Mindset first: Jede*r kann „Future Work Skills“

Veröffentlicht am
31.3.2020
von
Dennis Fischer

Google als Inspiration

Es ist Sonntag, der 6. Mai 2012. Ich habe mir eine E-Gitarre umgehängt und spiele die ersten Akkorde des Oasis-Klassikers „Wonderwall“. Eine Freundin von mir schnappt sich ein Mikrofon, schaltet es an und setzt genau zum richtigen Zeitpunkt in das Lied ein. Ihre wunderbare Stimme beginnt gerade den Refrain zusingen, da geht die Tür des Raums auf und ein Freund von uns ruft „Los geht’s. Ich will euch noch die anderen Highlights des Google Offices zeigen.“

Ich war damals nicht in einem Tonstudio,sondern im europäischen Google Hauptquartier in Dublin. Gemeinsam mit einigen anderen haben wir dort einen Freund besucht, der beim Suchmaschinenkonzern arbeitete und uns stolz am Sonntag die leeren Büros zeigte. Nach dem Bandproberaum haben wir Tischtennis gespielt, die Schokoriegelvorräte geleert und die Schaukeln ausprobiert.

Inspiriert durch diesen Besuch habe ich mir schon damals zahlreiche Fragen gestellt: „Wie werden wir wohl in Zukunft arbeiten? Braucht es diese bunten und verrückten Büros, um produktiver zu sein? Welche Fähigkeiten braucht jede*r einzelne, um in Zukunft beruflich und privat erfolgreich zu sein? Wie sieht die Zukunft des Lernens aus?“

Die Suche nach Antworten dauerte viele Jahre und wird vermutlich auch nie ganz abgeschlossen sein. Sie führte mich durch verschiedene Jobs, vom Startup bis zum großen Konzern. Vom Online-Lebensmittelhandel bis hin zur Vermittlung von Baufinanzierungen. Schließlich mündete sie in der Selbständigkeit als Speaker, Autor und Trainer.

Heute helfe ich anderen Menschen beruflich und persönlich erfolgreich zu sein. Ich möchte sie unterstützen sich anspruchsvolle Ziele für die Zukunft zusetzen und diese zu erreichen. Dabei spielen die Skills der Zukunft eine entscheidende Rolle.

 

Alles verändert sich exponentiell

Alle sprechen heute immer davon, wie die Digitalisierung unsere Welt und unser Arbeitsleben verändert. Ich persönlich finde aber die Technologisierung noch wesentlich spannender. Ohne die entsprechende Technik schreitet die Digitalisierung nur sehr langsam voran. Dabei wird in Zukunft vor allem der Verfügbarkeit und der Geschwindigkeit des Internets eine entscheidende Rolle zukommen.

Als ich im letzten Jahr in Sri Lanka im Urlaub war, habe ich mir eine lokale SIM-Karte gekauft und hatte selbst im letzten Winkel in den Bergen noch 4G. Hier in München gehe ich an der Isar joggen und kann froh sein, wenn der Telefonempfang hält. Von flächendeckendem 3G-Empfang wollen wir hier gar nicht sprechen.

Wenn man aber den Fortschritt der letzten Jahre bei der Datengeschwindigkeit betrachtet, erkennt man ein exponentielles Wachstum. Das gleiche gilt für fast alle Bereiche. Ein weiteres Beispiel sind die Speicherkapazitäten. Kannst du dich noch an die Disketten erinnern? 2,8 MB passten durchschnittlich auf die kleinen Scheiben. Heute hat jedes Handy in unserer Hosentasche mehr als 100 Gigabyte.

 

Wie beeinflusst das unsere tägliche Arbeit?

Diese rasante und exponentielle Veränderung in allen Bereichen beeinflusst natürlich auch unser tägliches Arbeitsleben. Früher hatten wir immer mal wieder Plateaus und Ruhephasen, um uns an die neue Technik oder veränderte Rahmenbedingungen zu gewöhnen. Das gibt es heute nicht mehr.

Früher hatten wir auch klare Hierarchien und Aufgabenverteilungen in den meisten Unternehmen. Auch das fällt heute dank Holokratie und selbstorganisierten Teams immer mehr weg. Und früher haben viele Angestellte 30 Jahre und länger in einem Unternehmen gearbeitet. Welcher Berufseinsteiger kann sich das heute noch vorstellen?

Nicht nur Unternehmen müssen also zu lernenden Organisationen werden, sondern auch für uns ist lebenslanges Lernen ein existentieller Bestandteil unseres Berufslebens. Aus diesem Grund braucht es neue Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ich bezeichne sie als „Future Work Skills“. Das sind Dinge, die jede*r lernen kann und mit der richtigen Herangehensweise und den richtigen Werkzeugen macht das sogar jede Menge Spaß.

Den gesamten Werkzeugkasten gibt es natürlich in meinem Kurs "Future Work Skills" der Haufe eAcademy. Hier möchte ich dir aber schon einmal zwei konkrete Tipps mit auf den Weg geben.

A Test Picture

Zwei konkrete Tipps zur direkten Umsetzung

1) Selbstmanagement in digitalen Zeiten

Bei vielen meiner Klienten reiht sich tagsüber eine Ablenkung an die andere. Anrufe, E-Mails, WhatsApp, Social Media und weitere Push-Benachrichtigungen führen dazu, dass sie im Schnitt alle 15 Minuten ihr Smartphone in die Hand nehmen. Dadurch haben sie verständlicherweise das Gefühl, immer nur zu reagieren und nie zu agieren. Gleichzeitig fehlt ihnen der Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge.

Lass uns eine kurze Übung machen: Leg dein Handy mit der Rückseite nach oben auf den Tisch vor dir. Setze dich aufrecht hin, atme drei Mal tief ein und wieder aus und versuche dich für 30 Sekunden nur auf dein Handy zu fokussieren. Betrachte es ganz ruhig ohne es dabei anzufassen. Schaffst du es, deine volle Aufmerksamkeit darauf zu richten oder kommen dir sofort wieder tausende Gedanken?

Wenn du diese Übung regelmäßig ausführst, wirst du zum einen merken, wie du zur Ruhe kommst und zum anderen deinen Fokus trainieren. Du schaffst es irgendwann immer länger die Konzentration auf eine Sache zu richten, ohne dich ablenken zu lassen.

2) Lebe und arbeite wie ein Unternehmer

Nicht erst seit Corona gibt es immer mehr Menschen, die im Homeoffice oder in Remote-Teams arbeiten. Arbeitszeiten und Orte werden immer flexibler. Das bringt viele Vorteile mit sich, birgt aber auch einige Gefahren. Natürlich könnte ich dir an dieser Stelle viele praktische Tools, Tipps und Tricks für die Arbeit im Homeoffice zeigen. Ich möchte aber lieber beim Kern des Problems ansetzen: dem Mindset.

Viele Angestellte denken noch nicht wie ein Unternehmer. Um langfristig beruflich erfolgreich zu sein und sich selbst motivieren zu können, ist aber genau diese Denkweise unerlässlich. Wir müssen unser Leben in die eigenen Hände nehmen und nicht darauf warten, dass unsere Vorgesetzten oder unser Unternehmen uns sagt, was wir zu tun haben.

Dieses proaktive Mindset kannst du lernen. Fangen wir mit einer kleinen Übung an. Beobachte einmal einen Tag lang deine Mitmenschen. Wie oft sagen sie: „Ich kann nicht. Ich darf nicht. Ich muss. Ich soll.“? Genau diese passiven Formulierungen führen dazu, dass wir ständig das Gefühl haben für andere zu leben und nicht für uns selbst. Warum verwenden wir nicht viel häufiger die Begriffe: „Ich will. Ich kann. Ich darf. Ich möchte.“?

Wir müssen beim Mindset anfangen

Knapp 8 Jahre später, im Januar 2020, war ich wieder bei Google. Dieses Mal in München. Die Büros sehen hier fast identisch aus wie das Headquarter in Dublin. Bei Gesprächen mit einigen Mitarbeiter*innen wird mir aber klar: Auch sie haben Probleme sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren. Auch sie fragen sich: „Was ist mein Warum?“ oder „Wie baue ich mir online ein starkes Netzwerk auf?“.

Da wurde mir klar: Hübsche Räume sind zwar eine gute Voraussetzung für New Work. Es kommt aber vor allem auf das Mindset der Mitarbeiter*innen an. Und genau dort möchte ich ansetzen. Ich will die Zukunft des digitalen Lernens gestalten und jede*n Einzelne*n fit für eine erfolgreiche Zukunft machen. Egal ob als Angestellte, als Selbständige oder als private Personen. Das ist meine Mission!

Über den Autor:

Dennis Fischer ist Experte für Erfolgs-Skills der Zukunft, erfolgreicher Speaker, Trainer und Autor des Buches "52 Wege zum Erfolg – Die besten Ideen aus 500 Business-Ratgebern". Gemeinsam mit der Haufe eAcademy hat er den Kurs "Future Work Skills" produziert. Mehr Infos zu Dennis Fischer unter 52ways.de.

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Dennis Fischer ist Experte für Erfolgs-Skills der Zukunft, erfolgreicher Speaker, Autor und Trainer.

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Oliver Plick

Consultant
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