausforderung darin, eine übersichtliche und attraktive Lernlandschaft zu gestalten, die gesetzliche und strategische Anforderungen erfüllt und Mitarbeitende zum Lernen motiviert.

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Plattformbasiertes Lernen bietet hier einen Lösungsansatz. Lernplattformen stellen Lernangebote zentral bereit und vereinfachen Prozesse. Da unterschiedliche Anwendungsfälle unterschiedliche Funktionen erfordern, kommen je nach Bedarf verschiedene Plattformtypen zum Einsatz – vom Learning Management System (LMS) bis zur Learning Experience Plattform (LXP). Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Lernplattformen für Unternehmen im Überblick.

Lernplattformen für Unternehmen: Das Wichtigste in Kürze

  • LMS und LXP bilden die Basis, oft kombiniert in einem Lernökosystem.
  • Ein LMS organisiert und dokumentiert formale Weiterbildung, top-down.
  • Eine LXP fördert personalisiertes, selbstgesteuertes Lernen, bottom-up.
  • Ergänzende Systeme wie LCMS, TMS oder Microlearning-Plattformen schließen Lücken je nach Bedarf.
  • Die passende Plattform hängt von Lernzielen, Zielgruppen, Technik, Datenschutz und Budget ab.

Die wichtigsten Lernplattformen für Unternehmen im Überblick

Grundsätzlich können Sie zwischen zwei gängigen Plattformtypen unterscheiden: Learning Management Systeme und Learning Experience Plattformen. Kombiniert ergeben sie die Lernplattform-Strategie, die formales und informelles Lernen abdeckt und die technologische Basis für ein Lernökosystem bildet.

Learning Management System

Ein LMS organisiert, verwaltet und dokumentiert formale Schulungen. Es eignet sich für Pflichtschulungen, Onboardings und alle Inhalte, die einen Nachweis oder ein Reporting erfordern. Mit einem LMS können Unternehmen Weiterbildungen datenbasiert planen und Mitarbeitende schnell und zielgerichtet qualifizieren. 

Dieser Lernansatz folgt dem Top-down-Prinzip: L&D plant die Inhalte, weist sie Mitarbeitenden zu und kontrolliert die Durchführung zentral. Das Learning Management System der Haufe Akademie verfügt über ein integriertes Autorentool und ermöglicht es, Präsenzveranstaltungen, Webinare und E-Learnings zentral zu planen und zu verwalten. So lassen sich verschiedene Lernformate zu Blended Learning kombinieren. Zusätzlich automatisiert das System die Compliance-Dokumentation und Erinnerungen und bindet Inhalte aus bestehenden Systemen über Schnittstellen ein.

Learning Experience Plattform

Eine LXP schafft personalisierte Lernerfahrungen und unterstützt selbstgesteuertes Lernen. Mitarbeitende erhalten Lernvorschläge auf Basis von Interessen, Vorerfahrungen und Nutzungsverhalten. Die Learning Experience Plattform der Haufe Akademie verknüpft Inhalte dabei automatisch mit relevanten Fähigkeiten und baut so Skill-Profile von Mitarbeitenden auf. Dieser Lernansatz basiert auf dem Bottom-up-Prinzip: Nutzende steuern ihren Lernweg selbst.

Die LXP fördert zudem informelles Lernen, den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie den unternehmensweiten Wissenstransfer. Nutzende laden eigene Inhalte hoch und teilen sie. Die personalisierbare Lernplattform eignet sich besonders für Unternehmen, die selbstgesteuertes Lernen fördern, internes Wissen besser teilen und Mitarbeitende in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützen möchten.

LMS und LXP kombiniert

LMS und LXP erfüllen unterschiedliche Aufgaben und ergänzen sich optimal. Das LMS steuert formale Weiterbildungen und Compliance, die LXP bündelt alle Lernangebote in einer zentralen, benutzerfreundlichen Oberfläche. Gemeinsam entsteht ein Lernökosystem, das sowohl Pflichtschulungen als auch selbstgesteuertes Lernen unterstützt.

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Welche Plattformtypen ergänzen das Lernökosystem sinnvoll?

LMS und LXP bilden die Basis, doch je nach Anforderung ergänzen weitere spezialisierte E-Learning-Systeme die Lernlandschaft. Einen ausführlichen Überblick zu den Unterschieden liefert unser Artikel zu E-Learning-Systemen.

Learning Content Management System (LCMS) und Autorentools

Mit einem LCMS können Verantwortliche Lerninhalte erstellen, zentral verwalten und mehrfach nutzen. Es eignet sich vor allem für Unternehmen, die eigene Lerninhalte entwickeln und regelmäßig aktualisieren. Autorentools unterstützen Fachexperten und -expertinnen dabei, Inhalte selbst zu erstellen und zu pflegen. 

Das Learning Management System der Haufe Akademie verfügt über ein integriertes Autorentool und verbindet die Content-Erstellung direkt mit der Verwaltung und Bereitstellung der Lerninhalte. 

Training Management System (TMS)

Ein TMS unterstützt die Organisation von Präsenztrainings und Blended-Learning-Angeboten. Dazu gehören unter anderem die Einteilung von Trainer:innen, die Raumplanung und die Verwaltung der Teilnehmenden. Unternehmen mit einem hohen Anteil an Präsenzveranstaltungen profitieren besonders von diesen Funktionen. Mit den Managed Training Services der Haufe Akademie können diese Aufgaben abgegeben werden.

Microlearning- und Mobile-Learning-Lösungen

Microlearning-Formate vermitteln Wissen in kurzen, leicht konsumierbaren Lerneinheiten und sind für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimiert. Sie eignen sich besonders für Frontline- und Deskless-Mitarbeitende ohne festen PC-Arbeitsplatz. Das LMS und die LXP der Haufe Akademie unterstützen Microlearning-Formate. Das Content Kit ergänzt die Plattformen mit fertigen Microlearning-Bausteinen. 

Virtuelle Klassenzimmer und VILT-Plattformen

Virtual Instructor-Led Training (VILT) überträgt klassische Präsenztrainings in den virtuellen Raum. Funktionen wie Breakout-Räume, Chats oder Aufzeichnungen ermöglichen interaktive Live-Trainings. VILT-Plattformen sind ein wichtiger Bestandteil vieler Blended-Learning-Konzepte und lassen sich in der Regel in LMS und TMS integrieren. 

Content-Bibliotheken und Kursmarktplätze

Content-Bibliotheken stellen Unternehmen fertige Lerninhalte im Abonnement zur Verfügung. Dadurch entfällt die aufwendige Eigenproduktion von Standardthemen. Bekannte Beispiele sind LinkedIn Learning oder Coursera for Business. Die Content Collection der Haufe Akademie folgt diesem Prinzip und bündelt kuratierte E-Learning-Kurse in einer zentralen Bibliothek.

Spezialisierte Plattformtypen im Corporate Learning

Neben den Kernplattformen und ihren Ergänzungen gibt es weitere, spezialisierte Systeme für einzelne Anwendungsfälle. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick:

Plattform Inhalte
Performance Support/Digital Adoption Platforms (DAP) Über In-App-Guides und Tooltips bringen Plattformen Lernen in die Softwareanwendungen der täglichen Arbeit.
Skills-Management- und Talent-Plattformen Sie bilden Skill-Taxonomien ab, identifizieren Kompetenzlücken und zeigen Karrierepfade auf. Die LXP deckt diese Funktionen ab, da sie Inhalte automatisch mit relevanten Skills verknüpft und Skill-Profile aufbaut.
Compliance- und RegTech-Lernplattformen In stark regulierten Branchen dokumentieren sie Pflichtschulungen lückenlos und liefern Audit-Trails für Prüfungen. Das Compliance College der Haufe Akademie deckt diesen Bedarf gezielt ab.
Assessment- und Zertifizierungsplattformen Sie prüfen den Lernerfolg über Tests und Itembanken und stellen digitale Badges oder Zertifikate aus.
Social-Learning- und Community-Plattformen Sie fördern Peer Learning und Communities of Practice und machen nutzergenerierte Inhalte auffindbar. Auch das leistet die LXP bereits, indem sie den Wissensaustausch fördert und unternehmensinternem Expertinnen und Experten Raum gibt.
Wissensmanagement- und Intranet-Plattformen Wikis, SOPs und Experten-Finder sammeln internes Wissen zentral. Die LXP erfüllt diese Funktion ebenfalls, da sie unternehmensspezifisches Wissen abteilungsübergreifend sichtbar macht.
AR/VR- und Simulationsplattformen Sie ermöglichen immersives Lernen, etwa für Sicherheitstrainings oder um praktische Handgriffe in einer sicheren, virtuellen Umgebung zu üben.
Customer- und Partner-Education-Plattformen Sie schulen externe Zielgruppen wie Vertriebspartner, häufig im E-Commerce. Die LXP lässt sich ebenfalls als Lernplattform für Dritte einsetzen, etwa um Händler:innen zu neuen Produkten zu schulen.
Gamifizierte Lernplattformen Gamification-Elemente wie Punkte, Level und Challenges steigern die Lernmotivation und sorgen für extra Motivation. Auch das deckt die LXP bereits ab.
Video-Learning-Plattformen Sie hosten Lerninhalte interaktiv, mit Untertiteln und durchsuchbaren Videoinhalten.
Learning Record Store (LRS) und Learning Analytics Sie sammeln Lerndaten systemübergreifend, häufig über den xAPI-Standard, und werten sie aus. LMS und LXP liefern dafür eigene Reporting- und Analytics-Funktionen, etwa zur Auswertung von Nutzung, Kompetenzaufbau und Handlungsbedarf.

Wie wählen Unternehmen die richtige Lernplattform aus? 

Die passende Lernplattform hängt von den Lernzielen, Zielgruppen und bestehenden Prozessen ab. Die folgenden Kriterien helfen Ihnen dabei, den eigenen Bedarf einzuordnen. 

Wenn Sie … Dann benötigen Sie …
Pflichtschulungen, Compliance und Nachweise verwalten LMS
selbstgesteuertes Lernen und Wissensaustausch fördern LXP
formales und informelles Lernen verbinden LMS und LXP
eigene Lerninhalte erstellen LMS (mit integriertem Autorentool)
viele Präsenztrainings organisieren TMS oder Partner für Outsourcing
Frontline-Mitarbeitende erreichen Microlearning-Plattform oder Erweiterung für LMS
Standardinhalte schnell bereitstellen Content-Bibliothek
Live-Online-Trainings durchführen VILT-Plattform

Entscheidungskriterien im Detail

Lernziele definieren

Steht Compliance im Vordergrund oder möchten Sie Kompetenzen langfristig entwickeln? Während ein LMS vor allem formale Lernprozesse unterstützt, fördern LXP und ergänzende Plattformen selbstgesteuertes Lernen und den Wissensaustausch.

Zielgruppen berücksichtigen

Office-Mitarbeitende, Frontline-Worker, Führungskräfte oder externe Partner stellen unterschiedliche Anforderungen an Inhalte, Lernformate und Zugangswege. Die Lernplattform sollte diese Zielgruppen gleichermaßen unterstützen.

Bestehende Systemlandschaft einbeziehen

In vielen Unternehmen existieren bereits HR-Systeme, Collaboration-Tools oder Content-Bibliotheken. Eine neue Lernplattform sollte sich möglichst nahtlos integrieren lassen und keine weitere Insellösung schaffen.

Skalierbarkeit und Reporting

Neben Funktionen spielen Datenschutz, Schnittstellen und Auswertungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. Insbesondere bei Compliance-Themen sind nachvollziehbare Dokumentationen und Reportings unverzichtbar.

Sie haben Fragen? Dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf →

Lernplattformen für Unternehmen: Fazit und Ausblick

Eine moderne Lernarchitektur besteht selten aus einem einzelnen System. Sie kombiniert LMS und LXP als Basis mit spezialisierten Bausteinen wie Content-Bibliotheken, Microlearning oder Compliance-Tools, je nachdem, was das Unternehmen braucht.

Künstliche Intelligenz wird dabei immer mehr zum Thema: Sie personalisiert Lernpfade, verknüpft Inhalte automatisch mit Skills und macht Kompetenzentwicklung im gesamten Unternehmen sichtbar. 

FAQ

Wie lange dauert die Einführung einer Lernplattform im Unternehmen?

Die Dauer hängt vom Individualisierungsgrad und der Unternehmensgröße ab. Ein Standard-Rollout dauert bei mittelständischen Unternehmen typischerweise drei bis sechs Monate. Großkonzerne mit mehreren Standorten und komplexen Anforderungen sollten sechs bis zwölf Monate einplanen. 

Wie stellt man sicher, dass Mitarbeitende die neue Plattform auch tatsächlich nutzen?

Erfolgreiche Einführungen setzen auf einen modularen Ansatz statt eines Big-Bang-Starts, testen die Plattform zunächst mit einer kleinen Nutzergruppe und holen nach den ersten Wochen aktiv Feedback von Lernenden und Führungskräften ein. Sichtbare Unterstützung durch die Geschäftsführung erleichtert zusätzlich die Akzeptanz im gesamten Unternehmen.

Wie lässt sich der Nutzen einer Lernplattform gegenüber der Geschäftsführung belegen?

Am überzeugendsten wirken konkrete, vorab definierte Ziele. Wollen Sie die Schulungskosten um einen festen Prozentsatz senken oder die Time-to-Competence neuer Mitarbeitenden von drei Monaten auf sechs Wochen verkürzen? Nach der Einführung liefern die Reporting-Funktionen der Plattform selbst die Nachweise dafür.

Stephan Rothe
Business Owner Learning Management System (LMS) & Digital Learning Content
Stephan verantwortet das Produktmanagement für digitale Lerninhalte und das LMS. Egal, ob Großkonzern oder Ed-Tech Start-up: digitale Lernlösungen waren in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Dreh- und Angelpunkt seiner beruflichen Stationen. Das Anstoßen kontroverser Diskussionen und der stetige Versuch, neue Impulse in aktuelle Debatten einzubringen, zeichnen seine Arbeit und Auftritte als Speaker aus.
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